Die Dritte Generation

IK Multimedia hat mit SampleTank 3 soeben die neueste Version seines hauseigenen Sampler-Flaggschiffs vom Stapel gelassen. Wir zeigen Ihnen, was die neueste Generation der Workstation alles zu bieten hat.

Von Johannes Dicke

Nicht nur Pizza, Paganini oder Ferrari kommen aus Italien, sondern auch Musik-Software verschiedenster Couleur entsteht dort, genauer gesagt im norditalienischen Modena. Bereits seit 1996 tüfteln in der Hauptstadt der gleichnamigen Region die Entwickler von IK Multimedia erfolgreich an neuen Produkten. Dabei ist im Laufe der Jahre ein stattliches Portfolio zusammengekommen, aus dem vieles, in erster Linie im Bereich Software, mit der Zeit einen festen Platz in der Studio-Szene erobert hat. Software wie die T-Racks Effekt-Serie, das großartige ARC2 Raumkorrektursystem, der virtuelle Gitarren-Amp AmpliTube oder eben die hauseigene Sample-Plattform SampleTank, begeistern mittlerweile zahllose Musiker und Produzenten. Dabei steht gerade hinter IK Multimedias Sample-Plattform eine lange Entwicklungsgeschichte. Schon Anfang 1998 hat IK nach eigenen Angaben damit Pionierarbeit geleistet, denn die erste Version war zum Veröffentlichungszeitpunkt im Jahr 2001 eine der ersten ihrer Art überhaupt. Auf seinerzeit gängigen Rechnern mit einer Prozessor-Taktfrequenz von lediglich 833 MHz und begrenztem Arbeitsspeicher war das beileibe keine leichte Aufgabe. Doch die IK-Entwickler hatten befunden, dass die Zeit reif sei für derartige Schritte. Das Wagnis gelang und SampleTank wurde zu einer der etablierten Workstations in diesem Bereich. 2004 folgte dann eine verbesserte zweite Version, die nun von der aktuellen, rund 270 Euro kostenden, dritten Generation durch weitere Verbesserungen, neue Sounds sowie neue Features übertroffen wird. Unter anderem gehören dazu verbesserte Sampling-Engines, ein übersichtlicheres GUI-Design, eine schaltbare Round-Robin Funktion, das Laden und Spielen von MIDI-Pattern sowie neu gemodelte Effekte aus den hauseigenen Plug-in-Linien T-Racks und AmpliTube. Auch die Sample-Library wurde derweil weiter aufgerüstet und umfasst bei einer Größe von immerhin 33 Gigabyte mittlerweile mehr als 4.000 verschiedene Instrumenten-Sounds. Bereits diese Eckdaten verheißen einiges an Soundpotenzial und machen Appetit auf klangliche Kostproben.

SampleTank 3 wartet zunächst mit einer neu gestalteten und schön übersichtlichen Bedienoberfläche auf. Unter den Überschriften Play, Mix und Edit verschaffen drei Hauptfenster besten Überblick über die wichtigsten Features, wie die Klang-Bibliothek, ein integriertes Mischpult, sowie weitere Einstellungen zur klanglichen Feinjustage. Ausgangspunkt für jede Stand-alone- oder DAW-Session ist das Play-Fenster, wo im Library-Browser zunächst Sounds aus der umfangreichen Klang-Bibliothek geladen werden können. Diese zeigt sich bereits auf den ersten Blick reichlich mit Klangfutter ausgestattet und bietet einen regelrechten Rundumschlag an Instrumenten. Von Klavier über Schlagzeug und Streicher, bis hin zu allen möglichen Synthesizerklängen, nebst Loop-Sounds, wird ein enorm großes Klangarsenal geboten, das für praktisch jedes Einsatzgebiet etwas zu bieten hat. Neben Einzelinstrumenten finden sich dort auch bereits vorgefertigte Multi-Instrumente, die entsprechend unterschiedlicher Musik-Stile zusammengestellt sind oder aber verschiedene Spielweisen eines Instrumentes vereinen. Analog dazu stehen im Pattern-Reiter zusätzlich zahlreiche MIDI-Pattern mit instrumentenspezifischen Grooves, Licks und Phrasen bereit.
Ist schließlich die Entscheidung für eines der über 4.000 Instrumente gefallen, erscheint dieses nach dem Laden im rechts neben dem Library-Browser befindlichen Kompakt-Mixer. Dieser kann auf bis zu 16 Kanälen mit Klangfutter bestückt werden und bietet zudem bereits Schnellzugriff auf grundlegende Mischpult-Features, wie Mute, Solo, Insert-Effekte oder die Einstellung von MIDI-Kanälen. Letzteres ermöglicht übrigens das gleichzeitige Spielen mehrerer Sounds und die Erschaffung besonders groß wirkender Klänge aus mehreren unterschiedlichen Schichten, was das Klangpotenzial der Workstation nochmals erweitert. Ist der Pattern-Reiter aktiv, lassen sich rechts neben den Sound-Slots die Transponierung, eine Swing-Funktion sowie die Anschlagsstärke des Pattern einstellen. Um einen Sound von einem Pattern spielen zu lassen, reicht dabei ein simples Drag-and-drop der gewünschten Phrase aus dem Pattern-Browser auf eine beliebige Taste der virtuellen Klaviatur die daraufhin rot unterlegt wird und ein Play-Symbol besitzt. Ein simpler Druck auf diese Taste startet das Pattern und stoppt es nach erneutem Druck. Bis zu 128 Pattern können dabei pro Instrument geladen und auf die Tasten geroutet werden. Wer mag, kann die Pattern aber auch direkt aus SampleTank 3 ins Arrangement-Fenster der DAW ziehen und bei Bedarf entsprechend modifizieren. Im Test haben wir mit diesen Möglichkeiten binnen kürzester Zeit ein amtlich klingendes Grund-Arrangement erstellt, das nicht nur inspirierend wirkt, sondern auch noch einen Heidenspaß macht. Dafür gibt’s in jedem Fall ein Sonderlob. Denn wenn es mal wirklich schnell gehen muss, liefert SampleTank 3 en passant eine Lösung, die weit mehr als die üblichen Begleit-Automatiken von Alleinunterhalter-Keyboards ist. Außerdem offeriert sie eine praxisgerechte und stilsichere Auswahl an Phrasen über viele Stilistiken hinweg.

Doch zurück zum Play-Fenster: Neben der Übersicht über die geladenen Instrumente im Kompakt-Mixer, bietet das darunter gelegene, sogenannte Quick Access Panel raschen Zugriff auf zentrale Klangparameter und Effekte eines angewählten Instrumentes. Zu diesem Zweck stehen zwei Unterabteilungen zur Verfügung: Macro gestattet die rasche Einstellung der wichtigsten Klang-Parameter, wohingegen sich im FX-Bereich bis zu fünf Effekte auswählen und feinjustieren lassen.
Unterhalb des Quick Access Panels ist schließlich noch eine virtuelle Klaviatur, nebst dem üblichen Mod- und Pitch-Rad vorhanden.
Last but not least hält die Play-Abteilung ein ausgefallenes Spezial-Feature in Gestalt der praktischen Live-Funktion bereit, welche als äußerst sinnvolles Schmankerl für den Bühnen-Einsatz konzipiert wurde. Mit ihr lassen sich nämlich virtuelle Setlisten, zum Beispiel für den nächsten Bandauftritt erstellen, die anstelle des Kompakt-Mixers erstellt werden können. Einmal angefertigt, enthalten sie dann alle im Konzert benötigten Sounds bereits fein säuberlich zurechtgelegt und zum Laden bereitgehalten. Bis zu 64 Songs mit jeweils maximal 16 verschiedenen Instrumenten lassen sich zu solch speicherbaren Sets zusammenstellen, was für Live-Musiker einen Segen bedeutet: Nun kann die obligatorische Papier-Setliste direkt innerhalb der Workstation angelegt und gleichzeitig mit dem benötigten Instrumentarium verknüpft werden.

Doch solche Klangfülle bedarf am Ende auch der richtigen Abmischung, wozu die Mix-Seite alles bereithält, was Producer-Herzen in Sachen Mixdown höher schlagen lässt. Nicht nur die bereits erwähnten 16 Instrumentenkanäle, sondern auch vier Return-Kanäle, sowie ein Masterkanal zur Summierung, stehen dort bereit. Diese sind neben Grundfunktionen, wie Solo, Mute, Panorama und Pegelanzeigen, mit bis zu fünf frei belegbaren Insert-Effekt-Slots ausgestattet, die den perfekten Mix komplett machen. An dieser Stelle kann aus einem umfangreichen FX-Arsenal ausgewählt werden, das praktisch keine Wünsche offen lässt. Alle gängigen Prozessortypen von EQs und Kompressoren, bis hin zu Hall, Delay und Gitarren-Amps werden aufgeboten. Darunter finden sich sogar heißbegehrte Studio-Klassiker. Mit von der Partie sind zahlreiche Vertreter aus IK Multimedia´s Plug-in-Linien T-Racks und AmpliTube. Vor allem aus der T-Racks Serie lassen einige Namen von virtuellen Geräten aufhorchen, die allesamt analogen Studio-Legenden nachempfunden sind. Unter anderem sind ein EQ im Pultec-Stil, sowie Nachbauten der klassischen Kompressoren 1176 und LA-2A mit an Bord. Schätzchen wie diese, verleihen bearbeiteten Klängen einen schönen, charaktervollen Vintage-Anstrich und machen ordentlich Appetit auf spannende Abmischungen. Dabei lässt sich das Effektarsenal nicht nur allein in Form von Kanal-Inserts nutzen, sondern via Aux-Wege auch zur Verwendung als Sendeffekte durch Einsatz auf den vier Return-Kanälen. Diese kann man mit den Signalen beliebiger Instrumente beschicken, was über die entsprechenden Bedienelemente unterhalb der Insert-Slots eines Kanals vonstattengeht. An dieser Stelle kann man jeden der vier Returnkanäle zur Beschickung auswählen. Zusätzlich dazu gibt es die praktische Option, den Send-Weg auch Pre-Fader schalten zu können. Das sorgt bei Bedarf dafür, dass das Signal bereits vor Kanalfader und Insert-Effekten abgegriffen wird und somit von einer ungewollten Bearbeitung durch diese Elemente ausgenommen ist.

Wer schließlich noch tiefere Eingriffe jenseits von Instrumenten-Auswahl und interner Abmischung vornehmen möchte, wird im Edit-Fenster fündig. Dort bieten sich vielerlei Justierungsmöglichkeiten, welche auch die Herzen von ausgewiesenen Schraubern höher schlagen lassen dürften. Neben AHDSR-Hüllkurven, LFOs, Filtern und den typischen Polyphonie-Einstellungen, eröffnet sich der Zugriff auf die umfangreiche Sampling-Engine. Diese kann man in der Sample-Unterabteilung zwischen drei verschiedenen Arbeitsmodi umstellen. Dazu stehen insgesamt vier Schaltflächen zur Verfügung: Die auf der linken Seite erlauben entweder die Auswahl des standardmäßig eingestellten Re-Sampling Verfahrens oder aber der Option Time Stretch / Pitch Shift. Letztere bietet separate Kontrolle über Zeit- und Tonhöheneinstellung und erlaubt dementsprechende Klangveränderungen. Die rechten beiden Buttons hingegen aktivieren IK-Multimedia´s hausgemachte STRETCH Sampling Technologie, die zwei verschiedene Betriebsarten nebst zugehörigen Potis bietet. Das erlaubt entweder per Stretch Note Modus die zusätzliche Veränderung der Klangfarbe von Instrumentenklängen oder aber im Phrase Modus die bequeme Tempo-Anpassung von Loops.

Nachdem wir uns einen Überblick über SampleTanks geballtes Feature-Potenzial gemacht haben, kann‘s nun ans Eingemachte gehen, nämlich den Klang der mitgelieferten Sample-Instrumente. Wie bereits kurz angerissen, hat die werkseitige Klangbibliothek eine ganze Menge zu bieten: von Klavieren und Gitarren über Bässe und diverses Schlagzeug bis hin zu Orchesterinstrumenten und diversen, live-tauglichen Loops. Zum einen besteht dieser aus brandneuen Sounds, die eigens für SampleTank 3 produziert wurden und zum anderen aus bereits bewährten Klängen aus der Vorgängerversion. Aufgrund der Ordnerstruktur ist erkennbar, welche Samples alt, und welche neu sind. Klänge aus der Vorgängerversion befinden sich in einem mit ST2 XL bezeichneten Unterordner, der sich unter allen aktuellen Instrumenten findet.
Als erstes starten wir mit einem der Standard-Instrumente schlechthin, dem Klavier. In der entsprechenden Kategorie laden wir das Grand Piano 1, welches uns sogleich mit angenehmem und in allen Registern ausgewogenem Grundklang erfreut. Nach genauerem Hinhören fällt allerdings auf, dass es der vorliegenden Variante im Vergleich zu anderen Sample-Flügeln an Detailreichtum fehlt. Gerade im Dynamikbereich hätten wir uns eine größere Bandbreite gewünscht. Auch beim Antesten der folgenden Klaviere bleibt dieser Eindruck bestehen. Alle fühlen sich beileibe nicht schlecht an, klingen jedoch durch die Bank eher wie klassische Workstation-Pianos, als nach realistisch-detaillierten Originalen.
Als nächstes begeben wir uns in die Streicherabteilung, wo bereits Violine, Viola, Cello und Kontrabass auf uns warten. Diese sind sowohl als Soloinstrumente, als auch in Form von Ensemble-Zusammenstellungen mit verschiedener Spielweisen im Angebot. Das Sample-Material klingt äußerst ordentlich und ermöglicht, gepaart mit weiteren Sounds, wie Holz- oder Blechbläsern wirklich schöne Orchestrierungen. Doch auch bei den Streichern fehlt in den Solo-Instrumenten noch das gewisse Etwas an Lebendigkeit. Abhilfe schaffen hier aber die mitgelieferten Multi-Versionen. Sie sind im Browser durch ein KS-Symbol auffindbar und enthalten alle vorhandenen Spielweisen des betreffenden Instrumentes. Via integrierter Keyswitches ist dann ein direktes Umschalten zwischen den unterschiedlichen Spielweisen möglich. Einziger Haken: Selbst programmiert werden kann ein Umschaltwerkzeug bis dato nicht. Lediglich in bereits werkseitig speziell vorgefertigten Multi-Instrumenten sind Keyswitches nutzbar.
In Sachen Realismus haben wir jedoch außerdem noch eine weitere Möglichkeit entdeckt, mit deren Hilfe sich speziell Streichern noch mehr Leben einhauchen lässt. Als Beispiel dient uns das Preset Violin 1, das bereits werkseitig mit einem schön leidenschaftlichen Vibrato versehen ist. Mit einer einfachen Maßnahme kann nun die Vibrato-Geschwindigkeit gesteuert werden. Das Edit-Fenster, wo zunächst der Sample-Modus von Resampling auf Stretch Note umgeschaltet werden muss. Über den dazu gehörenden Time-Regler bietet sich nun die Möglichkeit, das Vibrato gezielt zu verlangsamen oder aber zu beschleunigen. Durch entsprechende Automation, die entweder über die DAW-seitige Instrumentenspur selbst oder aber mit der MIDI-Learn-Funktion realisierbar ist, lässt sich dieser Parameter gut steuern.

Aber auch im elektronischen Gefilde hat SampleTank 3 einiges zu bieten. Gleich der erste angespielte Sound Brassy Lead A kommt mächtig fett daher und trifft nahezu exakt den Leadsound des Dance-Klassikers L‘ámour Toujours von Gigi D’Agostino – sehr schön. Als wäre gleich der erste Sound dieser Abteilung ein Vorbote, will die Kette solcher Freudenmomente beim weiteren Durchhören nicht abreißen. So kommen uns alle Nase lang allerhand wirklich erstklassige Brot- und Butter-Sounds unter die Finger, sowie innovativ einsetzbares Klangmaterial. So sind beispielsweise im Leadsynth-Ordner zahlreiche, zeitgemäße Presets von fett und verzerrt, bis hin zu wunderbar knarzig an Bord. Doch auch andere Synth-Kategorien, wie Pad-, beziehungsweise Flächensounds, wissen auf ganzer Linie durch Vielfalt und einen durchweg amtlichen Klangcharakter zu überzeugen. Weiter geht’s mit den Gitarren, bei denen uns eine Palette verschiedener Akustik- und E-Gitarren mit unterschiedlichen Modellen und Spielweisen erwartet. Die an dieser Stelle gebotenen Samples fallen erneut klanglich unterschiedlich aus. Abermals können uns die Standardinstrumente in puncto Detailtreue nicht vom Hocker hauen. Andererseits findet sich vor allem in der aus SampleTank 2 übernommenen Unterabteilung ST2 XL einiges an sehr schönklingenden Presets. Dort liefern allen voran 12 Strings, Fingered 2 oder Six String Acoustic ordentliches Sample-Material, das auch wirklich nach gängigen Gitarrensounds klingt. Einziges Manko: Eine zünftige Rhythmusgitarre suchen wir vergeblich – schade. Was uns im Anschluss jedoch wieder freudig stimmt, ist ein Ausflug in den Bass-Bereich. Wie auch die restliche Library, bietet dieser eine enorme Vielfalt. Neben gelungenen akustischen und elektrischen Bässen, wie dem Upright oder dem Motown Bass, eröffnen gerade Synth-Bässe, wie der Heavy Saw Bass oder Dub Growl Uptempo ein wahres Soundparadies.

Zu guter Letzt darf selbstverständlich die ganz besonders wichtige Instrumentenfraktion Schlagzeug nicht fehlen. Diese bietet einige akustische, sowie elektronische Drumkits und weiß von Beginn an mit druckvollem Sound zu überzeugen. Seitens der akustischen Kits hat uns unter anderem besonders gut das Breathing 670 Kit gefallen. An dieser Stelle sind einmal mehr auch die Qualitäten der T-Racks Effekte deutlich hörbar, denn in den Insert-Slots des betreffenden Kanals stecken einige hauseigene Vintage-Instanzen. Neben der Emulation des legendären Fairchild 670 Röhrenkompressors finden sich dort unter anderem noch ein Urei 1176-Nachbau, sowie die Pultec-Nachbildung EQP-1A.
Bei den elektronischen Drums werden neben den üblichen Verdächtigen à la Roland TR 808 und 909 allerhand EDM- und Hip Hop-taugliche Kits geboten. Die Sounds klingen allesamt gut und auch an dieser Stelle kommt erneut die Macro-Abteilung im Quick Access Panel zum Tragen. Dort lassen sich die einzelnen Drum-Sounds eines Kits beispielsweise Cent-genau auf die Tonhöhe des gesamten Songs abstimmen und in weiteren Attributen bearbeiten.
Abschließend probieren wir sozusagen als Sahnehäubchen noch eine kleine, aber feine Abteilung mit unterschiedlichen Loop-Sounds aus. Diese ist aufgeteilt in einzelne Schlagzeug-Grooves und Groove-Construction Kits, die in erster Linie für Live-Einsätze gemacht sind. Wird ein solches Loop-Instrument geladen, erscheinen die Tasten in einem jeweils begrenzten Bereich der SampleTank-Klaviatur grau markiert und, ebenso wie beim Arbeiten mit den Pattern, mit einem kleinen Play-Symbol versehen. Wird nun eine dieser Tasten gedrückt, spielt der entsprechende Loop in Endlosschleife, wohingegen ein erneuter Tastendruck die Wiedergabe beendet. Zudem ist jede der Tasten im markierten Bereich mit einem anderen Loop belegt, so dass mit viel Abwechslung losgejammt werden kann. Bei den Construction Kits funktioniert das genauso, nur dass hierbei außer Drum-Loops noch viele weitere geloopte Klänge von Synthesizern oder anderen Instrumenten mit an Bord sind. Auf diese Weise macht der Sampler seiner Bezeichnung als Workstation alle Ehre, denn sie agiert nicht nur als Einzelinstrument, sondern auch als komplette Band.

Fazit
SampleTank 3 entpuppt sich als leistungsfähige und umfangreiche Workstation, die sich nicht nur für den Studio-Einsatz eignet, sondern vor allem im Live-Betrieb eine gute Figur macht. Die große Klang-Bibliothek punktet mit vielen schönen Brot- und Butter-Sounds, deren Stärken vor allem in den Bereichen Synthesizer-, Drum- und Bass-Sounds liegt. Darüber hinaus kann der Sampler mit außergewöhnlichen Klangfunktionen, einer genial-einfachen und mächtigen MIDI-Pattern-Funktionalität sowie gut gemachten Multi- und praktischen Loop-Instrumenten punkten. Lediglich bei Klavier und einigen Streichinstrumenten hätten wir uns etwas mehr Lebendigkeit und Detailtreue gewünscht. Nichtsdestotrotz liefert IK Multimedia mit dem Sample Tank 3 ein umfangreiches Klangpaket ab, das sich vor allem für den Live-Einsatz auf Bühnen, sowie bei Pop- und Dance-Studioproduktionen anbietet. Letztlich stimmt auch der Preis von 269 Euro, der im Vergleich zu den Vorgängerversionen sogar gesunken ist.

Erschienen in Ausgabe 10/2014

Preisklasse: Oberklasse
Preis: 269 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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