Professionell einfach

Wer ein Audio-CD-Premaster als CD oder DDP-Image herstellen möchte, kann sich mit komplizierter Technik belasten und viel Geld ausgeben – oder er greift zur Software HOFA CD-Burn & DDP.

Von Harald Wittig

Die HOFA baut ihr Plug-in-Angebot konsequent aus und bietet jetzt nach dem Equalizer-Plug-in IQ-EQ (Test in Ausgabe 12/2010) und dem Audio-Analyser IQ-Analyser ein weiteres kostengünstiges, auf die Praxis des Tonschaffenden zugeschnittenes Soft-waretool: Das Brenn-Programm CD Burn & DDP für die unkomplizierte und schnelle Erstel-lung eines Audio-CD-Premasters als gebrannte CD oder D(isc) D(escription) P(rotocol), um entweder die CD oder das DDP-Image an ein Mastering-Studio oder direkt zum Presswerk – im Falle des DDP-Imgaes auch via Internet – zu schicken. Die Software gibt es wahlweise in einer Standalone- und einer Plug-in-Version oder gleich im Doppelpack im HOFA Online Shop zum Download. Für einen vergleichswei-se günstigen Preis von jeweils rund 60 bezie-hungsweise 100 Euro bietet HOFA CD Burn & DDP im Gegensatz zu den gängigen Consu-mer-Brennprogrammen eine an professionellen Anforderungen orientierte Ausstattung. Dazu gehören neben Zusatzinformationen im CD-Text – Künstler, Songwriter, Komponist – Kennzeichnung wie ISRC (International Stan-dard Recording Code) und UPC (Universal Product Code) beziehungsweise die in Europa verwendete E(uropean) A(rticle) N(umber). Sehen wir uns die Software doch mal näher an, beginnend bei der Plug-in-Version: Das Plug-in steht in den Formaten VST, VST3, AU und RTAS zur Verfügung und kommt dann zum Erstellen des Premasters direkt aus der bevorzugten DAW-Anwendung zum Einsatz.

Das CD Projekt muss dafür schon komplett in der DAW vorbereitet sein, die einzelnen Tracks müssen fertig gemischt sein, die Titelreihenfol-ge sollte stehen und – nicht zu unterschätzen – die Lautstärkeverhältnisse müssen aufeinander abgestimmt sein. Als Plug-in agiert CD Burn nämlich eher zurückhaltend und überlässt die genannten Arbeitsschritte der DAW-Anwendung. Das Plug-in ist als letztes Plug-in in die Master-Spur, im Falle von Logic ist es die „Stereo Out“-Spur zu laden und die Soft-ware leitet den Anwender Schritt für Schritt durch das neu zu erstellende CD-Projekt. Zu-nächst muss das Audio-Material von der DAW-Anwendung exportiert werden, damit das Plug-in dieses überhaupt verwenden kann. Das komplette CD-Material ist also – um es bei-spielhaft in der Logic-Sprache auszudrücken – zu „bouncen“. Da HOFA CD-Burn & DDP CDs und DDPs ausschließlich nach dem Red Book Standard erstellt, müssen der Datei-Export immer im 16Bit/44,1kHz-Stereo-WAV oder –AIFF-Format erfolgen. Wer aus guten Gründen mit höherer Auflösung in seinen Projekten ar-beitet, muss sämtliche Konvertierungen in der DAW-Anwendung erledigen. Das gilt speziell auch fürs Dithering beim Beschneiden des Da-tenwortes. Also aufgepasst. Nach erfolgtem Export ist dem Plug-in mitzuteilen, wohin die Datei geschrieben wurde, diese ist dann aus-zuwählen. Es kann immer nur eine einzige Da-tei ausgewählt werden. Deswegen noch mal der Hinweis für Neulinge: Ihr CD-Projekt muss wie bereits beschrieben komplett in der DAW angelegt sein, denn weitere Tracks lassen sich nicht mehr hinzufügen. Anschließend analy-siert das Plug-in den Mixdown und erstellt eine CD-Track-Liste. Dabei sucht die Software nach Stille und setzt bei Auffinden einer Pause mit Stille Trackende- und Trackstart-Marker. Nach unserer Erfahrung funktioniert das allerdings nicht in der Werkseinstellung, da der Schwel-lenwert mit -96 dB zu tief angesetzt ist. Eine manuelle Korrektur auf -65dB erweist sich als tauglich, wünschenswert wäre aber, wenn das Plug-in diese Einstellung auch halten würde. Das Setzen der Marker funktioniert ansonsten sehr gut, nach der Eingabe von UPC/EAN, ISRC und CD-Text kann die CD gebrannt oder das Projekt als DDP-Image exportiert werden. Das alles ist schnell und problemlos über die Bühne gebracht – so muss das sein.

Die Stan-dalone-Version bietet demgegenüber einen reichhaltigeren Funktionsumfang, denn damit ist auch das Editieren der Audio-Tracks mög-lich, außerdem kann diese Version von HOFA CD Burn & DDP auch die notwendigen Konver-tierungen der Audio-Dateien vornehmen. Es ist sogar möglich, komprimierte Formate wie MP3 oder WMA zu importieren, die Software macht daraus dann 16Bit/44,1 Stereo-Dateien. Klar, aus Qualitätsgründen sollte dies, wenn ein Premaster erstellt werden soll, tunlichst unter-bleiben, aber zur Herstellung beispielsweise einer Play Along-CD aus MP3-Files lässt sich das Brenn-Programm auch verwenden. Die Standalone-Version hat im Unterschied zur Plug-in-Version ein zweiteiliges Projekt-Fenster. Während die obere Hälfte der GUI des Plug-ins entspricht, dient die untere der einfachen Editierung des Audio-Materials. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind vergleichswei-se üppig, angefangen vom automatischen Er-zeugen von Crossfades, wenn Clips/Audio-Dateien übereinander geschoben werden, über das Zuschneiden der Clips bis hin zur schnel-len Anpassung der Clip-Lautstärke via Anfas-sen + Ziehen mit der Maus. Damit ist das Plug-in mit den grundlegenden Editierungsmöglich-keiten einer DAW-Anwendung ausgestattet, was das Erstellen einer in sich schlüssigen – wir denken hier an einheitlichen Track-Vorlauf und aufeinander abgestimmte Lautstärke – nicht nur grundsätzlich möglich, sondern vor allem auch sehr einfach umsetzbar ist. Dass HOFA CD Burn & DDP keinerlei Effekte enthält ist unserer Meinung nach kein Minuspunkt, denn die Software soll dezidierte, entspre-chend vollständig ausgestattete Mastering-Programme nicht ersetzen. Sehr gut gefällt uns das Bedien-Panel der Standalone-Version, bietet diese doch zur Beurteilung von Pegel und Stereobreite ein Intersample Peakmeter, ein Lautheitsmeter nach EBU-Mode, ein Goni-ometer und eine Korrelationsanzeige. Allesamt also wertvolle Werkzeuge aus Sicht des Prak-tikers, die wir beim Erstellen von zwei CD Pro-jekten, dabei übrigens auch das Premaster unserer Chandler Limited-Produktion (siehe näher Seite 18 dieser Ausgabe) sehr zu schät-zen gelernt haben. Wer es sich leisten kann sollte daher das Gesamtpaket, bestehend aus Plug-in- und Standalone-Version wählen. Wer sich für eine von beiden Ausführungen ent-scheiden muss, bekommt deutlich mehr an Ausstattung mit der Standalone-Version.

Fazit

Günstig, gut ausgestattet und kinderleicht zu bedienen: HOFA CD Burn & DDP ist vor allem in der Standalone-Version ein sehr empfeh-lenswertes CD Brenn-Programm.

Erschienen in Ausgabe 12/2012

Preisklasse: Oberklasse
Preis: Plug-In + Standalone: 99,99 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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