Auf Höchstleistung optimiert

Bei seinem neuen Monitor-Flaggschiff setzt KS digital auf beste Komponenten und innovative Technik – immerhin soll der Line Master Mastering-Profis zu neuen Klangwelten führen.

Von Harald Wittig

Seit über 20 Jahren hat sich die saarländische Lautsprecher-Manufaktur mit Leib und Seele der Entwicklung und Herstellung von Klangübertragern der Spitzenklasse verschrieben. Dabei repräsentierte das Team um Geschäftsführer und Chefdenker Johannes Siegler stets die innovative Avantgarde im Lautsprecherbau: Denn es waren die Saarbrücker, die bereits vor fast elf Jahren den ersten digitalen Lautsprecher der Welt entwickelten und bei der VDT-Tagung 1996 dem Fachpublikum präsentierten. Anfängliche Skepsis bei Kennern und Könnern schlug um in respektvolle Anerkennung bis hin zu echter Begeisterung. Neben Rundfunkanstalten wie SWR, SR oder Hitradio FFH, zählen Mastering-Studios und Künstler wie Stevie Wonder, Herbert Grönemeyer, Edo Zanki und viele mehr zu den Kunden von KS digital. Auch in den Regien weltberühmter Opernhäuser wie der Semperoper, der Alten Oper Frankfurt oder den Kammerspiele München vertrauen die Tonmeister auf Monitore aus dem Saarland…

Einen vertieften Einblick in den enormen Entwicklungsaufwand, den die Saarbrücker regelmäßig bei ihren Lautsprechern betreiben, bekamen die Leser von Professional audio Magazin erstmals beim Test des digitalen Nahfeldmonitors ADM 20 in Ausgabe 10/2006: Der mit edelsten Bauteilen komponierte und mit bester Digital-Technik vollgepackte Lautsprecher verdiente sich beinahe selbstverständlich für seinen Klang das Prädikat „Überragend“, das nur den Besten vorbehalten ist. Um so gespannter war die Redaktion, als Johannes Siegler der Redaktion einen Test seines neuen Referenzmonitors in Aussicht stellte: Konzipiert als Mastering-Monitor für höchste Ansprüche, soll der Line Master vor allem ein Präzisionsinstrument sein, bei dessen Entwicklung und Fertigung keinerlei Kompromisse eingegangen wurden.  Grundsätzlich ist der mit einem Gardemaß von 170 Zentimetern hochgewachsene, dabei sehr schlanke und elegante Lautsprecher ein aktiver Drei-Wege-Lautsprecher für mittlere bis hohe Abhörlautstärken. Oberstes Gebot war die Gewährleistung einer absolut exakten, phasenlinearen Wiedergabe. Um die angestrebte Phasenlinearität zu erreichen, ist das System vollkommen digitalisiert. Soll heißen: Die Signalverarbeitung wie Entzerrung, Frequenzweiche/Crossover und Korrektur des transienten Verhaltens findet komplett auf der digitalen Ebene statt. Digitale Audiosignale empfängt der Line Master über seine AES3-Schnittstelle, gleichzeitig ist er aber auch auf analogen Empfang eingerichtet. Ein Sigma-Delta-Wandler besorgt in diesem Fall die Digitalisierung. Der Wandler arbeitet mit einer Wortbreite von 27 Bit bei einer maximalen Abtastrate von 96 Kilohertz (192 sind in Vorbereitung). Die hohe 27 Bit-Auflösung ergibt sich daraus, dass hier zwei 24 Bit-Wandler gestackt sind. Aufgrund des erweiterten Headrooms von 20 dBu sind Übersteuerungen im Digitalbetrieb bei Signalen mit Fullscale beziehungsweise 0 dBfs-Pegel praktisch ausgeschlossen. Sollte dass Eingangssignal allerdings zu hoch ausgesteuert sein, arbeitet in der Eingangsstufe des Line Master ein analoger VCA als Limiter und reduziert die Lautstärke und verhindert eine Beschädigung oder gar Zerstörungen der Lautsprecher. Die digitalen beziehungsweise im Monitor digitalisierten Signale werden nun von einem Sharc-DSP im selbstentwickelten Prozessor-Board weiterverarbeitet: Während die vormals analogen Signale bereits in der hohen 27 Bit-Auslösung vorliegen, werden hier auch digitale Signale mit einer geringeren Wortbreite nach patentierten Verfahren eigener Erfindung hochgerechnet. Danach erfolgt die weitere Verarbeitung mit 32-Bit Fließkomma, was eine theoretische Dynamik von beachtlichen 1500 Dezibel zulässt.

Am Ende der Verarbeitungskette wird das Signal über zwei 24 Bit-Wandler und drei MOSFET-Endstufen an die Chassis geleitet.  Der Line Master hat insgesamt sieben Lautsprecher-Chassis – zwei Tieftöner, vier Tief-Mitteltöner und einen Mittel-Hochtöner. Die beiden Tieftöner auf der Rückseite des Lautsprechers empfangen alle Signale von 20 bis 80 Hertz. Ab 80 Hertz sind die vier Tief-Mitteltöner auf der Frontseite für die Schallwandlung zuständig, ab 400 Hertz jedoch nur noch die beiden um den Mittel-Hochtöner angeordneten Chassis. Ab 800 Hertz greift der Mittel-Hochtöner ins Klanggeschehen ein. Dieser fällt schon auf den ersten Blick aus dem Rahmen, handelt es sich doch hierbei um einen so genannten Schlitzstrahler. Hier kommt zur Optimierung des Abstrahlverhaltens ein neuartiges, beim Deutschen Patentamt München gemeldetes Verfahren zum Einsatz: Die sogenannte Nearfield Extension Technology, kurz NeXT. Vereinfacht ausgedrückt erweitert NeXT das Nahfeld – der Hörbereich vor dem Lautsprecher, der hauptsächlich durch den von den Systemen abgestrahlten Direktschall geprägt ist, reiche nun, so Siegler, doppelt so weit als bei konventionellen Konstruktionen. Anders ausgedrückt: Auch in großen Regien befindet sich der Abhörplatz akustisch so immer im Nahfeld – der Toningenieur ist mit dem Ohr also näher am Sound. Wie erreicht der Hersteller das? Indem der Schlitzstrahler – im Gegensatz zu gängigen Lautsprechern – den Schall nicht sphärisch, also kugelförmig, sondern zylindrisch abstrahlt. KS digital entwickelte diesen Mittel-Hochtöner in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Angewandete Mathematik in Kaiserslautern. Auf dem Treiber des Schlitzstrahlers sitzt der sogenannte NeXT-Adapter: Der transformiert die runde Treiberöffnung auf den Schallaustritts-Schlitz, wobei alle denkbaren Schallwege exakt im Adapter gleichlang sind. Dadurch soll sich eine absolut kohärente Wellenfront an der Schlitzöffnung des Mittel-Hochtonstrahlers ergeben. Die „Line-förmige“ Anordnung der vier Mitteltontreiber ober- und unterhalb des Schlitzstrahlers dient nicht der gefälligen Optik. Vielmehr sollen die Mitteltonsysteme mit dieser Anordnung ebenfalls zylinderförmige Wellen abstrahlen. Damit wird der Schall vom kompletten Mittel-Hochton-Ensemble gerichtet abgestrahlt, was Reflexionen an den Seitenwänden des Abhörraums deutlich minimiert. Wie bei KS digital üblich haben die Mitteltonsysteme die typischen Carbon-Membranen, die Partialschwingungen verhindern. Bevor jedoch überhaupt etwas zu hören ist, werden die Eingangssignale aufwändig im erwähnten DSP be- und verarbeitet. Sehen wir uns daher diesen Prozess näher an. 

Der Prozessor hat drei Hauptaufgaben zu erledigen: Er arbeitet als digitale Frequenzweiche, entzerrt das Übertragungsverhalten der einzelnen Komponenten und schützt das Ge-samtsystem vor Übersteuerung. Zur bestmöglichen Entzerrung des Gesamtsystems setzt Johannes Siegler einmal mehr auf FIRTEC (Finite Impulse Response Technologie). Das Verfahren der FIRTEC-Entzerrung entwickelte KS digital bereits in den 90er-Jahren – es handelt sich insoweit um eine saarländische Innovation der ersten Stunde. Natürlich wurde diese Technik im Laufe von einem guten Jahrzehnt ständig weiterentwickelt und perfektioniert. Im Line Master hat die Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das Besondere an der FIRTEC-Entzerrung: Sie soll Laufzeitverzerrungen völlig vermeiden und eine impulstreue Wiedergabe und automatisch einen linearen Frequenzgang in Amplitude und Phase hervorbringen. FIRTEC besteht aus zwei Komponenten – einer FIR-Differenzfrequenzweiche, welche die Wege mit einer Flankensteilheit von 90 Dezibel pro Oktave und linearer Phase trennt und einem diskret implementierten Systemfilter, welches das Gesamtsystem entzerrt. Das Verfahren ist denkbar einfach und trotzdem bemerkenswert: Nach der Endmontage der kompletten Box wird ein breitbandiger Impuls über den Lautsprecher geschickt und so die Impulsantwort des Gesamtsystems gemessen. Diese enthält nun alle wichtigen Informationen über den Lautsprecher, inklusive Abhörposition und Abhörraum. Die Impulsantwort bildet die Grundlage des Datensatzes für das FIR-Systemfilter, denn es benutzt die invertierten Daten der Impulsantwort, um das Musiksignal von den störenden Einflüssen des Lautsprechers zu befreien. Das Eingangssignal wird sozusagen vorverzerrt, also mit den invertierten Daten beaufschlagt. Anders ausgedrückt: Alle eventuellen Fehler und die gewünschten Optimierungsparameter werden vom eingespeisten Musiksignal mathematisch subtrahiert. Das letztendlich abgestrahlte Signal entspricht damit weitestgehend dem theoretischen Ideal. Die inverse Impulsantwort bildet nämlich das Gesamtsystem Lautsprecher ab – also auch Gehäuseabmessungen und physikalische Eigenschaften der Komponenten wie eingesetzte Treiber und Verstärker eines individuellen Lautsprechers werden hierbei berücksichtigt. Bildhaft ausgedrückt, enthält der Prozessor des Line Master ein exaktes, virtuelles Modell des real-existierenden Lautsprechersystems. Dafür ist jeder KS digital-Lautsprecher mit FIRTEC-Systementzerrung ab Werk individuell vermessen, so dass auch kleinste Fertigungstoleranzen der Chassis und des Gehäuses erfasst und im DSP abgespeichert sind. Damit ist es sogar möglich, einen bestimmten Lautsprecher exakt an die jeweilige Raumakustik und die Abhörposition anzupassen. Die Kombination aus digitaler Entzerrung mittels FIRTEC-Technik und dem zuvor beschriebenen NeXT-Verfahren sollen somit ein optimales Abstrahlverhalten auch in akustisch schwieriger Umgebung ermöglichen. Allerdings gibt es noch einen Haken: Grundsätzlich wäre es zwar möglich, auch im Bass mittels FIRTEC Phasenlinearität zu erzielen, allerdings müsste der Benutzer dann Latenzzeiten von über 70 Millisekunden in Kauf nehmen. Deswegen linearisiert KS digital im Line-Master den Bass mit einer analogen Membranregelung, der so genannten Dynamic Membran Control (Dynamische Membran Kontrol-le), abgekürzt DMC. Die beiden Basschassis auf der Gehäuserückseite haben unter der Staubschutzkalotte jeweils einen induktiven Sensor, der die drei Bewegungsgrößen Amplitude, Geschwindigkeit und Beschleunigung messen kann. Die ermittelten Daten werden in den DMC-Regler/Kontroller eingespeist, der sie mit dem anliegenden Musiksignal vergleicht. Die Abweichung – und nur diese – wird auf die Endstufe zur Ausregelung gegeben. Damit ist gewährleistet, dass die Bassmembranen ausschließlich die Bewegungen ausführen, die zur Wiedergabe des Musiksignals nötig sind. Ein ungewolltes, die Wiedergabe verfälschendes Ein- und Ausschwingen der Membranen ist damit praktisch ausgeschlossen, denn diese werden von der vollen Endstufenleistung, immerhin 500 Watt, aktiv ausgebremst. Aufgrund der analogen Arbeitsweise der DMC gibt es keine Latenz. Damit ist erst gewährleistet, dass die Gesamtlatenz des Systems im Digitalbetrieb gerade mal drei, im Analogbetrieb – wegen der notwendigen A-D-Wandlung in der Eingansstufe – ebenfalls vernachlässigbare fünf Millisekunden betragen. Da die beiden Tieftöner auf der Gehäuserückseite angebracht sind, bedarf es allerdings einer zusätzli-chen Laufzeitkompensation, Diese erfolgt einmal mehr rein digital, indem der Prozessor die gesamte Front virtuell um 30 Zentimeter nach hinten verschiebt. Zusammenfassend ergibt sich: NeXT-Verfahren, die aufwändige digitale Entzerrung mit-tels FIRTEC und die analoge DMC zusammen mit der digitalen Laufzeitkompensation dienen dem Hersteller zur Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens, einen Monitor mit absolut exakter, phasenlinearer Wiedergabe zu bauen. Der Line-Master ist, Digital-Technik sei Dank, sehr umfangreich anpassbar an die jeweiligen Raumbedingungen: Neben zwei Shleving-Filtern für Bässe und Höhen offeriert der Monitor drei zusätzliche, vollparametrische Filter mit variabler Güte und einer Pegelanpassung von ±6 dB. Damit nicht genug: Mit der Funktion „Distance Shift“ lassen sich die Laut-sprecher virtuell in Meterschritten verschieben, die Phasenlage kann über „Phase Reverse“ um 180 Grad gedreht werden. Wer es sich zutraut, kann sämtliche Einstellungen mit dem Drehgeber auf der Rückseite des Monitors vornehmen, das zweizeilige, hintergrundbeleuchtete LCD-Display informiert dort über die zu verändernden Parameter und zeigt den jeweiligen Einstellwert an. Steht der Line Master in einer großen Regie, ist die Anschaffung der ADM-Remote überlegenswert: Dabei handelt es sich um einen Hardware-Controller, der das Display und den Drehgeber in einer kabelgebunden Fernbe-dienung zur Verfügung stellt. Mit der ADM-Remote kann der Toningenieur die Monitore bequem vom Mischplatz aus fernbedienen. Noch komfortabler geht das mit der PC-Software ADM-Control, denn mit seiner übersichtlichen, grafischen Benutzeroberfläche sind gerade Korrekturen im Frequenzgang erheblich einfacher erledigt. Daten können entweder über die seriellen Schnittstellen im Studio-Netzwerk, wahlweise auch mittels TC/IP-Adresse zum Controller gesendet oder von dort empfangen werden.

Der Line Master ist für die anspruchsvollen Ohren von Mastering-Ingenieure konzipiert und allein schon aufgrund seiner Größe und der üppig dimensionierten Endstufenleistung fühlt er sich erst in entsprechend dimensionierten Räumen wohl. Deshalb erfolgt der Hörtest diesmal nicht wie üblich im Studio von Professional audio Magazin, sondern in der Regie eines Groß-Studios. Georgi Topalov, Chef des renommierten Sound Studio N in Köln (siehe Kasten auf Seite 30) stellt den Testern für den Hörtest sein Stu-dio 3 zur Verfügung, wo neben Mischungen von Stereo bis 7.1-Surround vor allem auch CD-Premastering und Mastering zum Arbeitsalltag gehören. Nachdem das Line Master-Pärchen im magischen Dreieck Aufstellung gefunden hat und die Verkabelung vorgenommen ist, nehmen wir hinter der großen Icon Control-Konsole Platz und füttern die Lautsprecher mit unterschiedlichstem Programm-Material von Pop, über Jazz bis hin zur Klassik. Sehr schnell wird ohrenfällig, was Phasenlinearität in der Praxis bedeutet und was es heißen kann, wenn alle Frequenzen zeitrichtig am Hörplatz eintreffen: eine phänomenale Raumdarstellung. Souverän dividiert der Line Master auch komplexe und dichte Klangstrukturen und Arrangements auseinander, denn die Räumlichkeit ist geprägt von einer von einer sehr guten, stark fokussierten Phantommitte und einer sehr klar strukturierten Darstellung der Stereobreite. Das gilt auch für die Tiefenstaffelung, so dass wirklich gute Orchesteraufnah-men eine gewisse holografische Qualität erreichen. Dabei gefällt spontan und auch bei längerem Hören, die Trennschärfe mit der jedenfalls bei perfekt aufgenommenem und gemischtem Material Stimmen und Instrumentengruppen auseinanderzuhalten sind. Umgekehrt bleiben fehlerhafte Mischungen bestenfalls flach, schlimmstenfalls aufgrund von Verdeckungseffekten verwaschen und lieblos zusammengerührt. Insoweit ist der Line Master schon mal ein verlässliches Arbeitsgerät für den Könner bei der Abbildung eines Klangkörpers in allen drei Dimensionen, Höhe, Breite und Tiefe.  Die Basswiedergabe des Line Masters ist von Klarheit und Trockenheit geprägt: Die Bässe erreichen den Abhörplatz kantenscharf konturiert und fokussiert. Ganz gleich ob es sich um mächtige japanische Trommeln, dem fast schon geräuschhaften Arpeggios in der unteren Oktave in Beethovens späten Klaviersonaten oder um knallharte Synthiebässe handelt – keine Spur von Weichheit oder gar diffusem, tieffrequentem Gebrumme. Das mag dem nur Musik konsumierenden Laien missfallen, der Toningenieur freut sich, denn er kann gezielt am ungeschönten, offenen Klang operieren. Lediglich der Bass-Pegel als solcher wirkt ein bisschen überhöht. Allerdings sind sich die Tester hier nicht einig. Im Übrigen wäre es für den Hersteller sicherlich ein Leichtes, hier gegebenenfalls nachzubessern.  Den Mitten- und Hochtonbereich stellt der Line Master vergleichbar akribisch wie die Bässe dar, so dass sich alles zu einem grundsätzlich in sich ausgewogenen Gesamtklangbild zusammenfügt. Der Monitor erweist sich auch ohne aktive Eingriffe in den Frequenzgang über die drei Filter als erfreulich verfärbungsfrei. Er beschönigt nicht, zeigt aber auch keine Neigung zur Überbetonung des Präsenzbereichs. Der neuartige Schlitzstrahler ist absolut souverän im Umgang mit Transienten und schafft es mühelos, auch das forte gespielte dreigestrichene E auf der Trompete sauber und verzerrungsfrei zu übertragen. Gerade hier kapitulieren manch andere Hochtöner. Denn die die Trompete als sehr lautes Instrument, deren Obertöne ein Frequenzumfang von immerhin 15 Kilohertz und vereinzelt sogar darüber hinaus aufweisen können, stellt höchste Ansprüche an Pegelfestigkeit und Verzerrungsfreiheit eines Lautsprechers. Dieser ungewohnt klare, sehr weit hinauf reichende Höhenbereich kann durchaus irritieren – zumindest erscheint beispielsweise bei dem Werk „Umbrian Colors für Violine und Gitarre von Barbara Kolb das Streichinstrument aufs erste, flüchtige Hinhören fast schrill. Tatsächlich aber hören die Tester nur das komplette Höhen- und Obertonspektrum. Diese Feinauflösung erinnert an das Niveau eines guten Elektrostaten-Kopfhörers und nötigt Respekt ab. Erstaunlich auch, dass das Line Master-Duo in der Regie 3 des Sound Studio N aufgrund des engen Terminplans des Studios – immerhin wird hier fulltime gearbeitet -, noch nicht optimal auf den an sich sehr guten Raum abgestimmt war. Heißt: Der unterm Strich schon hervorragende Klangeindruck dürfte sich nochmals perfektionieren lassen, wenn die An-lage optimal an den Raum durch individuelle Einmessung angepasst ist. Ein Service, den KS digital für den Kunden selbstverständlich anbieten. 

Fazit

Der Line Master ist ein Monitor, der auch höchsten Ansprüchen an Neutralität und Akkuratesse gerecht wird: Seine unbestechlich klare Wiedergabe von den Bässen bis hinauf in höchste Höhen bei einem verblüffend guten Impulsverhalten und einer außerordentlichen Räumlichkeit und Ortbarkeit macht ihn zum kompromisslosen Profi-Werkzeug. Mit rund 34.000 Euro hat dieser messerscharfe Analytiker natürlich seinen Preis, der aber gemessen am Ergebnis gerechtfertigt ist.  

Erschienen in Ausgabe 11/2007

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 17493 €
Bewertung: sehr gut – überragend
Preis/Leistung: sehr gut

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