Gut aufgelöst

Korg macht neuerdings auch in hochauflösende Aufnahmeverfahren und bringt mit dem MR-2000S einen weiteren 1-Bit-Recorder auf den Markt, der aufnahmetechnisch weit mehr auf dem Kasten hat, als den meisten Konkurrenten lieb ist. 

Von Michael Nötges 

„SACD“ ist tot, tönt es besonders aus Richtung derer, die im Online-Ausverkauf von MP3 & Co. die Zukunft des Musikbusiness sehen. Puristen schwören verbissen auf Highend-Aufnahmen im DSD-Format und lassen schnöde CDs gar nicht erst in ihren Player. Mancher Analog-Guru würde digitale Aufnahmeverfahren am liebsten gleich ganz verbieten und schiebt reaktionär die alte Bandmaschine – als letzten Akt vor der Scheidung – neben die Couchgarnitur ins Wohnzimmer. Aber worin liegt nun die Zukunft der Aufnahmeverfahren? Das ist schwer zu beantworten. Wahrscheinlich aber ist, dass komprimierte Audio-Formate aufgrund geringer Datenmengen im Online-Bereich und durch den technischen Fortschritt die linearen Pendants wie WAV- oder DSD-Formate zur Veröffentlichung auf Tonträgern – Stichwort Blue-Ray – herangezogen werden. Vorausgesetzt es gibt sie in Zukunft noch, die Tonträger, wie wir sie kennen. Wenn man überlegt, dass unser Testkandidat, der MR-2000S des japanischen Herstellers Korg, mit einer 80-Gigabyte-Festplatte ausgestattet ist, die rund 120 Stunden Musik im Red-Book-Standard (44,1 Kilohertz, 16 Bit) und gut 14 Stunden bei höchster DSD-Auflösung (5,6 Megahertz) fasst, liegt die Vermutung nahe, dass Regale voll Audio-CDs und Produktions-Backups irgendwann ausgedient haben und stattdessen Server mit riesigen Festplatten Einzug in den privaten und professionellen Musik-Bereich halten. 

In der Musikproduktion geben derzeit computergestützte DAWs den Ton an. Dennoch spielen Stand-alone-Recorder beispielsweise für mobile Aufnahme-Setups oder notorische Computermuffel eine entscheidende Rolle. Die Hauptargumente: Unabhängigkeit und Flexibilität. Diese gelten auch beim MR-2000S. Anders als bei vielen Master-Recordern – beispielsweise Fostex CR500 (Test in Ausgabe 10/2006, Tascam DV-RA1000HD (Test in Ausgabe 4/2007) oder HHB CDR-882 Dual Burn (Test in Ausgabe 1/2009) – setzt Korg ausschließlich auf eine integrierte Festplatte. Damit empfiehlt sich der MR-2000S in erster Linie zum DAW-unabhängigen Recorden von Stereosignalen. Dabei versteht er sich zum einen auf lineare PCM-Formate (Wav, BWF) und bietet, rein wie raus, Samplingfrequenzen von 44,1 bis 192 Kilohertz und Wortbreiten von 16 und 24 Bit. Sowohl DVD-Audio als auch CD-A sind also auch kein Problem. Darüber hinaus bedient er dank der 1-Bit-Technologie (siehe Glossar-Eintrag unter www.professional-audio.de) und Abtastraten von 2,8224 und 5,6448 Megahertz auch die Anforderungen an SACD-Produktionen. Neben dem Direct Stream Digital Interchange File Format (DFF) beherrscht der MR-2000S das speziell für Sony Vaio-Computer entwickelte DSD Stream-File Format (DSF), sowie das vom One-Bit Audio Consor¬tium1 definierte Wideband Single-Bit Format (WSD). Neben der Möglichkeit den MR-2000S per USB-2.0-Schnittstelle an Mac oder PC anzuschließen und ihn damit auch als externen Datenspeicher zu verwenden, verwehrt sich der HD-Recorder auch nicht gegenüber MP3-Files. Allerdings kann er diese nur abspielen (32 bis 320 kbps; 44,1 und 48 Kilohertz), nicht aber direkt komprimiert aufnehmen. 
Der digitale Kern des rund 2.000 Euro-Recorders sitz sicher geschützt in einem solide verarbeiteten Aluminiumgehäuse. Die silberne Front mit schwarzem Acryl-Anzeigenfeld wirkt edel und der gerastete Endlos-Drehregler, sowie der Kopfhörer-Pegelsteller machen einen mehr als guten Eindruck. Grund: Das Lautstärke-Poti läuft angenehm zäh, die feinen Rasterungen sind sehr exakt, was in beiden Fällen zu präzisen Einstellungen und sicherem Zugriff führt. Die obligatorischen Transport-Taster (Play, Start, Stop. Rec, Fast-forward und Rewind) sind fingerspitzengroß und verfügen über einen exakten Druckpunkt, so dass alle Befehle sicher ausgeführt werden. Play- und Rec-Taste sind zusätzlich mit je einer kleinen LED versehen, die auch im Dunkeln Auskunft über den Betriebsstatus geben. 
Die Navigation mit Hilfe des Auswahlreglers in Kombination mit einem Enter- beziehungsweise Exit-Taster ist grundsätzlich gut gelöst. Allerdings sind insgesamt die Taster etwas klein geraten, da alle Bedienelemente auf einer Höheneinheit Platz finden müssen. Bei der Aufnahmevorbereitung und Parameter-Justierung ist die Bedienung daher auf Dauer etwas fummelig. Das relativ kleine Display (53 x 24 Millimeter), was zudem, aus flachem Winkel betrachtet, zunehmend schlechter lesbar ist, macht die Sache da nicht unbedingt einfacher. Allerdings ist das bei fast allen Displays dieser Art und Größe der Fall – Ausnahme: OLED-Display des Marantz PMD620 (Test in Ausgabe 8/2008). Dafür ist der MR-2000S schick, schmal und mit 2,8 Kilogramm verhältnismäßig leicht. Trotzdem sollte bei der Installation im Live- oder Studio-Rack darauf geachtet werden, dass der MR-2000S nicht das unterste Gerät ist, sondern sich im Idealfall ungefähr auf Augenhöhe befindet. Optimieren lässt sich die Lesbarkeit dann durch die LCD-Kontrasteinstellung. Erfreulich sind die beiden präzisen 23-Segment LED-Ketten mit zusätzlicher Peak-Anzeige für den rechten und linken Kanal. Die Peak-Hold-Zeit lässt sich praktischer Weise genauso variieren, wie die Dauer der Metering-Anzeige der Pegel-Spitzen (0; 0,5; 1; 2; 3; 4; 10 Sekunden; ∞), um den MR-2000S den individuellen Gewohnheiten und Aufnahmesituationen anzupassen. Zwischen den beiden LED-Ketten stehen die Pegel-Angaben von -54 bis +3 Dezibel. Damit ist man sowohl beim Aufnehmen als auch Abspielen von Tracks über den jeweiligen Pegel im Bilde. Fünf der weißen dB-Angaben sind rot hinterleuchtet. Grund: Der analoge Bezugspegel ist kalibrierbar und zwar in Zwei-Dezibel-Schritten zwischen -20 und -12 dB. Links neben dem Display sind acht Status-LEDs zur Anzeige der ausgewählten Samplingfrequenzen. Um beim Aufnehmen oder Abspielen unmittelbar zwischen DSD- und WAV-Formaten unterscheiden zu können, leuchten die LEDs bei 5,6 und 2,8 Megahertz blau, ab 192 bis 44,1 Kilohertz orange. Drei weiter LEDs informieren über die ausgewählte Synchronisations-Quelle (Internal, S/PDIF oder Wordclock).
Richtig, der MR-2000S verfügt über einen Wordclock Ein- und Ausgang, um den Recorder stabil in digitale Geräteketten zu integrieren und außerdem über je einen S/PDIF Ein- und Ausgang in Form zweier Cinch-Buchsen. Außerdem mit von der Partie und ebenso auf der Rückseite des Geräts zu finden sind natürlich die beiden symmetrischen Analog-Ein- und Ausgänge (XLR), sowie je zwei unsymmetrische Cinch-Buchsen als Consumerpegel-freundliche Alternative. Der regelbare Kopfhörereingang zum Monitoring der Aufnahmen und Abhören der Takes befindet sich, wie es nicht anders zu erwarten war, natürlich praxisgerecht auf der Vorderseite des MR-2000S. 
In den Menüs des MR-2000S lassen sich wichtige Voreinstellungen wie das Aufnahme-Format, der Eingangspegel, die Eingangs- (XLR, Cinch, S/PDIF) oder die Synchronisationsquelle aber auch allgemein Einstellungen, wie der Projektname, Zeit und Datum, Display-Kontrast oder der analoge Bezugspegel einstellen. Ein wichtiges Zusatzfeature ist das DSD-Filter. Dieses schützt beim Abspielen von DSD-Formaten vor unliebsamen Störgeräuschen oberhalb von 50 Kilohertz, die auftreten können, wenn Geräte angeschlossen sind, die nicht für die Verarbeitung breitbandiger Signale ausgelegt sind. Neben den Standard-Funktionen, wie Festplatten-Formatierung, Factory Reset oder Software-Update – die aktuelle Firmware 1.0.1 ermöglicht das Kaskadieren mehrerer MR-2000S für Surround-Aufnahmen – bietet der Recorder zwei Mark-Modi: Wird während der Aufnahme die Record-Taste gedrückt, setzt der MR-2000S entweder einen Marker (New Marker), der zum schnellen Auffinden von Stellen in einem Take dann später angesprungen werden kann, oder aber teilt (Devide) den Track bei fortlaufender Aufnahmen an genau dieser Stelle.  

Die unterschiedlichen Play-Modi (Single, All, Shuffle All) beziehen sich entweder auf das ausgewählte Projekt oder die erstellte Playlist. Dabei kann jeweils die Repeat- oder Auto Pause-Funktion aktiviert werden. Will heißen: Steht der MR-2000S auf All und Repeat laufen die Tracks eines ausgewählten Projektordners nacheinander ab und werden dann von Anfang an wiederholt. Ist Auto Pause aktiv, stoppt der Recorder das Abspielen nach jedem Track und pausiert solange, bis die Wiedergabe-Taste gedrückt wird. Abgelegt werden alle Files in der sogenannten Library. Dort gibt es drei Ordner: MR_Project, Audio und Play List. Im ersten befinden sich die Aufnahme-Projekte, die nach Datum in Ordnern sortiert sind. Im Audio-Ordner können externe Tracks abgelegt werden – beispielsweise auch das eigene MP3-Archiv. Die Playlist ist eine Zusammenstellung von Tracks aus den anderen beiden Ordnern, um beispielsweise für einen Kunden bereits aufgenommene Projekte oder Beispiel-Tracks zusammenzustellen. Jeder Track auf dem MR-2000S lässt sich der Playlist zuweisen. Außerdem ist die Reihenfolge im Nachhinein problemlos änderbar. 
Um in das Edit-Menü zu gelangen, muss man die Enter-Taste für zwei Sekunden drücken. Möglich ist dann das Umbenennen des ausgewählten Tracks – was auf dem kleinen Display allerdings keine große Freude macht und mit Drehregler und Enter-Taste einige Zeit in Anspruch nimmt –, das Löschen, das Hinzufügen zur Playlist und das Schützen der Datei, so dass diese nicht versehendlich gelöscht werden kann. Außerdem gibt es eine Track-Übersicht, in der Format, Dateigröße, Künstler, Datum und Titel des Tracks eingetragen sind. Die Marker-Liste stellt außerdem alle eingefügten Markierungspunkte mit genauer Positionsangabe zusammen. 
Trotz aller Einschränkungen ist es gut, dass es die rudimentären Edit-Möglichkeiten gibt, denn manchmal muss bei mobilen Aufnahmen schnell reagiert werden, um beispielsweise die Tracks eindeutig zu benennen, einzelne Takes oder überflüssige Marker zu löschen. Komfortabler geht dies allerdings mit der mitgelieferten AudioGate-Software, die im Handumdrehen auf Mac oder PC installiert ist. Wenn der MR-2000S dann per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden und der USB-Mode (Hauptmenü) aktiviert ist, können die einzelnen Takes in die Software geladen und editiert werden – mit der Computertastatur schreibt es sich doch viel leichter. AudioGate bietet außerdem eine Handvoll an Bearbeitungsmöglichkeiten wie Fade-Ins und -Outs (linear oder algorithmisch von 0 bis 10 Sekunden), das Anpassen der Lautstärke (±24 dB), eine Balance-Funktion zur Austarierung des Stereo-Signals und einen DC-Cut, der es ermöglicht, einen sogenannten DC-Offset zu eliminieren, der den Headroom verringern und möglicherweise die Klangqualität negativ beeinflussen kann. In erster Linie ist AudioGate aber ein Konvertierungs-Tool, das jeden Track in alle vom 
MR-2000S angebotenen WAV- und BWF-Formate umsetzt. Möglich ist auch eine Batch-Konvertierung aller in die Software geladenen Songs sowie die Ausgabe als Mono/Dual-Mono- oder Stereo I¬nterleaved-File. Außerdem bieten sich neben den Samplingfrequenzen von 44,1 bis 192 Kilohertz auch Wortbreiten von 16, 24 und 32 Bit (float) an. Desweiteren bietet AudioGate die Möglichkeit Tracks gleichen Formats mit der Combine-Funktion aneinander zu kleben oder zwei Mono-Aufnahmen zu einem File (Ch Link) zu verlinken. Sollen aus einem Live-Mitschnitt die einzelnen Songs extrahiert werden, hilft der Devide-Button die Aufnahme zu zerschneiden. Einfach die richtige Position anfahren, Button klicken und fertig ist die Track-Teilung. Sind Marker gesetzt erscheinen diese als Fähnchen auf der Track-Timeline. Natürlich können die Markierungspunkte gelöscht oder neue hinzugefügt werden. Per Doppelklick lassen sie sich anspringen und in einem separaten Pop-Up-Menü findet sich die Liste aller Marker mit genauer Zeitangabe. Der Info-Kartenreiter der Software ermöglicht es noch, dem Song Informationen wie Titel, Artist, Genre, Location, Recording Date und Recording-Time zur eindeutigen Identifizierung zuzuweisen. 
Für die Praxis scheint der MR-2000S zusammen mit der AudioGate-Software gut gerüstet zu sein aber wir fühlen dem Recorder natürlich auch messtechnisch auf den Zahn. Die Werte der Frequenzgänge, mit unterschiedlichen Samplingraten gemessen, belegen Linearität und Breitbandigkeit bis weit über die 20 Kilohertz hinaus (siehe Kurven). Aufgrund der sehr guten Geräusch- und  Fremdspannungsabstände (91,5 und 82,8) sind Rauschen oder unliebsame Störgeräusche nicht zu erwarten. Das FFT-Spektrum dokumentiert: Der Noisefloor liegt weit unterhalb von -100 Dezibel – hörbare Einstreuungen sind Fehlanzeige. Dem entsprechend liegen die THD+N-Werte bei überzeugenden 0,004 Prozent. Zum Vergleich: Der Tascam  DV-RA1000HD klirrt mit 0,003 der Fostex CR500 mit 0,015 Prozent. Die Gleichtaktunterdrückung von rund 58 Dezibel könnte ein Tick besser sein, allerdings waren im Test keine hörbaren Einstreuungen auszumachen. Probleme gibt es, wenn überhaupt, bei sehr langen Kabelstrecken. Relevante Abweichungen der A/D-Wandlerlineari¬-
tät sind erst unterhalb von -115 Dezibel zu verzeichnen, was gute Ergebnisse auch im Kleinsignalbereich verspricht. Damit kommt der MR-2000S zwar nicht ganz an Spitzenwandler á la Lynx Aurora 8 oder Lavry Black Series DA 10 (Tests in Ausgabe 11/2006), Apogee Rosetta 200, DAD AX24 (Test in Ausgabe 7/2006) oder Prism Sound ADA-8XR (Test in Ausgabe 10/2007) heran, liegt aber auf Augen¬höhe mit den sehr guten Werten des ¬Tascam DV-RA1000 HD. 

Im Hör- und Praxistest von Professional audio Magazin macht der MR-2000S eine sehr gute Figur. Hat man sich einmal an das Handling gewöhnt, gehen die Aufnahmen auch locker von der Hand und schnell sind mehrere Stereo-Gitarren- und eine Sprachaufnahme in unterschiedlichen Formaten und mit allen möglichen Samplingfrequenzen angefertigt. Als Preamp dient uns der F355 von Lake People (Test in Ausgabe 8/2006) und wir verwenden zwei M930 von Microtech Gefell. Zum Vergleich bannen wir je eine Gitarren- und Sprachaufnahme mit 96 Kilohertz und 24 Bit auf den CR500 von Fostex und per Lynx Aurora 8 auf die Festplatte unseres Studio-PCs.
Zunächst zeigt sich die sehr gute Qualität der Aufnahmen schon bei 44,1 Kilohertz und 16 Bit. Wie es bei solchen Messwerten zu erwarten war, klingt die Aufnahme glasklar und absolut transparent. Verfärbungen gibt es genauso wenig wie unliebsame Einstreuungen oder Störgeräusche. Klangliche Details, wie Anschlags- oder Atemgeräusche kommen fein aufgelöst und sehr präzise. Das Timbre der aufgenommenen Stimme ist unverfälscht und insgesamt kommt die Sprache sehr direkt und natürlich. Jetzt gehen wir Schritt für Schritt die Aufnahmen durch, so dass sich die Samplingfrequenz und die Wortbreite sukzessive erhöhen. Bis hinauf zu 192 Kilohertz fällt auf, dass sich die Räumlichkeit und Plastizität der Aufnahme minimal, aber doch deutlich hörbar verbessert. Besonders bei höchster Auflösung im Wav-Format zeigen sich die Aufnahmen frischer und besonders in den Höhen scheint eine unsichtbare Deckelung zu verschwinden, die bei 44,1 Kilohertz und 16 Bit die Aufnahmen ein wenig matter und zweidimensionaler erscheinen lässt. Im Vergleich mit dem CR500 erweist sich der MR-2000S als präzise Geheimwaffe, deren Auflösung ein Quäntchen mehr aus den Aufnahmen macht. Dabei geht es um Nuancen in Bezug auf Auflösung durch die der MR-2000S insgesamt etwas edler und knackiger wirkt als der deutlich günstigere CR500. 

Jetzt wollen wir aber auch wissen, ob es der MR-2000S mit dem Aurora 8 aufnehmen kann. Aber mit dem Spezialisten von Lynx findet der HD-Recorder seinen Meister. Obwohl wir bei den Recorder-Aufnahmen bereits dachten, dies sei klanglich schwer zu toppen, belehrt uns der Spitzenwandler eines Besseren. Obwohl sich die Aufnahmen aufgrund des Formates nicht unterscheiden (96 Kilohertz und 24 Bit) wirkt der MR-2000S im direkten Vergleich geringfügig belegter und der Sound insgesamt eine Nuance matter. Dem hellen Britzeln des Gitarrenanschlags fehlt es ein wenig an Spritzigkeit und die Plastizität ist minimal undeutlicher. Verstehen wir uns nicht falsch, der MR-2000S macht einen ausgezeichneten Job. Außerdem bleibt zu bedenken, dass seine Funktionalität weit über die des spezialisierten Wandlers hinausgeht und dafür schlägt sich der MR-2000S sehr gut und DSD-Aufnahmen, also SACD-Produktionen sind mit dem Aurora 8 nicht möglich.
Apropops DSD: Natürlich testen wir auch die unterschiedlichen hochauflösenden Formate (DFF, DSF, WSD) mit 2,8 und 5,6 Megahertz Auflösung. Im direkten Vergleich zu den Wav- beziehungsweise BWF-Formaten des MR-2000S ist eine sehr feine aber nach mehrmaligem Hin- und Herschalten deutliche klangliche Verbesserung festzustellen. Es sind nur Nuancen, aber geraden in den Höhen ist mehr Platz nach oben festzustellen und insgesamt wirken die Aufnahmen noch einmal feiner und präziser. Besonders ohrenfällig wird dies beim Raumanteil der Sprach- und Gitarrenaufnahmen. Dieser setzt sich fast unmerklich aber dennoch gekonnt in Szene und verbessert insgesamt den natürlichen Klangeindruck. Die Unterschiede zu den Aufnahmen mit 96 Kilohertz und 24 Bit sind allerdings nicht sehr groß und es kostet uns eine gehörige Portion Geduld, diese feinsten Nuancen herauszuhören. Zum Schluss vergleichen wir noch die 1-Bit-Aufnahmen mit den Aufnahmen über den Lynx (96 Kilohertz, 24 Bit). Die Klasse des Lynx wird sofort klar, denn auch hier ist er aufgrund seiner extrem feinen und präzisen Auflösung mit der 1-Bit-Technologie nicht zu schlagen. Für den Klang scheint es auf weit mehr anzukommen als nur das Wandlungsverfahren. Dennoch liefern die Wandler des MR-2000S qualitativ hochwertige Ergebnisse, die sich für einen ausgewiesenen HD-Recorder sehen lassen können. 

Fazit

Der MR-2000S zeichnet sich als autarker HD-Recorder aus, der nicht nur optisch im Studio- und Live-Rack eine gute Figur macht, sondern auch mit fein aufgelösten und glasklaren Aufnahmen punkten kann. Mit seiner integrierten 80-Gigabyte-Festplatte bietet er genügend Speicherkapazität, um auch den hochauflösenden 1-Bit-Aufnahmeverfahren gerecht zu werden. Unterm Strich ist der MR-2000S ein profes¬sionelles Aufnahmegerät, dessen Preis von rund 2.000 Euro absolut gerechtfertigt ist.

Erschienen in Ausgabe 03/2009

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 1999 €
Bewertung: gut – sehr gut
Preis/Leistung: gut

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