Märchenhafte Flexibilität

Das UltraLite-mk4 aus dem Hause Motu bietet mit einer Vielzahl an frei verknüpfbaren Anschlüssen auf engstem Raum eine geradezu inspirierende Plattform für Live-Setups, Mobile-Rigs und flexibles Recording.
Von Sebastian Lesch

Vor rund zehn Jahren (Professional audio 07/2006) trat die erste UltraLite Interface-Generation des Herstellers Mark of the Unicorn (kurz: Motu) aus Cambridge, Massachusetts bei uns zum Test an. Schon damals stach das Firewire-Interface durch souveräne Messwerte sowie flexible Konfigurierbarkeit aus seiner Preisklasse heraus. Nun ist das UltraLite in vierter Generation als USB-Interface erschienen.  Motu empfiehlt das Gerät gleichermaßen für das Studio und für die Bühne, denn neben dem Betrieb in Verbindung mit einem Computer ist das Interface auch dazu in der Lage, dank digitalem Signalprozessor als eigenständiger Mixer zu arbeiten. Des Weiteren unterstützt es Abtastraten von bis zu 192 kHz, Effektverarbeitung in 32 Bit Fließkomma-Auflösung. Es verfügt über zwei Mikrofonvorverstärker und eine Vielzahl analoger und digitaler Ein- und Ausgänge (18 In, 22 Out). Der Computer-Anschluss erfolgt über USB 2.0, ist aber auch USB 3.0- und mittels Camera Connection Kit iOS-kompatibel. Der DSP-Mixer kann mittels Browser-Tool vollständig konfiguriert, geroutet und live gesteuert werden.

Das UltraLite-mk4 ist derzeit der einzige Neuzugang in Motus Produktportfolio ohne AVB-Konnektivität, dafür aber das Modell mit den meisten analogen Ein- und Ausgängen. Es eignet sich folglich für Benutzer, die nicht auf Netzwerkfunktionen angewiesen sind, sondern ein kompaktes Interface mit maximaler Flexibilität und Stand-alone-Funktionalität benötigen. Dafür zahlt der geneigte Käufer einen UVP von überschaubaren 778 Euro.

Äußerer Eindruck

Das Gehäuse des rund einen Kilogramm schweren Interfaces entspricht in der Breite einem halben 19“ Gerät und misst eine Höheneinheit. Es ist Motu-typisch aus Aluminium gefertigt und besitzt dank der mattschwarzen pulverbeschichteten Oberfläche eine edel und zugleich sehr robust anmutende Haptik. Für die Rack-Montage und die Verbindung zweier Half-Rack-Geräte liegt dem Gerät ein Befestigungs-Kit bei. Dank der mitgelieferten Gummifüße kann es aber auch einfach direkt auf dem Desktop platziert werden.

Auf der Vorderseite des UltraLite-mk4 befindet sich ein großzügig dimensionierter LC-Bildschirm, der dem Nutzer Auskunft über die Pegel der Vorverstärker, der analogen Ein- und Ausgänge sowie der Main-Ausgänge gibt. Zwei gerastete Endlosregler mit Schaltfunktion dienen neben der Vorverstärker-Aussteuerung zugleich als Navigationstasten. Mit Druck auf den rechten Regler öffnet sich das Menü auf dem Bildschirm des Interfaces, das unter anderem zur Auswahl der Abtastrate, Clock-Quelle oder abgespeicherter Presets dient. Für große Hände sind die Regler etwas umständlich zu bedienen, aber auf derart kleinem Raum ist das kaum anders lösbar. Praxisgerecht finden sich außerdem zwei XLR/6,3 mm Klinke-Kombi-Buchsen (Mic, Line, Instrument) auf der Vorderseite. Rückseitig befinden sich neben  Stromanschluss, MIDI und USB-Ports alle weiteren analogen und digitalen Anschlüsse. Die Line Ein- und Ausgänge, 16 an der Zahl, liegen aufgrund des begrenzten Platzes sehr eng bei einander. Kabel mit möglichst schmalen Klinkensteckern sind daher von Vorteil.

Großzügig ausgestattet

Eingänge
Insgesamt kommt das Interface auf zwei frontseitige Kombi-Eingänge mit Vorverstärkung, an die sich gleichermaßen Mikrofone, Line-Signale und Instrumentensignale anschließen lassen. Auf der Rückseite kommen sechs symmetrische Klinken-Eingänge für Line-Signale hinzu.

Ausgänge
Auf der Rückseite finden sich insgesamt zehn symmetrische Line-Ausgänge, an die sich bis zu fünf paar Studio- oder Bühnenmonitore anschließen lassen. Außerdem besitzt das Interface einen 6,3 mm-Stereoklinkenausgang für den Kopfhörer.

Digitalschnittstellen
Hinzu kommen MIDI Ein- und Ausgänge, ein 6,3 mm Kopfhörerausgang, ein optischer Ein- und Ausgang für Acht-Kanal ADAT I/O, Vier-Kanal SMUX oder Stereo-TOSLINK sowie Anschlüsse für Stereo-S/PDIF.

Stromversorgung
Die Stromzufuhr erfolgt ausschließlich über ein externes Netzteil, das im Lieferumfang enthalten ist. Tipp am Rande: Der Einschaltvorgang – gewöhnlich lässt sich durch einfaches Umstecken einer Brücke im Geräteinnern umgehen, sodass sich das Interface bei vorhandener Stromzufuhr automatisch einschaltet – praktisch, wenn es bei Live-Anwendungen möglichst schnell gehen muss.

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