Hi-Res-Artist

Der online bereits heiß diskutierte Mytek Digital Brooklyn DAC vereint die Funktionalität eines DA-Wandlers, einer Phono-Endstufe und eines Kopfhörerverstärkers unter einem Dach. Dass er alle gängigen Hi-Res-Formate beherrscht, versteht sich schon fast von selbst. Er ist allerdings auch das erste von uns getestete Gerät, welches das neue Tonaufbereitungs- und Dateikompressions-Verfahren MQA des Herstellers Meridian Audio decodieren kann.

Von Sylvie Frei

Im Professional audio-Studio ist der AD/DA-Wandler 8X192 ADDA von US-Hersteller Mytek Digital (Test in Professional audio 2/2011) schon seit vielen Jahren die bewährte Vergleichs-Referenz, die uns mit ihrer akribischen Detailtreue, nüchternen Transparenz und Klarheit hervorragende Dienste bei der Aufnahme und beim Abhören leistet. Nun veröffentlichte Mytek vor kurzem ein neues Produkt, das in der Hi-Fi-Sparte des Herstellers angesiedelt ist: der in Hi-Fi-Kreisen bereits heiß diskutierte, Hi-Res- und Streaming-begabte Digital/Analog-Wandler Mytek Brooklyn DAC. Der neue Wandler ist der Nachfolger des erfolgreichen Mytek Stereo192 DAC (Test in Professional audio 3/2012) und kann außer als AD-Wandler auch als Kopfhörer- und Phonoverstärker genutzt werden. Der Brooklyn DAC ist für einen unverbindlichen Richtpreis von 1.989 Euro zu haben und hat auch einige interessante Features für den professionellen Anwender mit an Bord.
Außer den gängigen Digitaleingangsoptionen (AES/EBU, S/PDIF, SDIF, TOSLINK), unterstützt Brooklyn den Anschluss eines Plattenspielers und das Streaming über USB 2.0 mit einer Auflösung von bis zu 384 Kilohertz bei 32 Bit. Der Wandler kann darüber hinaus auch als USB-Audio-Interface genutzt werden – sodass anliegende digitale Signale einfach in der DAW aufgezeichnet werden können. Neben PCM-Dateien werden auch hochauflösende Spezial-Formate wie DSD und DXD unterstützt – und das nicht nur über USB, sondern dank DoP auch über die digitalen Eingänge. Zudem unterstützt der Brooklyn DAC des neuen Quasi-Container-Format MQA, welches das verlustfreie Streaming von Audiodaten in beliebigen unkomprimierten Formaten in Masterqualität ermöglicht (mehr dazu im Kasten). Zwei Anschlussoptionen für Lautsprecher/Monitore, zwei Stereo-Kopfhöreranschlüsse, eine präzise Wordclock samt Ein- und Ausgang (BNC) und eine praktische Fernsteuerungslösung komplettieren das attraktive Gesamtpaket.

Mytek_Brooklyn_100_1_web

Optik und Verarbeitung

Schon optisch wird beim Brooklyn einiges geboten. Der vergleichsweise kompakte Wandler, der in der polnischen Mytek-Zweigstelle gefertigt wird, verbirgt sich in einem (aufwändig auf der Frontplatte mit einer Art schimmernden Wabenstruktur verkleideten) Aluminium-Gehäuse im Halbrackformat. Auf der oberen etwa 20 x 20 cm messenden Deckplatte ist in einer filigran wirkenden Lochmusterstruktur, die zur Gehäusebelüftung dient, das in Metall gestanzte Mytek-Logo zu sehen – das wirkt edel. Die Frontplatte wird von einer farbig hinterleuchteten Version des Logos (die Lichtfarbe lässt sich nach Geschmack des Nutzers in alle Regenbogenfarben nach Geschmack auswählen), dem farbigen OLED-Doppeldisplay und dem mächtig wirkenden Druckgeber/Drehregler bestimmt. Die Anschlüsse sind, abgesehen von den zwei frontseitig positionierten 6,3 mm Stereo-Kopfhöreranschlüssen auf der Geräterückseite zu finden, präzise im Gehäuse eingepasst oder im Falle der XLR-Buchsen separate mit dem Gehäuse verschraubt. Das Gerät wirkt insgesamt durch und durch wertig und ansprechend.
Mit einem geringen Gewicht von nur 1,6 Kilogramm und seinen kompakten Maßen lässt sich der Brooklyn DAC flexibel positionieren und findet für den Unterwegs-Einsatz bequem im Handgepäck Platz.

IMG_7672_web

Innenleben

Vom Schaltungsdesign her orientierten sich die Entwickler des Brooklyn DAC zunächst nahe am Mytek-Vorgängermodell Stereo192 DSD DAC. Im Entwicklungsprozess hatte sich allerdings einiges weiterentwickelt. Als DA-Wandlerchip setzt Mytek beim Brooklyn auf den nativ Hi-Res-fähigen ES9018-K2M Sabre von Halbleiter-Hersteller ESS, der für die Verarbeitung von Daten mit 32 Bit/384 Kilohertz beziehungsweise DSD256 ausgelegt ist.
Weitere vier Chip-Komponenten kommen für den Einsatz als Interface, die Steuerung via Software und das Handling von DSD und MQA hinzu. Ein Altera FGPA-Chip sorgt beispielsweise für die Umwandlung nach DoP-Standard (DSD over PCM, mehr dazu im Kasten). Um die MQA-Codierung kümmert sich ein XMOS-Chip, welcher seitens des MQA-Inventors Meridian Audio als Standard für das neue Codier-Verfahren vorgeschrieben ist. Des Weiteren sind im Brooklyn DAC neue Phono- und Kopfhörerverstärker sowie eine neu entwickelte Endstufe verbaut. Für eine präzise Taktung mehrerer Verbundinstanzen sorgt der integrierte Mytek Femtoclock Generator.

IMG_7617_web

Anschlussoptionen

Eingänge
Vorbildlicherweise bietet der Brooklyn DAC alle gängigen digitalen Anschluss-Optionen, die im Consumer- und Pro-Bereich üblich sind. Dazu zählt neben einem S/PDIF- und SDIF-fähig Cinch-Anschlusspaar, einem optischen Toslinkeingang für ADAT und S/PDIF-Signale, auch ein professioneller XLR-Anschluss für AES/EBU-Signale. Die Besonderheit beim Brooklyn DAC: Alle digitalen Eingänge sind dank DoP auch DSD-fähig. So lassen vom Verstärker, Hi-Res-Player bis zum Recorder so ziemlich alle denkbaren Digitalquellen anschließen.
Hinzu kommt außerdem eine analoge Eingangsoption in Form eines Cinch-Paares. Dort lassen sich entweder ein Plattenspieler – es werden sowohl Moving Magnet- (MM) als auch Moving Coil-Systeme (MC) unterstützt – oder analoge Stereo-Signale mit Line-Pegel anschließen. Ein Masseanschluss steht ebenfalls bereit. Die analog anliegenden Signale werden ohne jegliche Wandlung, über eine Relais-Schaltung, direkt an die beiden analogen Ausgangspaare weitergereicht. Damit ist die Aufnahme von Analogsignalen und damit ein Digitalisieren von Vinyl-Schallplatten natürlich nicht möglich. Für digitale Signalquellen steht diese Option jedoch bereit – ein Feature, über das sich auch professionelle Anwender freuen.

Ausgänge
Der Brooklyn DAC besitzt ein symmetrisches XLR-Paar und ein unsymmetrisches Cinch-Paar, beide sind simultan nutzbar. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, gleichzeitig aktive, professionelle Studio-Monitore und eine Endstufe für passive Consumer-Lautsprecher am Brooklyn zu betreiben. Mit Hilfe des analogen Drehreglers, der in präzisen 1 dB-Schritten agiert, lässt sich die Ausgangslautstärke bequem an die angeschlossenen Abhören anpassen – für den Anschluss von Hi-Fi- und Consumer-Endstufen sind vier Jumper zum Zügeln des Ausgangspegels um -6 dB im Inneren des Geräts vorhanden.
Für den intimen Hörgenuss stehen außerdem zwei 6,3 mm Stereo-Klinkenbuchsen für den Anschluss von Kopfhörern bereit, hinter denen ein neu entwickelter Kopfhörerverstärker werkelt. Dieser kann entweder zwei Kopfhörer gleichzeitig versorgen oder bietet mit einem optionalen Adapter die Möglichkeit, das Signal komplett symmetrisch mit einem einzelnen Kopfhörer abzuhören. Die beiden Eingänge sind aus diesem Grund gegenphasig zueinander ausgelegt.
Computer-Schnittstelle
Einzige Schnittstelle zum Computer ist der integrierte USB 2.0-Anschluss. Über diesen können unterschiedliche hochauflösende Dateiformate – PCM, DSD, DXD und MQA – gestreamt werden mit maximalen Auflösungs-Werten von bis zu 384 Kilohertz bei 32 Bit beziehungsweise bis zu DSD256, was einer Samplerate von bis zu 11, 2896 Megahertz bei einem Bit entspricht.

Stromversorgung
Die Stromversorgung des Brooklyn DAC erfolgt über ein Universal-Netzkabel oder alternativ über ein optionales externes 12 Volt-Netzteil beziehungsweise eine externe 12 Volt-Batterie (ein zusätzlicher 1 Pol-Anschluss ist am Gerät vorhanden). Die 12 Volt-Speisung soll die ohnehin sehr guten Messwerte (siehe unten) noch einmal verbessern, da Einstreuungen des integrierten Netzteils auf diese Weise eliminiert werden können. Eine entsprechende Lösung ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Für die Puristen unter uns möchten wir die Option dennoch nicht unerwähnt lassen. Quelle für hochwertige externe Netzteile und Batterielösungen finden Sie bei vielen Anbietern (z.B. bei www.thel-audioworld.de).

IMG_7674_web

Kompatibilität

Für den reinen Stand-alone-Betrieb als DA-Wandler, Phono- und Kopfhörerverstärker benötigt der Brooklyn keine Verbindung zum Computer. Wer jedoch über USB Dateien streamen oder digital anliegende Signale aufzeichnen möchte, sollte folgendes beachten:
Betriebssysteme
Brooklyn läuft sowohl unter Windows (ab Windows 7), als auch unter OS X (ab 10.8) oder aktuellen Linux-Systemen. Für Windows ist ein Treiber erforderlich, der bei der Installation des Mytek Control Panels (zum Download unter www.mytek.com/hifi/support) direkt mitinstalliert wird. Für die Unix-basierten OS X- und Linux-Systeme sind keine Treiber erforderlich – hier genügt das Control Panel.
Formate
Folgende Formate werden vom Brooklyn DAC unterstützt: PCM (44,1 bis 384 kHz bei 16 bis 32 Bit, über Cinch, USB 2.0), AES/EBU (über XLR), S/PDIF (über Cinch oder Toslink), SDIF (über Cinch), ADAT (über Toslink), DSD64 über DoP (über XLR, Cinch und Toslink), DSD bis DSD256 über DoP (über USB und Cinch im SDIF-Modus), DXD (352,8 oder 348 kHz bei 24 oder 32 Bit, über USB 2.0) und MQA (über USB 2.0).

Praxis und Handling

Beim Brooklyn sollte man sicherstellen, immer die aktuellste Firmware aufgespielt zu haben, dann tatsächlich wird diese von Mytek noch häufig überarbeitet und verbessert. Zu unserem Testzeitpunkt war die Version 2.05 aktuell.
Per Hardware
Die Bedienung per Hardware gelingt beim Brooklyn einfach und intuitiv. Das Doppel-OLED-Display zeigt gestochen scharf Menü- und Pegelanzeige. Zur Navigation dienen der schaltfähige Drehregler (Drehfunktion: zum Blättern in den Menüebenen und zur Aussteuerung; Schaltfunktion um auf die höhere Menü-Ebene zu kommen oder zum Wechsel der Pegelansicht – einfach oder detailliert) und die vier paarig auf der linken und rechten Seite des Displays verorteten Bedientasten, welche die jeweils vier gleichzeitig angezeigten Signal- und Konfigurations-Untermenüs anwählen lassen. Insgesamt erlaubt das Menü die Auswahl des Signaltyps, die Konfiguration der Wordclock, das Setzen der Outputsettings, das De/Aktivieren von MQA, die Auswahl der Volume-Kontrolle (analog oder digital kontrolliert stehen als Optionen bereit) sowie Displayeinstellungen und die Fernsteuerungs-Konfiguration.
Per Fernbedienung
Der Brooklyn lässt sich außerdem vollständig mit der kleinen, im Lieferumfang enthaltenen Aluminium-Fernbedienung von Apple steuern. Allerdings ist die Schrift auf dem Display des Mytek (besonders die der Untermenü-Kategorien) so klein, dass sich die Fernsteuerung nur bedingt aus der Ferne nutzen lässt.
Per Mytek Control Panel
Für Firmware-Updates und das komplette Steuern des Brooklyn mit dem Computer dient die Software Mytek Control Panel. Diese funktioniert gut und lässt alle Haupt-Einstellungen, die auch auf Hardware-Ebene verfügbar sind, vornehmen. Allerdings ist das GUI des Control Panels wenig ansprechend designt – wir ziehen die Bedienung über die Hardware vor.

IMG_7675_web

Messwerte

Im Messlabor macht der Brooklyn DAC, wie wir es von Mytek-Geräten gewohnt sind, eine sehr gute Figur. Der Frequenzgang verläuft wie mit dem Lineal gezogen. Die Messwerte sind übrigens an allen digitalen Eingängen identisch – kein Grund also aus Qualitätsgründen einen bestimmten Eingangstyp zu bevorzugen.
Der Noise-Floor der FFT-Kurven liegt bei sehr guten -100 Dezibel und wird lediglich unterhalb 30 Hertz bis auf -90 Dezibel und mit einem Peak auf k2 bis auf -80 Dezibel überschritten. Das sind zwar keine überragenden, doch sehr gute Werte, die dem des Vorgängers Stereo192 DAC ähneln. Mit sehr guten Geräusch- und Fremdspannungswerten von 91,0 und 88,7 Dezibel übertrifft der Brooklyn DAC den Stereo192 DAC sogar noch um jeweils 1 Dezibel. Das Übersprechverhalten des Brooklyn ist ebenfalls sehr gut und zeigt eine ungewöhnlich lineare Kurve, die durchgehend unter -75 Dezibel bleibt. Die Klirrfaktorkurve bewegt sich fast durchgehend um sehr gute 0,004 Prozent, inklusive einer Überraschung oberhalb 10 Kilohertz: wo die Werte vieler Geräte nach oben gehen, sinkt hier die Klirrfaktorkurve des Brooklyn noch einmal auf hervorragende 0,002 Prozent. Auch die Wandlerlinearität ist ausgezeichnet, erste kleine Abweichungen finden sich erst um -130 Dezibel. Auch die Jitterwerte des internen Femtoclock-Generators sind mit Werten um die 1,5 Nanosekunden absolut vorbildlich, auch wenn im Handbuch von 0,82 Picosekunden (= 0,00082 Nanosekunden) die Rede ist. Bereits 2 Nanosekunden gelten jedoch als quasi jitterfrei.

Klangeindruck

Im Hörtest mit unterschiedlichem Programmmaterial, hauptsächlich aber gefüttert mit High Resolution- Audiodaten vom MacBook Pro, abgespielt über die vorzügliche Audio-Software Audirvana plus, die Auflösungen bis 32 Bit und 384 kHz sowie bis DSD256-Files verarbeiten kann, musste der Brooklyn zeigen, ob er wirklich einen klanglichen Fortschritt gegenüber seinem älteren Bruder, dem Stereo192 DAC, darstellen kann. Um es auf den Punkt zu bringen: er kann. Allerdings braucht der Brooklyn schon eine ganze Weile „Einbrennzeit“, frisch aus der Verpackung klang er eher harsch und zugeknöpft. Das änderte sich mit zunehmender Betriebszeit deutlich. Nach etwa 40 Stunden Non-Stop-Betrieb wurde es dann Ernst. Auf Anhieb fielen hingegen die sehr klar strukturierte Staffelung einzelner Instrumente und Stimmen im Raum und eine absolut fantastische Sortierung des Geschehens auf. Genau das ist eines der Highlights des Brooklyn. So manifestierte sich im Laufe des Hörtests seine dezente, aber über alle Maße feine Raumabbildung. Die tonale Wiedergabe ist völlig neutral und ohne Schärfe oder Aufdringlichkeiten, zeigt darüber gegenüber dem Stereo192 DAC sogar eine etwas offenere Mittenwiedergabe, was sich insbesondere bei hochauflösendem Material immer deutlicher darstellte.
Will heißen, je feiner aufgelöst das Programmmaterial, desto besser kann er seine Qualitäten offenbaren. Als Hörmaterial verwendeten wir unter andrem diverse Downloads von der Webseite www.2l.no/hires, darunter das Stück „Living“ von Jan Gunnar Hoff, das in PCM-Formaten bis 24 Bit/352,8 kHz, in DSD128 sowie im MQA-Format in Original-Auflösung (24 Bit/384 kHz, verpackt als FLAC-Datei) als Download bereitsteht. Hier klangen die hochauflösenden PCM-Files sogar einen Tick subtiler als das DSD-File, die Wiedergabe im MQA-Format klang gleichwertig, ein Unterschied war nicht zu hören. Alle diese Datenformate beherrschte der Brooklyn souverän, die Wiedergabe der MQA-Daten signalisiert übrigens ein blau aufleuchtendes MQA-Symbol im ultrascharfen und gut ablesbaren OLED-Display. Entsprechendes Programmmaterial vorausgesetzt, klang der Brooklyn oben herum seidig, aber mit Energie, in den Mitten klar, ausdrucksstark und mit Biss. Das Bassfundament wirkt einen Tick tiefer als beim kleineren Bruder, fest, säuberst konturiert und wie in Stein gemeißelt. Schlechte und gruselig klingende Audiofiles klingen auch über den Brooklyn gruselig, er ist kein Schönfärber, sondern ein gnadenloser aber ehrlicher Gesell. Gut in Form zeigte sich auch der Kopfhörerausgang des Brooklyn. Ein Audeze LCD-X fühlt sich an einer der beiden Klinkenbuchsen hörbar wohl. Der Kopfhörerverstärker gehört ohne Zweifel zu den sehr gut klingenden, ohne Schärfe, aber sehr konturiert, luftig und transparent mit sehr tiefen und extrem impulstreuen Bässen – was will man mehr? Alles in Allem ist der Brooklyn ein exzellent klingender DAC, der klanglich weit teureren Wandlern Paroli bieten kann.

IMG_7682_web

Fazit

Der Brooklyn DAC zeigt sich im Test als vielseitiger DA-Wandler plus Kopfhörerverstärker plus Phono-Vorstufe mit einer Menge Anschluss- und Formatoptionen, sehr guten Messwerten und einem hervorragenden Klangbild, der sogar den sehr guten Mytek Stereo192 DAC noch einmal übertrifft.

Was ist MQA?
MQA ist ein Tonaufbereitungs- und Dateikompressions-Verfahren von Hersteller Meridian Audio. Das Verfahren ermöglicht es, ein unkomprimierte Musikdateien (beispielsweise WAV, FLAC, AIF, AAC, etc.) in originaler Master-Auflösung und ohne Qualitätsverlust komprimiert zu übertragen und gleichzeitig durch das Beseitigen digitaler Artefakte (idealerweise durch Kenntnis der individuellen Messdaten des Original-Ausgabegeräts und des MQA-unterstützenden Abspielgeräts) klanglich zu optimieren. Die MQA-Codierung erfolgt nicht wie bei der Konversion von einem Audioformat zum anderen auf dem Computer des Nutzers, sondern nur einmalig anhand der originalen Masterfile. Sie wird direkt von Meridian Audio autorisiert. Deshalb steht die Abkürzung MQA auch für „Master Quality Authenticated“. Die MQA-Datei enthält einen Schutz, der es ermöglicht, Fälschungen zu enttarnen. Nicht autorisierte MQA-Dateien werden dann – anstatt in der Originalauflösung – mit 16-Bit-PCM-Auflösung abgespielt. (So verfahren übrigens auch nicht-MQA-unterstützende Abspielgeräte mit normalen MQA-Dateien, Kompatibilität ist also in jedem Fall gegeben). Dass MQA weniger Speicher benötigt als die Original-Datei liegt an einem ausgeklügelten Faltverfahren, das auf der Dynamikebene der Datei ansetzt. Auf diese Weise lassen sich verlustfrei die Informationen einer hoch aufgelösten Datei (192 Kilohertz/24 Bit) in einer niedriger aufgelösten Datei (48 Kilohertz/24 Bit) speichern. Um Musik in voller Dynamik darzustellen reichen beispielsweise bereits 20 Bit dicke aus – MQA entscheidet flexibel, für welchen Abschnitt welche Bitrate nötig ist. Bei 24 Bit-Dateien lassen sich also beispielsweise die übrigen 4 Bit nutzen, um die Abtastraten oberhalb 48 Kilohertz zu speichern, was in der Konversionspraxis mit mehreren Faltschritten erreicht wird. Beim MQA-unterstützten Abspielen wird die Datei wieder entfaltet und kann in Originalqualität genossen werden.
MQA könnte tatsächlich eine fruchtbare neue Lösung sein, denn theoretisch kann jedes Abspielgerät das Verfahren unterstützen. Es steht bereits zur Debatte, ob die kommende iPhone-Generation das Feature übernimmt. Es könnte also spannend werden.

 

NewMQALogoBlack_horizontal_Web_web
DSD over PCM (DoP)
Beim DoP-Verfahren handelt es sich um einen offenen Standard, der zum Übermitteln von DSD-Signalen über einen PCM-Rahmen genutzt wird. Er kann sowohl über USB als auch für Firewire-, AES/EBU-, S/PDIF- und andere digitale Eingangsformate genutzt werden. Notwendig ist diese Lösung vor allem, weil Mac-Systeme mit ihren Core Audio-Treibern ledigleich PCM und kein DSD nativ unterstützen, anders sieht es bei Windows und dem ASIO-Treiber von Steinberg aus, der mit PCM und DSD umgehen kann. Möchte man eine einheitliche Lösung für beide Plattformen schaffen, ist DoP ein probater Weg. Wie DoP funktioniert? Erklären wir es anhand eines Rechenbeispiels: DSD64 hat eine Bitrate von einem Bit und eine Samplerate von 2,8224 MHz. Das größentechnisch nächstgelegene PCM-Format wäre 16 Bit bei 176,4 kHz. Um dem System unmissverständlich mitzuteilen, ob es sich um ein DSD- oder ein PCM-Signal handelt, sind laut Entwickler weitere Bits notwendig. So wird mit der nächsthöheren Bitrate von 24 Bit bei 176,4 kHz gearbeitet. In die acht zusätzlichen Bits lassen sich DSD-Marker und gewisse Vorkehrungen zur Störgeräuschunterdrückung im Falle einer Fehlinterpretation der Daten durch ein falsch programmiertes Endgerät integrieren. Die übrigen 16 Bits tragen die eigentlichen DSD-Daten. Jeder PCM-Rahmen trägt dann beim Streaming immer nur die Information für den ihm zugewiesenen Kanal. Durch bestimmte Tricks, wie das Erhöhen der PCM-Samplerate auf 352,8 kHz oder (falls keine höhere PCM-Samplerate unterstützt wird, wie etwa bei AES/EBU) durch das Nutzen von PCM-Kanalpaaren für einen einzigen DSD-Kanal, lässt sich theoretisch auch DSD128 und mehr über DoP streamen.

Bitte teilen Sie diesen Beitrag