STA-rkes Paket

Die fünf im Plug-in-Bundle STA Effects von Audified vereinten Effekte gehören eigentlich zu den Standards – doch dank der an Bord befindlichen Emulation eines Röhren-Summierers klingen sie alles andere als alltäglich… 

Von Freda Ressel

Heute stellt sich oftmals die Frage: Wie bringe ich analoge Wärme in meinen digitalen Mix, ohne mich mit kostspieligen Hardware-Anschaffungen zu verschulden? Eine beliebte Lösung sind Emulations-Plug-ins, die mal besser, mal schlechter klassisches Hardware-Equipment – seien es Röhrengeräte und färbende Verstärker, Equalizer, Kompressoren, Summierer oder Bandmaschinen samt der dazugehören Sound-Patina – emulieren. Eines davon ist das STA Effects Plug-in-Bundle des tschechischen Softwareentwicklers Audified, zunächst bestehend aus Delay-, Chorus-, Flanger-, Phaser- und Enhancer-Effekt. Die Buchstaben STA stehen für das Hauptfeature, die Emulation eines klassischen „Summing Tube Amplifiers”, der laut Hersteller einen einzigartigen, warmen Klang zaubern soll. Der Signalfluss im Plug-in gestaltet sich dabei folgendermaßen: Das Eingangssignal wird über zwei Signalpfade, einmal trocken, einmal „wet“ mit den gewünschten Effekten durch die Summierer-Emulation geschickt. Auf der Plug-in Oberfläche lässt sich dann neben den Effekteinstellungen, die gewünschte Mischung zwischen Dry- und Wet-Signal sowie die Röhrensättigung nach Bedarf einstellen. „Die digitale Audio-Welt tendiert dazu, allzu akkurat und überkalkuliert zu sein“, erklärt Jakub Turecek, Marketing Director von Audified. „Ohne technische Fehler klingen zeitgenössische Musikproduktionen gerne allzu steril. STA Effects sind die perfekte Kombination aus digitaler und analoger Welt – als exakte Simulation der Charakteristika einer Vintage-Röhrenschaltung bringen sie mehr Leben in die Mixe.“ Der Hersteller weist im Handbuch darauf hin, dass das tieffrequente Rauschen, das bei manchen Einstellungen hörbar wird, gewollt und Teil der Emulation ist – ein allzu glatter, unnatürlich steriler Sound ist also nicht zu erwarten, stattdessen werden auch kleine technische Unzulänglichkeiten mitemuliert.

Dank der Unterstützung der Schnittstellen  VST2, VST3, AU, und AAX laufen die Plug-ins in jeder DAW. Die Effekte sind vom Hersteller  aufgrund der Mischung von modulierten und trockenen Signalen vorrangig zu Insert-Zwecken konzipiert, lassen sich aber auch komplett „wet“ bei Bedarf als Send-Effekt beimischen.

Die hier vorgestellte, zweite Version des Bundles wurde um einen Delay-Effekt ergänzt. Außerdem wurde das GUI noch einmal optimiert. Die STA Effects sind für einen Bundle-Preis von 129 US-Dollar zu haben. Für umgerechnet knapp 20 Euro pro Effekt (beziehungsweise jeweils circa 43 Euro für Delay und Preamp, die separat auch erhältlich sind) ist die neue Version zwar deutlich teurer als der Erstling, der bei 49 Dollar lag, aber immer noch verhältnismäßig günstig. Damit könnten die STA Effects eine echte Bereicherung für Musiker sein, die für ihre Aufnahmen auf der Suche nach einem organischen Vintage-Sound sind, ohne allzu große finanzielle Sprünge machen zu müssen.

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