Mach mal nen Satz mit „x“….

…Wenn Du besser hören willst, dann nimm Waves Nx. Das Software-Tool will nicht mehr und nicht weniger, als eine Abhörmöglichkeit über Kopfhörer schaffen, die qualitativ auf Augenhöhe steht zum Abhören mittels Studio-Monitore. Räumlichkeit, Phantommitte, Ortbarkeit sollen deutlich verbessert werden. Wie das gehen soll und vor allem ob das klappt, lesen Sie im Test.

Von Georg Berger

Wer zum Abhören Kopfhörer nutzt – ganz gleich ob beim Konsumieren von Musik oder beim Abmischen -, hat automatisch
mit dem Problem oder besser gesagt, dem altbekannten Phänomen zu tun, dass die Klang-Bühne sich förmlich wie ein Schwert durch beide Ohren hindurchbohrt. Tiefenstaffelung oder die Phantommitte wie beim Abhören über Studio-Monitore sind so gut beziehungsweise gar nicht auszumachen. Kein Wunder, wenn die Kopfhörer-Muscheln direkt auf den Ohren sitzen. Was fehlt, sind die Raumreflexionen, die zusammen mit dem Direktschall des Abhörlautsprechers den Gesamtklang ausmachen und natürlich auch der zeitliche Versatz den der abgegebene Schall aus dem linken Lautsprecher braucht, um am rechten Ohr anzukommen und umgekehrt.

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In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere Hersteller daran versucht, dieses Phänomen zu kompensieren, sei es in Form von Hardware wie etwa der Phonitor von SPL (Tests in den Heften 07/2008, 08/2014 und 07/2015) oder die VRM Box von Focusrite (Test in Heft 07/2011), sei es in Form von Software. Hier wären etwa das Redline Monitor-Plug-in von 112db, der Monitor MSX5 von G-Sonique, die Isone-Software von Toneboosters oder das kostenlose Virtual Studio Plug-in von Beyerdynamic zu nennen. Seit kurzem mischt auch das israelische Unternehmen Waves in diesem Sektor mit und zwar in Form des Nx-Plug-ins. Unabhängig von Parametern wie Crossfeed zum Einstellen des kreuzweisen Übersprechens der Kanäle oder Angle, um die Aufstellung der virtuellen Studio-Monitore in den Kopfhörer-Muscheln zu beeinflussen, geht Waves einen ganz und gar eigenen Weg in der Simulation einer Monitor-Abhörumgebung im Kopfhörer. Das rund 200 Dollar kostende Plug-in kann dabei von mono, über stereo bis hin zu 5.1-Surroundsound-Konstellationen verarbeiten und für den Kopfhörer aufbereiten. Dafür stehen nach der Installation entsprechende Plug-in-Varianten zu Auswahl. Es finden sich darin übrigens auch Varianten, die ein 5.0/5.1-Surroundsignal automatisch auf stereo herunterkonvertieren, wobei die Ausgabe am DAW-Ausgang davon unberührt bleibt. Der einzigartige Clou am Nx-Plug-in: Beim Bewegen des Kopfs ändert sich das Hörergebnis analog zur resultierenden Entfernung und Winkel der virtuellen Monitore. Wenn der Anwender also etwas weiter nach rechts rückt und seinen Kopf in Richtung des imaginären Lautsprechers dreht, wird es analog zu dieser Bewegung in der rechten Kopfhörer-Muschel lauter. Das Ganze soll also so wirken, als ob man sich tatsächlich im Raum bewegen kann und der Klang sich automatisch auf die Position in diesem Raum einstellt. Damit dies funktioniert, ist der Einsatz einer Video/Webcam erforderlich. Last but not Least erlaubt Nx auch das Erzeugen einer Ambience, die sich anteilig dem Signal hinzumischen lässt. Aber alles erst einmal hübsch der Reihe nach.

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