Ohrenschmaus

Gute Kopfhörer erfreuen sich seit Jahren immer größerer Beliebtheit, allerdings steigen auch die Ansprüche permanent, und das beflügelt die einschlägigen, wie auch neue Hersteller zu Höchstleistungen. Professional audio hat in einem aufwändigen Hörtest 16 aktuelle Kopfhörer-Modelle, darunter auch zwei mit magnetostatischem Antrieb ausgiebig getestet – und so manche Überraschung erlebt.

Von Hans-Günther Beer und Sylvie Frei

Die Ansprüche an einen Kopfhörer abhängig vom Einsatzzweck und vom Anspruch können unterschiedlicher nicht sein – das ständig wachsende Angebot an unterschiedlichen Modellen spiegelt das wieder. Ganz gleich, ob für das Monitoring bei Live-Aufnahmen geschlossene, analytisch klingende Kopfhörer oder fürs Mastering und audiophile Musikhören offene Hörer mit akribischem Auflösungsvermögen und guter räumlichen Darstellung gefragt sind – das Angebot erfüllt jeden Wunsch. Die Industrie bedient darüber hinaus auch die unterschiedlichsten Qualitätsansprüche an Klang, Ausstattung, Verarbeitung sowie Tragekomfort. Um einen zwar nicht allumfassenden aber repräsentativen Überblick über das derzeitige Angebot interessanter Kopfhörermodelle zu bieten, hat Professional audio 16 Kopfhörer zwischen 70 und 1.800 Euro (unverbindliche Richtpreise der Hersteller) ausführlich getestet. Mit dabei sind Modelle der Hersteller Akai Professional, AKG, Audeze, Beyerdynamic, Denon, Fostex, Grado, KRK, Sennheiser und Shure, darunter Kopfhörer in offener, geschlossener sowie halboffener Bauweise. 14 Kopfhörer arbeiten nach dem elektrodynamischen Prinzip, zwei sind Magnetostaten.
Unser großer Vergleichstest basiert vor allem auf einem ausführlichen Hörtest, untermauert mit einem Messtest, der die Frequenzgänge sämtlicher Testkandidaten mit Hilfe eines Kunstkopfs ermittelt hat.

Geschlossen, offen, halboffen
Ob es Sinn macht, sich eher ein geschlossenes oder ein offenes Kopfhörer-Modell anzuschaffen, hängt stark vom gewünschten Einsatzbereich ab. Beim geschlossenen Kopfhörer werden die Ohren von der Außenwelt akustisch weitgehend isoliert. Bei solchen Kopfhörern arbeiten die Membranen der beiden elektrodynamisch, also per Schwingspule angetriebenen Systeme quasi mit einem geschlossenen Luftvolumen, was besondere Maßnahmen bei der Konstruktion zur Folge hat.

Wer beispielsweise Live-Konzerte mischt oder einen Monitor-Mix beim Spielen eines akustischen Instruments abhört, braucht einen geschlossenen Kopfhörer. Bei diesem Einsatz verhindert das geschlossene Kopfhörer-Modell auch ein Übersprechen vom Kopfhörer auf das Mikrofon und damit alle negativen Effekte. Prinzipielle Nachteile hat das geschlossene System hingegen zuweilen in Sachen Tragekomfort – da die Kopfhörer für eine optimale Schallisolierung eng anliegen müssen, kann es sein, dass die Modelle drücken oder bei längerem Hören Hitzestau erzeugen. Aber dies hängt auch vom Können der Entwickler ab.
Beim offenen Kopfhörer bleiben die Ohren akustische mit der Außenwelt verbunden. Will heißen, die Abdeckungen der Ohrmuscheln sind durchlässig gestaltet, etwa durch Perforierung, Schlitze und/oder schalldurchlässige Materialien. Die Kopfhörermembran gibt den Schall sowohl in Richtung des Ohres als auch nach außen hin ab. Das hat grundsätzlich Vorteile für Transparenz und Räumlichkeit des Klangs, ist allerdings auch hier wieder von der technischen Ausführung abhängig. Positiv ist auch, dass ein Wärmeaustausch zwischen Ohr und Umgebung bestehen bleibt, was dem Hitzestau oder Schwitzen beim Hören entgegenwirkt. Nachteilig bei der offenen Bauart: Es kann sowohl Schall aus dem Kopfhörer nach außen dringen, als auch umgekehrt externe Schallereignisse beim Hören stören. Gerade für lange Mix- oder Mastering-Sessions oder das Hören von Musik in ruhiger Umgebung ist ein offenes Modell meist die beste Wahl.

Beim einzigen halboffenen Kopfhörer des Testfeldes, dem AKG K99 Perception, kombinierte der Hersteller beide Prinzipien. Akustisch verhält sich der K99 Perception eher wie ein geschlossener Kopfhörer, allerdings ähnelt der Wärmeaustausch eher dem eines offenen Systems.

Unabhängig von diesen Prinzipen hat die Gestaltung der Ohrmuscheln, also ob ohrumschließend oder ohraufliegend, erhebliche Auswirkung – vor allem auf den Tragekomfort. Da die Ohrmuscheln aller 16 Testkandidaten das Ohr umschließen, sind hier schon mal ideale Vorrausetzungen für hohen Langzeit-Hörspaß gegeben.

Die Testergebnisse in alphabetischer Reihenfolge

Akai Professional MPC Headphones (180,-)
Der MPC von Akai ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Er besitzt vergleichsweise große 50 mm-Neodym-Treiber, die eine gute Basswiedergabe begünstigen. Der stylisch gestaltete, robuste Kopfhörer besitzt eine stabile Gabel, sowie Gelenke aus Aluminium und Stahl und ist so bestens für den ruppigen Studio- und Live-Alltag gerüstet. Seine weichen Kopf- und Ohrpolster bestehen aus pflegeleichtem Kunstleder. Die Ohrmuscheln des MPC sind um 180 Grad schwenkbar und damit perfekt für das Einohr-Monitoring geeignet. Mit einem Gewicht von 390 Gramm zählt der Kopfhörer zu den eher schwereren Modellen. Sein Kabel ist einseitig geführt und austauschbar – zum Lieferumfang gehören zwei Kabel, ein gerades und ein Spiralkabel. Das gerade Kabel ist außerdem mit einem integrierten Mikrofon ausgestattet. So steht auch dem Headset-Einsatz des MPC nichts im Wege.

Tragekomfort:
Trotz eines Gewichts von rund 400 Gramm wird der MPC von allen Testern einstimmig als bequem beurteilt, da drückt und zwickt nichts.

Klangeindruck:
Der MPC gefällt durch seine klar definierte räumliche Darstellung. Kurze Impulse gibt er sauber wieder, er löst auch komplexe Klangstrukturen fein auf. Das Klangbild wirkt insgesamt ausgewogenen, sämtliche Musikgattungen klingen über den MPC realistisch und recht natürlich. Gefallen konnte der Kopfhörer insbesondere bei Stimmen Sein Grundklang lässt sich als vergleichsweise detailliert und analytisch, dabei recht ausgewogen und angenehm bezeichnen. Allerdings wirkt er zuweilen bei sehr dichtem Klanggeschehen etwas kompakt, dann leidet sein Differenzierungsvermögen etwas. Alles in Allem ist der Akai Professional MPC ein Kopfhörer mit einem sehr guten bis überragenden Preis-Leistungsverhältnis und damit der Budget-Sieger im Testfeld.

AKG K267 Tiesto (349,-)
Der AKG K267 Tiesto ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Er wurde vom österreichischen Hersteller AKG in Zusammenarbeit mit DJ und Musikproduzent Tiesto im Rahmen einer ganzen Serie entwickelt, die nach dem Künstler benannt wurde. Anders als die anderen Modelle dieser Serie, ist der Treiber der K267 Tiesto mit einem 50 mm-Treiber, anstatt mit den ansonsten verwendeten 40 mm-Treibern ausgestattet. Dies soll für eine tiefere Eigenresonanz und einen höheren Pegel der tiefen Bässe sorgen. Besonderheit: Der Bass des K267 Tiesto lässt sich in drei Stufen (Studio, Stage, Club) mechanisch mit Hilfe zweier Drehregler an den Ohrmuscheln umschalten. Die Beeinflussung erfolgt über akustische Elemente. Die Bassanhebungen in den Stellungen „Stage“ und „Club“ erfolgt laut Hersteller unterhalb 150 Hertz, wobei die Stage-Position eine moderate, die Club-Position eine deutlichere Bassanhebung verursacht. Der Kopfhörer ist dank seiner eloxierten Aluminium-Gelenke stabil und robust. Die weichen Kopf- und Ohrpolster sind aus pflegeleichtem Kunstleder gefertigt. Mit einem Gewicht von 330 Gramm ist der K267 Tiesto durchschnittlich schwer. Sein Kabel ist einseitig geführt, austauschbar und lässt sich praxisgerecht wahlweise an die linke oder die recht Ohrmuschel anstecken. Es befinden sich zwei Kabel im Lieferumfang, ein gerades und ein Spiralkabel.

Tragekomfort:
Der K267 Tiesto wurde von den meisten Testern als sehr bequem, von einem Tester immerhin noch als bequem eingestuft.

Klangbeurteilung:
Der K267 klingt insgesamt recht ausgewogen, neigt aber dazu, die oberen Mitten etwas zu betonen, was beim Kontrollhören im DJ-Einsatz von Vorteil sein kann. Allerdings ist dieser Effekt nicht zu sehr ausgeprägt. Insgesamt klingt der K267 plastisch und besitzt ein gutes Impulsverhalten und löst fein auf. Die Bassanpassung in drei Stufen arbeitet hervorragend, sodass sich der Basspegel komfortabel anpassen lässt. Der Kopfhörer produziert entweder einen zurückhaltend-transparenten (Studio), einen etwas dominant-kräftigeren (Stage) oder einen vollen, wuchtigen Bass (Club). Der Grundklang lässt sich als kraftvoll, voluminös und vordergründig beschreiben. Das Besondere dabei ist, dass der K267 in allen drei Einstellungen nie zum Dröhnen neigt, außerdem bleibt das Impulsverhalten im Bassbereich stets präzise und kontrolliert – eine stolze Leistung.

AKG K701 (299,-)
Der AKG K701 ist ein ausgesprochen gefällig gestalteter dynamischer Kopfhörer in offener, ohrumschließender Bauweise und mit der von AKG entwickelten Flachspulentechnologie ausgestattet. Dabei handelt es sich um sehr kompakte Spulen mit geringem Gewicht, was der Impulstreue des Schwingsystems zu Gute kommen soll. Außerdem werden Zwei-Schicht-Membranen in sogenannter Varimotion-Technologie eingesetzt. Die Membran ist in diesem Fall in der Mitte etwas dicker als am Rand. Dadurch schwingt sie streng kolbenförmig und wirkt so ungewünschten Partialschwingungen entgegen, was sich günstig auf Räumlichkeit und Transparenz auswirken soll. Die dünnere Randzone der Membran ist sehr flexibel und sorgt bei Bedarf für vergleichsweise große Membranhübe, was für druckvolle Bässe sorgen soll. Die Verarbeitung ist tipp top, die Gestaltung der weißen Ohrmuscheln in Verbindung mit den filigranen Drahtbügel und dem gepolsterte Lederbügelband, das sich automatisch an den Kopf des Hörers anpasst, ausgesprochen elegant. Die Ohrpolster sind aus weichem, anschmiegsamem Stoff gefertigt. Der AKG701 ist mit 235 Gramm eher ein Leichtgewicht. Sein Kabel ist einseitig geführt, allerdings fest mit dem Kopfhörer verbunden.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Testern mit sehr bequem bis bequem beurteilt.

Klangeindruck:
Der AKG K701 klingt insgesamt sehr gut, mit ausgesprochen feinen Mitten und Höhen und zuweilen etwas zurückhaltenden Bässen, die allerdings immer sehr sauber und besonders klar und differenziert kommen. Das Impulsverhalten ist sowohl in den Bässen, als auch in den Mitten immer präzise, der Hörer konnte dank seines guten Auflösevermögens und der klaren Kanaltrennung und seinem insgesamt ausgewogenen Klangbild bei allen Testern punkten. Bei sehr dichtem Musikmaterial behält der K701 fast immer souverän die Übersicht, bei sehr hohen Lautstärken allerdings wirkt der Gesamtklang minimal weniger klar und durchsichtig, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Andere Kopfhörer haben da schon längst dicht gemacht. Insbesondere gefällt auch die natürliche Wiedergabe von Gesangsstimmen. Dank seiner Ausgewogenheit erhält der K701 als einer von zwei Testkandidaten die Auszeichnung Testsieger Oberklasse.

AKG K812 (1.799,-)
Der AKG K812, seit seinem Test in der Ausgabe 6/2014 von Professional audio Referenzhörer der Redaktion, musste sich in diesem Test starker Konkurrenz stellen. Er gehört zur Gattung der dynamischen Kopfhörer in offener, ohrumschließender Bauweise. Das AKG-Flaggschiff ist mit besonders starken Neodym-Magneten ausgestattet, die eine neuartige Schwingspule aus kupferbeschichtetem Aluminium antreibt, die sich durch Leichtigkeit und hohe Leitfähigkeit auszeichnet. Die besonders großen 53 mm-Membranen sorgen eine außergewöhnlich gute Basswiedergabe. Der K812 hat einen extrem weitreichenden Frequenzgang, dessen obere Grenze weit über 20.000 Hertz reicht. Die Verarbeitung ist exzellent und wertig. Der Bügel besitzt genau die richtige Elastizität, um die Ohrmuscheln fest genug an den Kopf zu drücken, ohne das dies bei langen Hörsitzungen lästig wird. Das luftdurchlässige Lederkopfband schmiegt sich hervorragend an. Der Kopfhörer besitzt besonders ergonomisch geformte Lederohrpolster, das große Innenvolumen der Muscheln sorgt dafür, dass selbst große Ohren darin Platz finden – toll gemacht. Mit einem Gewicht von 400 Gramm ist der AKG812 eher schwer. Sein Kabel ist einseitig geführt und abnehmbar.

Tragekomfort:
Der AKG K812 wurde von allen Testern als äußerst bequem eingestuft.

Klang:
Der AKG K812 klingt exzellent. Impulsverhalten, räumliche Darstellung sowie Auflösungsvermögen liegen auf höchstem Niveau. Das Klangbild ist ausgesprochen ausgewogen und selbstverständlich. Es gibt keine Musikart, mit der dieser Kopfhörer nicht zurechtkommt. Selbst der zarteste Anriss einer Gitarrensaite kommt plastisch und differenziert. Heftige Bassimpulse bleiben trocken und klar. Bei lauter Musik oder sehr dichten Klangstrukturen behält der K812 immer die Übersicht, klingt nie lästig. Die räumliche Abbildung des Musikgeschehens ist für einen Kopfhörer erstaunlich dreidimensional. Einzelne Signalanteile werden extrem detailliert und filigran dargestellt und lassen es zu, das Hörmaterial akribisch zu analysieren. Der Grundklang lässt sich als klar, präzise, analytisch, ausgewogen, akribisch, fein aufgelöst, samtig, weich, voll und natürlich beschreiben. Der AKG K821 bleibt dank seiner exzellenten Qualitäten der Referenzkopfhörer der Redaktion und erhält als eines von zwei Modellen im Testfeld die Auszeichnung Testsieger Spitzenklasse.

AKG K99 Perception (69,-)
Der AKG K99 Perception ist ein dynamischer Kopfhörer in halboffene Bauweise. Die halboffene Konstruktion erzeugt in diesem Fall weniger Anpressdruck bei etwas besserer akustischer Abschirmung als bei einem offenen Modell. Der K99 ist mit einem 40 mm-Treiber ausgestattet, ist komplett aus Kunststoff gefertigt, mit pflegeleichten Kunstleder-Ohrpolstern ausgestattet und besitzt ein sich selbstjustierendes Kunstlederbügelband, das sich dem Kopf des Hörers anpasst. Mit nur 210 Gramm ist der K99 ein echtes Leichtgewicht. Sein Kabel ist einseitig geführt und fest mit dem Kopfhörer verbunden.

Tragekomfort:
Der Kopfhörer wurde von einzelnen Hörern als sehr bequem, von anderen als nur durchschnittlich bequem eingestuft. Der Tragekomfort ist also sehr kopfabhängig.

Klangbeurteilung:
Der K99 klingt für seinen Preis ausgesprochen gut und zeigt keine besondere Schwächen, allerdings auch keine herausragenden Stärken. Insgesamt kann mit einer guten räumlichen Darstellung, einem guten Impulsverhalten, einer durchschnittlicher Auflösung, durchschnittlicher Kanaltrennung überzeugen. Das Klangbild ist insgesamt recht ausgewogen, allerdings erscheinen die oberen Mitten etwas überrepräsentiert. Der Grundklang lässt sich als präsent, klar, offen, etwas komprimiert und wenig plastisch beschreiben.

Audeze LCD-X (1.999,-)
Schon der erste Kontakt mit dem Audeze LCD-X hinterlässt den Eindruck von außergewöhnlich guter Verarbeitung und hoher Wertigkeit. Der insgesamt sehr imposant wirkende LCD-X ist ein echter Magnetostat in offener, ohrumschließender Bauweise. Er ist mit der sogenannten Fazor-Technologie von Audeze ausgestattet. Fazors sind spezielle akustische Elemente, die an beiden Seiten der Magnetstruktur positioniert werden und das Schwingverhalten der Membran optimieren. Das Ziel ist ein verbesserter Phasenverlauf, größerer Frequenzbereich und gleichmäßigerer Frequenzgang. Bei der gesamten Ausstattung hat der Hersteller aus dem Vollen gegriffen – was sich auch im Preis ausdrückt. Die Ohrmuscheln der Kopfhörer bestehen aus poliertem, eloxiertem Aluminium. Die Ohrpolster sind wahlweise aus schwarzem Lammleder oder Alcantara bieten also Luxus pur. Mit einem Gewicht von stolzen 628 Gramm gehört der Magnetostat LCD-X zu den besonders schweren Exemplaren. Das hochwertige Kabel ist beidseitig geführt und abnehmbar.

Tragekomfort:
Trotz des überdurchschnittlich hohen Gewichts beurteilen die Tester den LCD-X als bequem bis sehr bequem.

Klangbeurteilung:
Der LCD-X kann es klanglich ohne weiteres mit der Referenz von AKG aufnehmen. Auffallend ist insbesondere die ungemein duftige und plastische Wiedergabe von feinen Impulsen, wie das typisch für gut gemachte elektrostatische oder magnetostatische Kopfhörer ist. Die Wiedergabe eines Cembalos beispielsweise ist ein musikalischer Hochgenuss. Die räumliche Wiedergabe ist exzellent, das Impulsverhalten, wie gesagt überragend – auch in den Bässen. Die feine Auflösung, die klare Kanaltrennung und das tendenziell sehr ausgewogenen Klangbild, wobei der AKG hier noch ein wenig neutraler wirkt, konnten bei allen Testern überzeugen. Die fein aufgelöste Darstellung filigranster Signalanteile ist die Spezialität des LCD-X und macht ihn zu einem echten Analysewerkzeug. Sein Grundklang lässt sich als extrem detailliert, präsent, voll, natürlich, angenehm und tendenziell vordergründig beschreiben. Bei sehr hohen Lautstärken bleibt der LCD-X sehr entspannt, kann aber hier nicht ganz das Niveau des K821 erreichen. Der Audeze LCD-X ist ein Kopfhörer für Genießer, die auch die besonders hochwertige Verarbeitung schätzen. Wir vergeben dem LCD-X gemeinsam mit dem AKG K812 unser höchstes Testurteil: Testsieger Spitzenklasse.

Beyerdynamic Custom One Pro Plus (179,-)
Der Beyerdynamic Custom One Pro Plus ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Wie auch der AKG K267 Tiesto besitzt er ein variables Bassreflexsystem, das sich mechanisch an den Ohrmuscheln in vier Stufen ganz nach Bedarf umschalten und den Bassreflexkanal schrittweise weiter öffnen lässt. Während die komplett geschlossene Stellung einen transparenten, eher zurückhaltenden Bass liefert, zeigen die drei offenen Stellungen eine mehr oder weniger deutliche Bassanhebung. Der Costum One Pro Plus besitzt einen flexiblen Metallbügel und eine stabile Metallgabel. Ohr- und Kopfpolster sind aus pflegeleichtem Kunstleder gefertigt. Mit 290 Gramm zählt der Kopfhörer zu den eher leichten Modellen. Sein Kabel ist einseitig geführt und abnehmbar. Es sind zwei Kabel im Lieferumfang enthalten, eines mit integriertem Mikrofon für den Headset-Einsatz.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Testern sehr unterschiedliche bewertet. Zwei halten den Costum Pro One Plus für sehr bequem, einer für weniger bequem. Der Tragekomfort ist demnach sehr kopfabhängig.

Klangbeurteilung:
Der Costum One Pro Plus kann mit sehr guter Räumlichkeit, sehr präzisem Impulsverhalten und feiner Auflösungen punkten. Das Klangbild ist tendenziell ausgewogenen. Die Bässe lassen sich von zurückhaltend-transparent bis dominant nach Gusto anpassen. Sie bleiben selbst in der offensten Stellung immer transparent und angenehm. Der Grundklang lässt sich als sehr konsistent, angenehm, impulsschnell und fein aufgelöst beschreiben. Der Costum One Pro Plus kann Raumhall deutlich und differenziert herausarbeiten. Seine Ausgewogenheit bringt dem Costum One Pro Plus gemeinsam mit dem AKG K701 den Testsieg in der Oberklasse ein. Wer einen sehr gut klingenden geschlossenen Kopfhörer sucht, hier hat er sein Ziel erreicht.

 

Beyerdynamic Custom Studio (199,-)
Der Beyerdynamic Custom Studio ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Wie auch der Custom One Pro Plus besitzt er ein variables, in vier Stufen mechanisch schaltbares Bassreflexsystem, mit dem man den Bass nach Bedarf anheben kann. Der Custom Studio besitzt robuste Federstahlbügel und Ohr- und Kopfpolster aus Velour. Mit 290 Gramm zählt er zu den eher leichten Kopfhörern. Sein Kabel ist einseitig geführt und abnehmbar, allerdings etwas kurz.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort des Custom Studio wurde von den meisten Testern mit bequem, von einem Tester mit sehr bequem beurteilt.

Klangbeurteilung:
Der Custom Studio kann mit einer guten Räumlichkeit, präzisem Impulsverhalten, feiner Auflösung und scharfer Kanaltrennung aufwarten. Das Klangbild ist tendenziell ausgewogen, wobei die oberen Mitten etwas zurückhaltend ausfallen, was zuweilen einzelne Instrumente minimal weiter entfernt klingen lässt, dennoch leidet die Plastizität der räumlichen Wiedergabe kaum. Das variable Bassreflexsystem überzeugt mit einem klaren, transparenten bis dominanten Bass, der aber in allen Stellungen fein und samtig bleibt. Der Grundklang lässt sich als transparent, angenehm, luftig, nicht allzu plastisch und etwas komprimiert beschreiben.

Denon AH-MM400 (429,-)
Der Denon AH-MM400 ist ein gut klingender dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Er wird von 40 mm-Treibern mit einer Membran aus Kohlefaser/Papier-Verbund und einem Neodym-Magneten angetrieben. Er besitzt einen stabilen Aluminium-Kopfbügel mit einem Kopfband, das mit speziellem Memory-Schaumstoff gepolstert ist und sich so gut an den Kopf anpasst. Die ungewöhnlichen Ohrmuscheln sind aus sehr dünnem und leichtem amerikanischem Walnussholz gefertigt, das Kopfband und die Ohrpolster sind aus Leder und die Aufhängung der Ohrmuscheln aus hochwertigem Aluminium. Der Denon AH-MM400 ist ein ausgesprochen elegant und edel wirkender Kopfhörer. Mit einem Gewicht von 310 Gramm ist er durchschnittlich schwer. Sein Kabel ist einseitig geführt und abnehmbar – allerdings sehr filigran und kurz – und besitzt eine 3-Tasten-Fernbedienung zur Steuerung von mobilen Abspielgeräten.

Tragekomfort:
Die Beurteilungen des Tragekomforts gehen stark auseinander und reichen von sehr bequem, über bequem bis hin zu weniger bequem. Damit ist der Tragekomfort des AH-MM400 als sehr kopfabhängig einzustufen.

Klangbeurteilung:
Der AH-MM400 klingt insgesamt gut und kann mit einer klar definierten Räumlichkeit, gutem bis sehr gutem Impulsverhalten, feiner Auflösung und ausgesprochen klarer Kanaltrennung punkten. Das Klangbild ist zwar tendenziell ausgewogen, die oberen Mitten erscheinen jedoch etwas überbetont, die unter Mitten etwas zurückhaltend. Dadurch klingen insbesondere helle Stimmen sehr nah und intim, Stimmen und Instrument mit eher dunklem Timbre wirken ein wenig zurückhaltend, ohne dass dies aber unangenehm auffällt. Die Unterschiede werden lediglich im direkten Vergleich zur Referenz offensichtlich.

Fostex TH-500RP (649,-)
Der Fostex TH-500RP ist der zweite magnetostatische Kopfhörer in diesem Test. Seine Bauweise ist offen und ohrumschließend. Der insgesamt sehr hochwertig wirkende und perfekt verarbeitete Kopfhörer besitzt spezielle phasenregulierte Membranen aus kupferbedampfter Polyamid-Folie. Seine Ohrmuscheln sind aus hochwertigem Aluminium und Magnesium beschaffen, die Ohr-Polster und Kopfband sind aus Leder gefertigt. Mit einem Gewicht von 380 Gramm gehört er zu den eher schweren Kopfhörern, ist aber für einen Magnetostaten vergleichsweise leicht. Sein Kabel ist beidseitig geführt und austauschbar.

Tragekomfort:
Die Tester haben den Tragekomfort des TH-500RP mit bequem bis sehr bequem beurteilt.

Klangbeurteilung:
Der TH-500RP macht im Hörtest eine außerordentlich gute Figur und erinnert in vielen Klangaspekten an den Audeze LCD-X. Auch der Fostex gibt feine Impulse sehr plastisch und differenziert wieder, sein Auflösungsvermögen ist exzellent, kann aber nicht ganz die Souveränität des Audeze erreichen – aber das ist sicherlich Jammern auf höchstem Niveau. Auch komplexe Klangstrukturen löst der Fostex fein auf und sorgt für hohe Transparenz. Der Klang ist insgesamt sehr ausgewogen, ohne dass bestimmte Frequenzbereiche bevorzugt oder benachteiligt werden.

Grado GS1000e (1.099,-)
Der Grado GS1000e ist ein in der HiFi-Szene geachteter und hoch dekorierter Kopfhörer, der optisch einiges her macht. Er gehört zur Kategorie der dynamischen Kopfhörer, seine Hörmuscheln sind offen und umschließen die Ohren. Er soll laut Grado eine besonders „musikalische“, vom Instrumentenbau inspirierte Abstimmung besitzen. Die Schwingspulen bestehen aus hochreinem, lang-kristallinem. Die aufwändig konstruierten Ohrmuscheln sind aus Mahagoni-Holz gefertigt, die Ohrpolster aus Schaumstoff und das Kopfband aus edlem Nappaleder. Mit einem Gewicht von 250 Gramm ist der GS1000e ein sehr leichter Kopfhörer. Sein etwas steifes Kabel ist beidseitig geführt, aber fest mit dem Kopfhörer verbunden.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Testern sehr unterschiedlich bewertet: Von sehr bequem bis eher instabil, da die Ohrpolster des GS1000e sehr groß ausfallen. Es kommt also stark auf den Kopf des Hörers an.

Klangbeurteilung:
Der Grado GS1000e klingt insgesamt sehr gut und macht dem Tonabnehmerspezialisten Josef Grado alle Ehre. Die Tester notierten in den Protokollen Begriffe wie klar, äußerst präzise und musikalisch und loben die plastische Wiedergabe. Klanglich erinnert er an den AKG K812, kann aber nicht dessen außergewöhnliches Auflösungsvermögen erreichen. Sein Klangbild wirkt sehr ausgewogen mit präzisen Höhen und etwas zurückhaltend, aber dadurch sehr angenehmen Bässen. Der Grundklang lässt sich als voll und natürlich, aber auch auf eine eigentümliche Art als akustisch und musikalisch beschreiben. Das Abbilden klassischer Instrumente und Gesangsstimmen gelingt dem GS1000e so beschaffen besonders gut.

 

KRK KNS 6400 (118,-)
Der KRK KNS 6400 ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Er ist mit 40 mm-Treibern, Schwingspulen aus verkupfertem Aluminium und kräftigen Neodym-Magneten ausgestattet. Bügel und Ohrmuscheln des KNS 6400 sind aus leichtem Kunststoff gefertigt, Ohr- und Kopfpolster aus pflegeleichtem Kunstleder. Mit einem Gewicht von nur 202 Gramm ist der KNS 6400 ein echtes Fliegengewicht. Sein Kabel ist einseitig geführt und abnehmbar.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Hörern mit sehr bequem bis durchschnittlich sehr unterschiedlich eingestuft und ist damit sehr von der Kopfform des Hörers abhängig. Achtung ist bei langen Haaren geboten – hier herrscht Einklemmgefahr.

Klangeindruck:
Der KNS 6400 zeigt eine durchschnittliche bis gut ausgeprägte Räumlichkeit, ein schnelles Impulsverhalten, eine durchschnittliche bis feine Auflösung, eine scharfe Kanaltrennung und ein tendenziell ausgewogenes Klangbild. Mitunter wirken die Höhen jedoch etwas aggressiv und den Bässen fehlt es ein wenig an Präzision. Der Grundklang lässt sich dennoch als insgesamt angenehm, präzise, nicht ganz so weiträumig und dynamisch, druckvoll und insgesamt solide beschreiben.

KRK KNS 8400 (190,-)
Der KRK KNS 8400 ist ein dynamischer Kopfhörer in geschlossener, ohrumschließender Bauweise. Wie der 6400 ist er mit 40 mm-Treibern, Schwingspulen aus verkupfertem Aluminium und kräftigen Neodym-Magneten ausgestattet. Bügel und Ohrmuscheln des KNS 8400 sind ebenfalls aus leichtem Kunststoff gefertigt, Ohr- und Kopfpolster aus pflegeleichtem Kunstleder. Das Gewicht von nur 202 Gramm stimmt mit dem des KNS 6400 überein. Das Kabel des KNS 8400 Kabel ist einseitig geführt, abnehmbar und besitzt einen stufenlosen Lautstärkeregler für den Einsatz mit Mobilgeräten.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Hörern mit sehr bequem bis durchschnittlich eingestuft. Achtung ist auch hier bei langen Haaren geboten – es herrscht Einklemmgefahr.

Klangeindruck:
Der KNS 8400 klingt insgesamt etwas bassbetonter als das Schwestermodell und kann mit einer guten räumlichen Darstellung, gutem Impulsverhalten, einer feinen Auflösung und guter Kanaltrennung bei allen Testern überzeugen. Sein Klangbild wirkt in den Mitten und Höhen ausgewogen, die Bässe mitunter etwas überrepräsentiert. Schläge auf die Bassdrum kommen nicht ganz so trocken, wenn gleichzeitig von einer kräftigen Bassgitarre begleitet. Der Grundklang ist angenehm, nicht ganz so dynamisch und weiträumig, dafür vordergründig, druckvoll und insgesamt solide beschreiben.

Sennheiser HD 700 (599,-)
Der Sennheiser HD 700 ist ein dynamischer Kopfhörer in offener, ohrumschließender Bauweise und der kleine Bruder des legendären HD 800 (Test in Ausgabe 6/2009). Seine schräg angeordneten Schallwände sollen für einen natürlichen, lautsprecherähnlichen Höreindruck sorgen. Das belüftete Magnetsystem und ein spezielles Dämpfungselement sollen zudem Luftverwirbelungen verringern und für einen niedrigen Klirrfaktor förderlich sein. Der HD 700 ist mit einem silikonisierten Kunststoff-Kopfbügel und Kunststoff-Ohrmuscheln ausgestattet. Die Ohrpolster sind aus weichem Stoff gefertigt. Mit 270 Gramm ist der HD 700 relativ leicht. Sein Kabel ist beidseitig geführt und abnehmbar.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Testern mit sehr gut bis durchschnittlich überaus unterschiedlich bewertet. Er hängt also stark von der Kopfform des Hörers ab.

Klangeindruck:
Der HD 700 besitzt einen angenehmen, etwas bassbetonten Grundklang, der aber nie zu dominant und lästig wird. In den Mitten und Höhen klingt er ausgewogen und natürlich, Impulsverhalten und Auflösungsvermögen überzeugen vollends. Der Kopfhörer klingt nie lästig, sondern erlaubt auch langes, ermüdungsfreies Musikhören auf sehr hohem Niveau. Eine besondere Stärke des Sennheiser HD 700 ist die Abbildung von Stimmen und akustischen Instrumenten. Hier zeigt er sein ganzes Können.

Shure SRH1440 (366,-)
Der Shure SRH1440 ist ein dynamischer Kopfhörer in offener, ohrumschließender Bauweise. Er ist mit einem 40 mm-Neodym-Treiber ausgestattet. Seine Ohrmuscheln aus Kunststoff und Stahl. Die Ohr- und Kopfpolster aus weichem Velour. Mit einem Gewicht von 343 Gramm ist der SRH1440 durchschnittlich schwer. Sein Kabel ist beidseitig geführt, aber abnehmbar und lässt sich praxisgerecht wahlweise an die linke oder die rechte Ohrmuschel stecken – es ist allerdings etwas kurz. Es sind Ersatzohrpolster im Lieferumfang enthalten.

Tragekomfort:
Die Tester bewerten den SRH1440 als sehr bequem bis bequem. Allerdings besteht auch hier bei Langhaarigen die Gefahr des Einklemmens von Haaren.

Klangeindruck:
Der SRH1440 klingt sehr ausgewogen, zeigt aber zuweilen in den Höhen eine minimale Präsenz, die zu einem sehr analytischen Hören führt und zuweilen als hart empfunden werden kann. Die Bass- und Mittenwiedergabe ist sehr präzise und klar definiert, besonders Impulse werden trocken und mit viel Substanz wiedergegeben. Trotz der Besonderheit in den Höhen kann das Klangbild als ausgewogenen, natürlich, transparent, präsent, analytisch und leicht vordergründig beschrieben werden.

Shure SRH1840 (610,-)
Der Shure SRH1840 ist ein dynamischer Kopfhörer in offener, ohrumschließender Bauweise. Er besitzt zwei individuell aufeinander abgestimmte 40 mm-Neodym-Treiber. Sein Rahmen ist aus stabilem Aluminium gefertigt, die Kopf- und Ohrpolster bestehen aus Velour. Sein Kabel ist beidseitig geführt, abnehmbar und lässt sich wahlweise an die linke oder die rechte Ohrmuschel stecken – es fällt allerdings etwas kurz aus. Ersatzohrpolster befinden sich im Lieferumfang.

Tragekomfort:
Der Tragekomfort wurde von den Testern sehr bequem bis bequem eingestuft. Allerdings besteht auch hier für Langhaarige die Gefahr, dass Haare einklemmen können.

Klangeindruck:
Der SRH1840 klingt gegenüber dem Schwestermodell eindeutig ausgewogener und liefert ein kristallklares Klangbild, das nie lästig wird. Im Gegenteil Bass-, Mitten- und Höhenwiedergabe wirken außerordentlich differenziert und homogen. Der Kopfhörer erzeugt eine plastische Räumlichkeit, gibt Impuls sehr trocken und gleichzeitig fein wieder ein sehr schnelles Impulsverhalten, sein Auflösungsvermögen ist hochkarätig,. Das Klangbild haben viele Tester als edel, hochwertig und samtig bezeichnet. Der Shure SRH1840 ist ein Spitzenklasse-Kopfhörer, der in jeder Beziehung überzeugt.

Fazit
Alle getesteten Kopfhörer besitzen ihre klanglichen Besonderheiten, spielen aber alle auf einem erstaunlich hohen Niveau. Negative Ausreißer gab es nicht, dafür aber jede Menge positive Überraschungen. Für jeden Hörgeschmack und jede spezifische Anforderung ist ein passendes Modell dabei. Die Referenz von AKG konnte ihre Position behaupten, hat aber insbesondere durch den Audeze LCD-X starke Konkurrenz bekommen.

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Der Hör- und Messtest
Für den ausführliche Hörtest haben wir unterschiedliche Kopfhörerverstärker, darunter vor allem den bewährten und exzellent klingenden Lake People Violectric HPA V200 (Test Ausgabe 11/2009) verwendet, außerdem unterschiedlichstes Musikmaterial. Neben einigen, selbst produzierten Aufnahmen, benutzten die Tester anspruchsvolle, audiophile Musik-CDs, die sich ganz besonders für einen solchen Hörtest eignen und ein akribisches Beurteilen der Kriterien Räumlichkeit, Impulsverhalten, Auflösung, Ausgewogenheit des Klangbildes erlauben..
Hier eine Auswahl:
Lisa Gerrard + Pieter Bourke – Duality
Label: 4ad/Beggars Group (Indigo)
ASIN: B0000088R6

Franz Schubert – Winterreise (Peter Schreier/András Schiff)
Label: Decca (Universal Music)
ASIN: B000DZV62S

Ludwig van Beethoven – Die Klaviersonaten (Nr. 21, Waldsteinsonate) (Dieter Zechlin)
Label: Berlin Cla (Edel)
ASIN: B001D0RSD8

Great Voices Sampler (Audiophile Mastering)
Label: Inakustik
ASIN: B004WQ577E

Jazz at the Pawnshop Sampler
Label: Proprius
ASIN: B000BZDGF0

Für die Frequenzgang-Messungen unserer 16 Testkandidaten am Audio Precision AP2700 Sys2722-Messcomputer diente der Neumann-Kunstkopf KU100. Dort eingebaut ist ein spezielles Stereomikrofon, das ursprünglich für binaurale Aufnahmen in Form eines echten Kopfes mit künstlichen Ohrmuscheln entwickelt wurde. Aufgrund seiner Bauweise und hochwertigen Ausstattung lässt sich der KU100 auch für Messungen von Kopfhörern einsetzen. Da der Kunstkopf spezielle Eigenheiten im Frequenzgang hat, wurde sein Signal zuvor mit einem Klark-Teknik DN360-Equalizer analog entzerrt.

Die Messungen mit einem Kunstkopf sind stark abhängig davon, wie akribisch die Kopfhörer auf dem Kunstkopf platziert wurden – weniger Millimeter Unterschied können sich bereits deutlich auf die Messkurve auswirken. Daher haben wir diese natürlich so sauber wie möglich auf den künstlichen Ohrmuscheln des Kopfes positioniert. Obwohl direkte Korrelationen zwischen Frequenzgang und Höreindruck allenfalls und mit klaren Einschränkungen in den Bässen, unteren und mittleren Mitten herzustellen sind, lassen diese Kurven dennoch Rückschlüsse auf die Gleichartigkeit der Schallabstrahlung der beiden Hörmuscheln zu. Sind die Kurven deckungsgleich ist schon eine der notwendigen Voraussetzungen für eine gute räumliche Abbildung gegeben. Entscheidend für die Beurteilung ist und bleibt der Hörtest.

Erschienen in Ausgabe 04/2015

Preisklasse: Oberklasse
Preis: 180 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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