Anhören dringendst empfohlen

KSdigital, eine Unternehmensschwester der für seine superben Aktivlautsprecher gerühmten High End-Schmiede Backes & Müller,  ist bekannt für seine hochwertigen Studio-Monitore „made in Germany“. Das brandneue Modell A200 – ein aktiver Drei-Wege-Lautsprecher – wartet mit ausgesprochen interessanten Features auf.

Von Sylvie Frei

Ab einer bestimmten Qualitätsklasse liefern viele Abhörmonitore – vorausgesetzt, Abhörumgebung und Aufstellung sind optimiert – gute  Ergebnisse, unabhängig davon, ob die Monitore aktiv oder passiv betrieben werden, zwei, drei oder vier Wege haben, wie die Treiber angeordnet sind oder, ob die Signalverarbeitung rein analog oder digital von Statten geht. In der Praxis zählt nur: Kann ich mit diesem Monitor effizient arbeiten und in möglichst kurzer Zeit zu einem guten Mix- oder Mastering-Ergebnis kommen. Und: Kann ich mit diesem Monitor über lange Zeit entspannt hören, ohne dass er mich nervt oder überstrapaziert.

Die Monitore von KSdigital, das haben unsere Tests hinreichend bewiesen, gehören zu dieser Kategorie. An diese Tradition will der aktive Drei-Wege-Monitor A200   natürlich anschließen. Ausgestattet mit der hauseigenen bewährter Finite Impulse Response Technology (FIRTEC), bewirbt sich der A200 als Mixing- und Mastering-Referenz am Studiohörplatz. Mit einem UVP von 2.153 Euro pro Box liegt der Preis etwas unter dem unserer Referenz, Adam S3X-H (2.600 Euro), und zwischen den bewährten Modellen KSdigital ADM 22 (2.249 Euro) und ADM 25 (2.000 Euro) (Test in den Ausgaben 9/2011 und 6/2010).

Dimensionen und Aufstellung

Der A200 kommt mit Ausmaßen von rund 42 mal 30 mal 31 Zentimetern und einem Gewicht von 13 Kilogramm verhältnismäßig kompakt daher. Das Bass-Reflexgehäuse aus hochdichtem MDF macht – wie von KSdigital gewohnt – einen tadellos verarbeiteten Eindruck. Erste Besonderheit: Auf der Vorderseite ist eine rechteckige Frontlinse aus – ungewöhnlich für einen Studiomonitor – schön gemasertem Rosenholz verbaut, welche die Hälfte der Fläche bedeckt. Darin sind Hoch- und  Mitteltöner jeweils in einem Waveguide eingelassen.

Zweite Besonderheit : Ein Stereopaar der A200 ist grundsätzlich hinsichtlich der Treiberanordnung spiegelbildlich aufgebaut. Das hat laut KSdigital Key-Account-Manager Oliver Altwasser zwei gute Gründe. Zum einen sehe es rein optisch besser aus. Viel wichtiger sei jedoch die Wahrnehmung der Mitte. In Studios, in denen mit zwei Bildschirmen in der Mitte des Desktops gearbeitet wird, würde es nämlich  stark auffallen, dass die Mitte sich bei identischer Treiberanordnung bei beiden Lautsprechern nicht genau zwischen der Grenze der Bildschirme orten lässt, sondern je nach dem leicht nach rechts oder links verschoben. Dieser Effekt tritt mit den spiegelbildlich aufgebauten A200 nicht auf. Die akustische Mitte entspricht so genau der optischen Mitte am Arbeitsplatz.

Da die Monitore für das Midfield konzipiert wurden, ist ein ausreichend großer Hörabstand erforderlich und ein Abhörraum, in dem sich das Paar in einem entsprechend großen Stereo-Dreieck, positionieren lässt. „Es ist verwunderlich, in wie vielen professionellen Studios die Monitore noch immer falsch stehen“, berichtete Oliver Altwasser. Die meisten Toningenieure hätten die Sache mit dem Stereodreieck wohl nicht richtig verstanden. Zwar stünden die Monitore häufig richtig angewinkelt in Position, doch säßen die Toningenieure weiter vorn zwischen den Lautsprechern anstatt im eigentlichen Sweetspot des gleichseitigen Dreiecks. Er fügte hinzu: „Wenn ich Menschen zum Thema Lautsprecher berate, drehen sich nur zehn Prozent der Gespräche um die eigentlichen Monitore, die restlichen 90 Prozent behandeln die Aufstellung und akustische Grundlagen.“

Anschlüsse

Der A200 besitzt sowohl einen analogen, als auch einen digitalen Eingang in XLR-Ausführung. Darüber lassen sich Wandler, Interface, Mischpult beziehungsweise der zwischengeschaltete Monitoring-Controller anschließen. Für digitale AES/EBU-Signale wird ein Splitterkabel benötigt, welches das ansonsten gewöhnlich in Stereo über ein einzelnes XLR-Kabel geführte Signal in seinen linken und rechten Kanal trennt und so an den entsprechenden Monitor anschließen lässt. Analoge Eingangssignale werden vor der Entzerrung durch das digitale FIRTEC-System standesgemäß mit einer Samplerate von 192 Kilohertz bei 24 Bit Wortbreite gewandelt.

Außerdem verfügt der A200 über einen Netzwerk-Eingang und -Ausgang. Diese Anschlüsse dienen zur Verbindung der Monitore mit der optional erhältlichen Fernbedienung, der RC-100 (UVP: 999 Euro). Deren Anschaffung ist, abgesehen von den gebotenen Monitor-Controller-Funktionen, vor allem dann sinnvoll, wenn der Nutzer permanent Zugriff auf die fünf digitalen Peak-Filter zur Raumanpassung benötigt. Sollen die A200 an einem festen Platz stehen und der Nutzer besitzt bereits einen passenden Monitoring-Controller, genügt es, sich zum optimalen Einrichten einmalig eine RC-100 vom Hersteller zu leihen.

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