British Sound Explosion

Der hierzulande nicht mehr ganz so unbekannte britische Soundware-Hersteller Spitfire Audio hat seine in die Jahre gekommene Albion-Library gehörig überarbeitet und erweitert, um Anwendern das vor allem rasche Produzieren amtlich klingender Orchester-Tracks deutlich zu vereinfachen. Zusammen mit einer riesigen Sammlung an cinematischen Effekt- und Flächensounds will sich Albion One als Komplettlösung für Filmmusik, Games, aber auch alle Arten von Rock- und Pop-Musik empfehlen.

Von Georg Berger

Die Geschichte hört sich vertraut an: Gestandene Filmmusik-Komponisten produzieren in Ermangelung passender Produkte kurzerhand ihre eigenen Orchester-Librarys, die wenig später auch Anklang bei Freunden und Kollegen finden, woraus wenig später ein eigenes Soundware-Unternehmen erwächst. So auch mit den beiden britischen Film- und TV-Komponisten Christian Henson und Paul Thomson geschehen, die seit 2008 ihre Produkte zunächst nur für einen ausgewählten Kreis an Kunden, unter vielen anderen auch Hans Zimmer, feil boten. 2011 legten die beiden mit Albion 1 schließlich ihr erstes Produkt für den breiten Markt vor, das mit Hilfe von Native Instruments Kontakt (Player) zum Klingen gebracht wird. Besonderheit: Die Library enthielt nicht nur Orchester-Sounds, sondern gleich in einem Aufwasch auch noch prozessierte Effekt-Klänge, Loops, Soundscapes und Pads in Form der beiden Teil-Librarys Brunel Loops und der Stephenson’s Steam Band, die klanglich organisch mit den Orchester-Sounds verschmolzen und so ein Rundum-Paket bilden zum Produzieren amtlich klingender Tracks für Film, Games und Hörspiel. Zweite Besonderheit: Anders als viele Orchester-Librarys, die Patches streng nach einzelnen Instrumenten, etwa nur erste Violinen, nur Klarinetten oder Posaunen, mal solo, mal im Ensemble enthalten, finden sich in Albion Patches, die ausgehend vom Know-how der beiden Praktiker sinnvoll gruppierte Orchester-Stimmen enthalten. So klingen etwa erste und zweite Violinen gemeinsam, Tiefe Brass-Patches setzen sich aus Tuben, Posaunen und Hörnern zusammen, hohe Holzbläser-Presets bestehen aus Klarinetten, Flöten und Piccolo-Flöten, die sich über die Tastatur analog zu ihren Registern organisch ein- und ausblenden. Zusätzlich warten die Presets mit einem überschaubaren Arsenal der, in den Augen der Schöpfer, wichtigsten Artikulationen auf. Vorteil: Das Einspielen jedes einzelnen Instruments erübrigt sich, denn alles ist über ein Patch sofort zur Hand, was den Kompositions- und Arrangier-Prozess erheblich verkürzt, ganz zu schweigen vom klanglichen Resultat, das mit nur wenigen Handgriffen voll und rund, um nicht zu sagen bombastisch daherkommt. Mit diesem Konzept adressierten sich Henson und Thomson gezielt an Kollegen, die stets unter Zeitdruck ihre Tracks produzieren müssen. Das Konzept ging auf und in Erweiterung dessen erhalten Anfänger ebenfalls einen leichten Einstieg in die Welt der Orchestrierung mit raschen, sehr gut klingenden Resultaten ohne sich in den Weiten vielfarbiger Artikulationen und einzeln zu erstellender Tracks zu verlieren.

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