Klang-Schnäppchen

Klassisch, britisch, gut – das neue ZED14 von Allen & Heath schmückt sich zwar mit einer digitalen Schnittstelle, fußt aber trotzdem auf solidem analogem Know-how. 

Von Michael Nötges 

Über 30 Jahre Engineer-Erfahrung stecken in den neuen Analogmischpulten der ZED-Serie von Allen & Heath. Bereits in den 1970er-Jahren fertigte der Pro-Audio-Hersteller aus dem südenglischen Cornwall exklusive Pulte für Pink Floyd oder The Who und prägt bis heute, neben Firmen wie AMS Neve oder SSL, die Vorstellung des britischen Sounds – angenehm, rund, edel. Diesen möchte Allen & Heath auch auf das kleinste Pult der Serie, das ZED14 übertragen. Besonderheit ist die Integration eines USB-Audio-Interfaces mit zwei Ein- und Ausgängen in das moderne Analogkonzept. Ebenfalls reizvoll der Preis: Mit 14 Kanälen, vier Aux-Wegen, zahlreichen Inserts und Alternativ-Eingängen ausgestattet, ist das ZED14 für schlappe 642 Euro zu haben. Gedacht ist das ZED14 als analoges Abspiel- und Recording-Frontend in kleineren Projektstudios, aber gleichermaßen auch für übersichtliche Live-Setups in kleineren Clubs. Geplant und entwickelt im Vereinigten Königreich und kostengünstig produziert in China, bleibt es spannend, ob der Spagat zwischen Edelsound und Low-Cost-Produktion gelingt.

Zunächst fällt die gute Verarbeitung des ZED14 auf: Magentafarbene, kunststoffverstärkte Seitenteile stabilisieren das graue Metallgehäuse und sorgen zusätzlich für den modernen Look. Die Grundfläche des 6,5 Kilogramm wiegenden ZED14 ist kaum größer als ein DINA3-Block. Trotz der geringen Grundfläche sind zwölf komfortable und leichtgängige 100-mm-Fader verbaut. Da bleibt es nicht aus, dass die Drehregler der einzelnen Kanalzüge mitunter etwas enger zusammenrücken müssen. Durch die farbige Markierung sind sie aber trotzdem gut auseinander zu halten und das sämige Drehmoment der Potentiometer sorgt für eine exakte und immer sichere Justage. Außerdem sind sie alle einzeln fest mit der Frontplatte verschraubt und damit für den harten Live-Alltag gerüstet.

Jeder Kanalzug besitzt seine eigene vertikal installierte Platine, die im Servicefall leicht auszutauschen ist. In Folge dessen sind Reparaturen bei Allen & Heath auch bei den günstigen Pulten noch lohnend. Die sechs Mikrofon-/Line-Vorverstärker sind zweistufig aufgebaut. Der Vorteil: Line-Signale überspringen einfach die erste Stufe, die für den Großteil der Verstärkung verantwortlich ist. Ein zusätzlicher PAD-Schaltkreis ist überflüssig, das Signal wird nicht durch weitere Bauteile beeinflusst. Das führe, laut Hersteller, zu verbesserten Rauschabständen und damit im Endeffekt zu optimalen Klangergebnissen. 

Dafür muss das Signal allerdings erst einmal in das ZED14 gelangen, beziehungsweise das Pult wieder verlassen. Alle Anschlüsse dafür befinden sich auf der Oberseite. Das mag den ein oder anderen Studiobesitzer abschrecken, da der Kabelsalat optisch nicht gerade eine Augenweide ist. Für das häufige Umstecken im Live-Betrieb sind die Anschlüsse aber perfekt, da alle Buchsen mit einem Handgriff leicht erreichbar sind. Bei den ersten sechs handelt es sich um Mono-Kanäle, die mit symmetrischen XLR- und Klinken-Eingängen Mikrofon- und Line-Pegeln gleichermaßen gute Eingangsbedingungen bieten. Steckt ein 6,35-mm-Klinkenstecker in einer Line-Buchse, ist automatisch der Mikrofoneingang des entsprechenden Kanals inaktiv. 

Jeder der sechs Kanäle verfügt über einen eigenen Insertweg, um externe Effekte einzuschleifen. Für den Gebrauch von Kondensatormikrofonen muss die Phantomspannung eingeschaltet werden. Dafür, und für ein paar andere Zusatzfeatures auch, ist es ratsam, immer einen Zahnstocher im Mund oder einen dünnen Schraubenzieher zur Hand zu haben. Grund sind die nur durch ein Loch in der Frontplatte erreichbaren Aktivierungs-Schalter. Umständlich bei der Bedienung, ist allerdings ein versehendliches Einschalten ausgeschlossen. Da die Phantomspannung nur für alle sechs Kanäle gleichzeitig aktiviert oder abgeschaltet werden kann, muss auch nur ein Mal vor dem jeweiligen Einsatz entschieden werden, ob sie benötigt wird oder nicht. Aber Vorsicht bei Bändchenmikrofonen: Obwohl die Phantomspannung bei dynamischen Mikrofonen theoretisch keinen Schaden anrichtet, können Unsymmetrien in der mischpultseitigen Phantomspeisungszuführung zu Beschädigungen des empfindlichen Bändchens führen. Deswegen sollte auf einen gleichzeitigen Einsatz von Bändchen- und Kondensatormikrofonen verzichtet werden. 

Die Mono-Kanalzüge sind klassisch aufgebaut: Nach dem Eingangspegel-Regler dämpft auf Wunsch zunächst ein Trittschallfilter mit einer Einsatzfrequenz von 100 Hertz und einer Flankensteilheit von zwölf Dezibel pro Oktave. Darauf folgt ein dreibandiger Equalizer. Die Amplitudenänderung beträgt für alle Bänder ±15 Dezibel. Das Höhen-Shelving-Filter hat eine Einsatzfrequenz von zwölf Kilohertz, das Bassfilter mit gleicher Charakteristik eine von 80 Hertz. Aus der Reihe tanzt typischerweise das Mitten-Band. Das Glocken-Filter verfügt über eine fließend variierbare Center-Frequenz von 120 Hertz bis vier Kilohertz. Die Güte kann nicht eingestellt werden und außerdem wäre ein Bypass-Button der EQ-Sektion wünschenswert, um die klanglichen Auswirkung der Filter überprüfen zu können. 

Das ZED14 hat vier Aux-Wege, die für jeden Kanalzug – das gilt auch für die Stereo-Fraktion – verfügbar sind. Je ein Drehregler pro Weg bestimmt den Pegel des Send-Signals. Die ersten beiden Aux-Wege eigenen sich besonders für Monitor-Mixe, da das Signal vor dem jeweiligen Fader (pre fader) abgezweigt wird, die Lautstärke also unabhängig vom Haupt-Mix ist. Anders ist es bei den beiden weiteren Aux-Wegen: Das Signal wird nach dem Fader abgegriffen (post fader). Das eignet sich besonders zum Einschleifen externer Effekte, da das proportionale Verhältnis von Effekt und unbearbeiteten Signal immer beibehalten wird: Ist der Fader ganz heruntergezogen, ertönt eben auch kein Effekt mehr. Bleibt noch ein Pan-Regler, Mute-Taster und PFL-Button um das Standard-Angebot eines Kanalzuges abzugrunden. Um auch in dunklen Clubs nicht die Übersicht zu verlieren, sind beide Taster mit unterschiedlich geformten LEDs versehen. Die größere Anzeige signalisiert das Stummschalten des Kanals. Die kleinere hat zwei Funktionen und deshalb auch zwei Helligkeitsstufen: Gemütlich glimmend bedeutet, dass das Signal des jeweiligen Kanals auf den PFL-Bus geroutet ist – der PFL-Button ist gedrückt. Hell strahlend verwandelt sich die kleine runde LED in eine Warnanzeige mit der hilfreichen Botschaft: „Achtung, nur noch fünf Dezibel Headroom bis zur Übersteuerung.“ 

m Gegensatz zu den ersten sechs, handelt es sich bei den Kanälen sieben bis 14 um Stereo-Varianten, die ausschließlich für Line-Pegel ausgelegt sind. Das ist aber bei weitem nicht der einzige Unterschied. Als Eingänge sind pro Kanal zunächst je zwei Klinken-Buchsen vorgesehen, wobei der linke, will heißen obere, als Mono-Buchse fungiert, solange die rechte Buchse frei bleibt. Alternative Stereo-Cinch-Buchsen oberhalb der Haupteingänge offerieren zusätzliche Signalwege: Kanalzug 7/8 und 9/10 bieten zwei weitere Stereo-Eingänge, respektive Return-Wege (ST RTN und 2TRK RTN), die über einen Tast-Schalter im jeweiligen Kanalzug aktiviert werden müssen und dann anstatt der Klinkeneingänge aktiv sind. Diese Signale können dann über je einen verborgenen Tast-Schalter – Prinzip Zahnstocher, wie zur Aktivierung der Phantomspannung – entweder auf den Kanalzug oder direkt auf die Stereo-Summe geroutet werden. 

Die Cinch-Buchsen von Kanal 11/12 sind alternative Ausgänge (Rec-Out und Alt-Out) entweder zur Aufnahme auf einen mobilen Rekorder oder um zusätzliche Monitore in einem Studio-Setup zu integrieren. Trotzdem gibt es auch hier eine Eingangsalternative: Da das ZED14 ein eingebautes USB-Audio-Interface besitzt, das über je zwei Eingangs- und Ausgangskanäle verfügt, kann das Ausgangssignal der DAW auf Kanal 11/12 geroutet werden. Kanal 13/14 verfügt tatsächlich über keinen zusätzlichen Eingang. Statt der weiteren Bedienelemente wird der Platz für die USB-Buchse mit drei dazugehörigen Auswahltastern für das Send-Signal benötigt. Diese entscheiden, welches Signal an die Schnittstelle zur DAW geschickt wird. Sind alle drei gedrückt, ist der oberste (Aux 1/2) automatisch ausgewählt und hat Vorrang vor dem mittleren (Aux 3/4) und dem untersten (LR) Bedienelement. Dieses ermöglicht zusätzlich die Auswahl, ob das Signal vor (gedrückt) oder nach dem Fader (ungedrückt) abgegriffen und an die DAW geschickt wird. Die USB-1.1-Schnittstelle ermöglicht gleichermaßen das Andocken an PC oder Mac und bedient sich der Standard-Windows- und Core-Audio-Treiber. Probleme mit USB-2.0-Schnittstellen gibt es laut Hersteller nicht. Der universelle, unkomplizierte Einsatz ist damit gewährleistet. Allerdings muss dafür auf die Leistungsfähigkeit eines eigenen ASIO-Treibers mit optimierter Performance in Bezug auf Latenz und Stabilität verzichtet werden. Drei Setups sind durch diese Anbindungsmöglichkeit denkbar: Im Live-Betrieb lässt sich problemlos die Stereo-Summe auf einem Notebook mitschneiden. Außerdem können Playbacks abgespielt und Einzelinstrumente direkt in der DAW aufgenommen werden. Schließlich kann die USB-Schnittstelle als Effekt-Weg benutzt werden, um beispielsweise Hall aus dem Sequenzer auf ein Signal zu legen. Zwei Probleme sind aber immer zu bedenken: die Aufnahmequalität ist auf 48 Kilohertz bei 16 Bit Wortbreite limitiert und Latenzen können bei Effekten wie Kompression oder tempoabhängigen Delays zu Problemen führen, wie unser Praxistest noch zeigen wird.
 
Der untere Teil der Stereo-Kanalzüge unterscheidet sich von den Mono-Pendants nur durch die Equalizer-Sektion und eine Link-Funktion der ersten beiden Aux-Wege. Der Platz reicht aufgrund der alternativen Eingangsbuchsen und Bedienelemente nur für einen zweibandigen EQ. Dieser ist mit den gleichen Shelving-Filtern wie bei den Mono-Kanälen ausgestattet. Das flexible Mittenfilter fehlt. Dafür zeigen sich die Aux-Wege eins und zwei flexibel. Ein verborgener Tastschalter pro Kanalzug summiert, wenn nicht gedrückt, den linken sowie rechten Kanal und schickt das Ergebnis gleichermaßen an die Aux-Wege eins und zwei. In gedrücktem Zustand wird automatisch der linke Stereokanal auf den ersten Aux-Weg, der rechte auf den zweiten geroutet.

Die Master-Sektion ist mit zwei Hauptausgängen im XLR-Format ausgestattet, bietet eine Mono-Klinken-Alternative, sowie zwei Main-Inserts und vier Aux-Send-Buchsen, ebenso im 6,35-mm-Klinkenformat. Der Kopfhörerausgang bietet zusätzlich noch eine 3,5-mm-Klinkenbuchse als Alternative – praktisch, da es Adapter überflüssig macht. Überwacht werden die Pegel mit den beiden dreifarbigen LED-Ketten aus je zwölf Segmenten. Der Phones-Regler bestimmt grundsätzlich die Lautstärke des Kopfhörerausgangs. Dieser ist aber flexibel über vier Tastschalter belegbar. Nach dem gleichen hierarchischen Prinzip, wie die USB-Send-Auswahl-Funktion hat der höher liegende Taster Vorrang. Die oberen beiden (Aux1 und Aux2) können alleine oder als Stereo-Signal auf den Kopfhörerausgang geroutet werden. Die beiden weiteren Tastschalter bieten die Möglichkeit, den 2TRK- und last not least den USB-Return-Weg zu wählen, um die unterschiedlichen Mischungen oder Signale zu kontrollieren. Sind alle Buttons oben, liegt der Main-Output (post fader) automatisch auch am Kopfhörerausgang an. 

Ist am Alt-Ausgang ein zusätzliches Monitor-Paar angeschlossen, kann dessen Lautstärke mit dem dazugehörigen Regler in der Mastersektion angepasst werden. Zwei wieder hinter der Frontplatte verborgene Tastschalter sorgen auch hier für praktische Flexibilität. Man muss sich zwischen der Master-Summe pre oder post Fader und dem Monitor-Signal entscheiden – je nach Setup und Bedürfnis. Die beiden Master-Regler für die Aux-Wege eins und zwei sind direkt über den Master-Fadern platziert. Bei Mitschnitten – der Mix für die Aufnahme wird über die Aux-Wege eingestellt – kann beispielsweise mit ihrer Hilfe der optimale Aufnahmepegel justiert werden, ohne die Regler für jeden Kanal verstellen zu müssen und die eingestellte Mischung wieder über den Haufen zu werfen. Bevor wir uns das ZED14 in der Praxis anschauen und -hören, noch ein kurzer Blick auf die Ergebnisse aus dem Messlabor. 

Das ZED14 liefert alles in allem ordentliche Werte, die besser sein könnten, wenn mehr Wert auf die Masseführung innerhalb des Gerätes gelegt würde. Angesichts des Kampfpreises von 642 Euro gehen sie allerdings mehr als in Ordnung. Die Störeinstreuungen bei 50 und 150 Hertz sind bei der Messung der Gleichtaktunterdrückung (siehe Kurve) deutlich zu erkennen, auch wenn sie insgesamt mit mehr als 70 Dezibel gedämpft werden. Dementsprechend werden Geräuschspannungs- (79,2 dB) und Fremdspannungsabstand (74,8 dB) von den tieffrequenten Störungen dominiert, wie wir im FFT-Spektrum zweifelsfrei erkennen können. Die Eingangsempfindlichkeit der Mikrofoneingänge liegt mit -59,6 dBu im grünen Bereich, solange nicht zu dynamischen Mikrofonen mit sehr geringen Ausgangsspannungen gegriffen wird. Da muss dann schon mal an die letzten Verstärkungsreserven gegangen werden, was das Rauschen im Grenzbereich erhöht. Frequenzgänge und Filter sind allerdings ohne Fehl und Tadel, die Phasenverschiebung zwischen Ein- und Ausgang sowie zwischen zwei Kanälen minimal. Der Klirrfaktor steigt oberhalb von einem Kilohertz bis auf ein Maximum von immer noch guten 0,06 Prozent an. Die Phantomspannung allerdings unterläuft mit 40,3 Volt die 10-prozentige Toleranz, wonach mindestens 43,2 Volt vorliegen müssen, damit alle Kondensatormikrofone optimale Ergebnisse liefern. Allerdings hatten die im Test verwendeten M 950 von Mikrotech Gefell (Test in Heft 6/2007) anscheinend keine Probleme damit. 

Für den ausführlich Hör- und Praxistest von Professional audio Magazin fertigen wir Stereo-Aufnahmen einer Akustikgitarre an. Zunächt über die Mikrofonvorverstärker des ZED14 und dessen USB-Audio-Interface. Im zweiten Schritt umgehen wir die Schnittstelle und verwenden stattdessen den Lynx Aurora 8 (Test in Heft 11/2006) als Wandler. Schließlich ziehen wir eine Referenzaufnahme mit dem F355 von Lake People (Test in Heft 8/2006), wieder in Kombination mit dem Lynx-Wandler als Vergleich heran. Für ein möglichst neutrales Signal verwenden wir zwei M 950 von Mikrotech Gefell.

Die Aufnahmen über das ZED14 sind auch bei hoher Verstärkung klar und rauschfrei. Die Auflösung ist schon jetzt gut und das akustische Abbild naturtreu und ehrlich. Der dezente britische Sound ist nicht zu überhören und äußert sich in einem kräftigen unteren Mittenbereich, der aber keinesfalls störend wirkt, sondern der Aufnahme etwas mehr Intensität verleiht. Die USB-Schnittstelle stößt, wie die Vergleichsaufnahmen zeigen, allerdings mit der 16-Bit-Wortbreite an ihre Grenzen und erzeugt beim Monitoring ein digitales Hintergrundgeräusch, das zwar nicht in der Aufnahme auftaucht, aber auch nicht gerade die Nerven schont. 

Der Lynx-Wandler setzt den Klang des ZED14 deutlich offener in Szene und verbessert besonders die generelle Auflösung, was sich in transparenten Höhen und einem plastischeren Klangbild äußert. Klangliche Nuancen – Atem und Anschlagsgeräusche – tauchen angenehm im Klangbild auf und die räumliche Darstellung bekommt eine zusätzliche Dimension. Das spricht für die Mikrofonvorverstärker, deren Klang sich jetzt erst richtig entfalten kann – ein gutes Audio-Interface ist bei Studio-Aufnahmen also empfehlenswert. Im Vergleich mit dem F355 zeigt sich die insgesamt robustere Gangart des ZED14, der mit der äußerst transparenten und feinen Auflösung unseres Referenz-Vorverstärkers nicht ganz mithalten kann. Trotzdem macht er klanglich eine gute Figur und das gleich sechs Mal.
 
Nicht so überzeugend sind die Latenzen des internen Interfaces. In Cubase 4 und mit dem ASIO Direct Full Duplex Treiber betragen sie bei einer Puffergröße von 512 Samples für den Eingang 81 und für den Ausgang elf Millisekunden – weniger ist nicht drin. Auf Anfrage beim Hersteller erklärt uns Produktmanager Léon Phillips: „Mit den Standard-WDM-Treibern bekommen wir Latenzen um die zehn Millisekunden hin. Das ist natürlich abhängig von der Puffergröße.“ In Sonar habe er diese bis auf ein Minimum reduziert, ohne Probleme mit Drop-Outs zu bekommen. Cakewalk scheint da sehr effizient mit den CPU-Ressourcen umzugehen. Nach dem Tipp, es mit dem ASIO4All Treiber zu versuchen, starten wir einen nächsten Durchlauf. Die Puffergröße lässt sich bis auf 320 Samples reduzieren. Hier liegen die Latenzen in beiden Richtungen bei 13 Millisekunden. Das ist besser und bietet für Aufnahmen, die zu einem Klick gespielt werden müssen, schon mal komfortablere, wenn auch nicht perfekte Bedingungen. Hall-Effekte lassen sich aus Cubase einschleifen, allerdings ist die Latenz zu hören und es bedarf viel Feingefühl über die Pre-Delay-Einstellungen ein akzeptables Ergebnis zu bekommen. Multiband-Kompressoren oder Modulations-Effekte sind mit dieser Latenz nicht empfehlenswert, eher der Griff in die Outboard-Kiste, denn genügend Inserts hat das ZED14 ja glücklicherweise. 

Fazit

Das integrierte USB-Audio-Interface eignet sich hervorragend für unkomplizierte Mitschnitte und kleinere Aufnahme-Sessions. Die Performance lässt allerdings zu Wünschen übrig, gerade was die verfügbare Wortbreite (16 Bit) und die Latenzen angeht. Das ZED14 kann aber mit Fug und Recht als Klang-Schnäppchen bezeichnet werden. Für rund 640 Euro gibt es ein kompaktes, gut ausgestattetes Analogpult mit 14 Kanälen, das sich sowohl in kleinen Projektstudios als auch im Live-Betrieb gut macht.

Erschienen in Ausgabe 01/2008

Preisklasse: Mittelklasse
Preis: 642 €
Bewertung: gut
Preis/Leistung: sehr gut

Jetzt alle Vorteile von Professional-audio.de nutzen und kostenlos registrieren!

  • Sie erhalten vollen Zugriff auf alle Inhalte unserer Website.
  • Sie erhalten unseren regelmässigen PAM-Express-Newsletter mit exklusiven Vorab-Inhalten.
Hier kostenlos registrieren

Anmelden
   
Bitte teilen Sie diesen Beitrag