Filmreif

 

Roger Schult hat wieder zugeschlagen: Seine neueste Kreation heißt „RS-Matrix Aural Editing System“ und kommt augenzwinkernd im Design der legendären Matrix-Filme, in denen reale und digital-virtuelle Welten miteinander verschmelzen. Dabei ist die RS-Matrix ein seriöses – und selbstverständlich voll analoges – Mastering-Tool.

Von Igl Schönwitz

 

Der Name Roger Schult steht für feinste analoge Audiotechnik made in Germany. Dabei zeichnen sich seine handgefertigten Geräte nicht nur durch außergewöhnliche Akribie beim Schaltungsdesign und in der Verarbeitung aus. Darüber hinaus überrascht der Tüftler aus dem rheinischen Erftstadt immer wieder durch neuartige Gerätekonzepte und Lösungen, die unseren Tontechniker-Alltag vereinfachen wollen. Auch die vorliegende RS-Matrix ist so ein Fall. Professional audio hat das interessante Stück Studio-Technik bereits als Prototyp auf dem Prüfstand. Der künftige UVP für das kreative Mastering-Tool soll etwa 3.500 Euro betragen.

 

Konzept

 

Gerade beim Mastering ist es reizvoll, Mitten- und Seitenkanal eines Stereosignals getrennt zu bearbeiten. Selbst Eingriffe in die Lautstärkeverhältnisse einzelner Instrumente in einem fertigen Stereomix sind damit in gewissen Grenzen noch möglich. Vor allem jedoch lässt sich die räumliche Dimension eines Mixes über M/S-Bearbeitung detailliert formen. Der Nachteil: In der Regel sind M/S-Kodierung- und Dekodierung oft nur umständlich zu lösen.

Doch genau hier setzt Roger Schults RS-Matrix an: Das Gerät bietet zunächst zwei Inserts für Outboard-Geräte, die jeweils individuell in Stereo- oder M/S-Betriebsart umgeschaltet werden können. Zusätzlich gibt es je eine Filterstufe für den Mitten- und Seitenkanal, die im Signalweg zwischen den beiden Effektloops angeordnet sind. Zu guter Letzt bietet das Gerät einen Stereobasisbreitenregler, der zwischen Null (Mono) und Faktor zwei überblenden kann. Dabei wird die Basisbreite nur über das Mischungsverhältnis von Mitten- und Seitensignal geregelt: Null entspricht dem reinen Mittenkanal, bei Faktor zwei wird das Seitensignal mit verdoppeltem Pegel wiedergegeben.

 

Nun mag diese Ausstattung dem ein oder anderen zunächst unspektakulär erscheinen. Doch Achtung: Wie unser Praxistest zeigte, steckt der Teufel im Detail. Denn einerseits erfordert gerade eine M/S-Bearbeitung allergrößte Genauigkeit im Schaltungsdesign, andererseits erwies sich die Auslegung der RS-Matrix als äußerst praxisgerecht und wirkungsvoll, sodass ich das Gerät bereits nach 15 Minuten Test nicht mehr hergeben wollte – Roger Schults jüngstes Baby macht seinem Beinamen „Aural Editing System“ nämlich alle Ehre. Doch der Reihe nach:

 

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