Berlin calling

Mit den Berlin Strings will der deutsche Hersteller Orchestral Tools das Streicher-Library-Segment nicht nur in Sachen Spielbarkeit und Handling ordentlich aufmischen, sondern auch durch einen äußerst feinen Sound punkten. Was die Library tatsächlich leistet und was sie von den Mitbewerbern unterscheidet, lesen Sie im Test.

Von Georg Berger

Erinnern Sie sich noch? Im Januar-Heft erhielten Sie in der Reportage unseres Autors Henning Hellfeld einen tiefen Einblick in die Produktion der Berlin Strings Library des Herstellers Orchestral Tools. Abseits vom Produktionsaufwand und dem Klang der Aufnahmen, ließen vor allem die vielen angekündigten innovativen Funktionen und Features, allem voran das sogenannte „True Adaptive Legato“, auf Großes hoffen und machten uns den Mund ordentlich wässrig. Seit kurzem ist die Library jetzt endlich erhältlich, so dass wir unserem seinerzeit in der Reportage gegebenen Versprechen, das Endprodukt zu testen, nachkommen wollen. Sämtliche Details zu den Berlin Strings an dieser Stelle auflisten zu wollen, würde natürlich den Rahmen des Artikels sprengen, weshalb wir auf die Reportage in Heft 1/2014 verweisen. Hier also nur das Wichtigste in Kürze:

Die Library wurde vergangenes Jahr in den Berliner Teldex-Studios aufgenommen, das einen einschlägigen Ruf in Sachen Klassik- und auch Filmmusik-Aufnahmen genießt. Aufgenommen wurde die Streicher-Sektion eines Orchesters, also erste und zweite Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabässe. Aus klanglichen Gründen wurde dabei nur rund die Hälfte der Instrumente bei Tutti-Sounds aufgenommen. Vorteil: Der Einsatz von Divisi-Streichern ist damit kein Problem. Erwartungsgemäß ist eine Vielzahl an gebräuchlichen Artikulationen in die Library eingeflossen. Außer sostenuto-Sounds sind unter anderem spiccato-, staccato-Varianten, aber auch Spielfiguren wie Triller, Läufe und Glissandi mit an Bord (siehe Steckbrief). Damit lässt sich schon einmal auf weite Strecken so einiges anstellen. Demnächst wird Orchestral Tools sogenannte Expansion-Packs veröffentlichen, die mit weiteren Spielfiguren aufwarten und den Vorrat an Artikulationen, Spieltechniken und -Figuren entsprechend erweitern. Die Library bedient sich des Kontakt (Player) Samplers von Native Instruments als Abspiel-Software. Die Samples liegen dabei in 24 Bit und 48 Kilohertz Qualität vor. Mit rund 120 Gigabyte Gesamt-Volumen zählen die Berlin Strings zu den echten Schwergewichten. Tatsächlich sind es aber sogar über 250 Gigabyte, denn die Daten liegen im komprimierten ncw-Format vor und werden dynamisch beim Spielen der Sounds entpackt. Ein echtes Schwergewicht ist auch der Verkaufspreis, der mit rund 1.000 Euro zu Buche schlägt. Mit diesem Preis-Niveau adressiert sich Orchestral Tools ausschließlich an Profis, wenngleich der getriebene Aufwand – siehe Reportage im Januar-Heft – im Vergleich zu vielen ungleich günstigeren Librarys enorm ist. Dass sich der Hersteller dies bezahlen lässt, ist da nur legitim. Zudem ist Orchestral Tools in dieser Hinsicht in sehr guter Gesellschaft. Produkte wie die LA Scoring Strings von Audiobro (Test in Heft 1/2010) oder die Dimension Strings von Vienna Instruments rangieren auf ähnlich hohem Niveau und sind ebenfalls ausgewiesene Profi-Tools.

Abseits dessen warten die Berlin Strings tatsächlich mit einer Reihe an Besonderheiten auf, die im Gros der Discount-Librarys so nicht anzutreffen sind und im Dienste eines besseren Handlings schneller und unkomplizierter zu authentisch und lebendig klingenden Ergebnissen führt. An Stellen wo sonst aus Kostengründen mit technischen Tricks gearbeitet wird, um den Eindruck von Authentizität herzustellen, hat sich Orchestral Tools die Mühe gemacht und eigens dafür entsprechende Samples angefertigt, die korrespondierend zum Spiel unmerklich getriggert werden. So kommt es leicht vor, dass wir im Test Presets spielen, die locker mehr als 1,5 Gigabyte an Speicherbenötigen.
Auffällig ist auch, dass das GUI nicht mit einer Vielzahl an Parametern überfrachtet ist, die es noch vor dem Spielen der ersten Note zunächst einzustellen gilt. Der Anwender kann sich stets auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Das Komponieren und Einspielen von Streicher-Arrangements. Der Anwender erhält Zugriff auf relativ wenige, aber dafür immens wichtige Parameter. Key-Switches oder weitere Controller zum Ausformen des Klangs beim Spielen sind lediglich in homöopathischen Dosen enthalten. Um diesen Spagat – authentischer Klang und hoher Bedienkomfort – zu realisieren, ist in jedem Falle eine Menge Gehirnschmalz bei der Konzeption und Realisation der Library eingeflossen, was von einer hohen Sachkenntnis des Herstellers zeugt. Kein Wunder, denn Berlin Strings ist nicht zuletzt auch ein Produkt von Praktikern für Praktiker. Schauen wir uns diese Features einmal etwas näher an:

Beim Laden einzelner Presets zeigen sich je nach Artikulation und Spielfigur jeweils unterschiedlich ausgestattete Bedienoberflächen. Allen GUIs gemeinsam ist ein rudimentärer Mixer am Fuß über den sich die Lautstärken des Direkt-Klangs, einer Decca-Tree-, einer AB- sowie einer sogenannten Surround-Mikrofonierung einstellen lässt. Über diese Kanäle lässt sich der spezielle Raumklang des Teldex-Studios nach eigenen Wünschen austarieren. Erste Besonderheit: Die Presets der ersten Violinen besitzen zusätzlich die Möglichkeit, die Konzertmeister-Violine gesondert in der Lautstärke zu kontrollieren, ein Feature, das wahrlich nicht alltäglich ist, allerdings in ähnlicher Form in der ebenfalls vor kurzem veröffentlichten Mural-Library von Spitfire Audio auch anzutreffen ist. Anders als die Close-Kanäle, bei denen der Klang in stereo ausgegeben wird, kommt das Konzertmeister-Signal dabei in mono direkt aus der Mitte. Geschickt via Automation eingesetzt, können damit entsprechende Akzentuierungen realisiert werden, wie sie eben von der (aller)ersten Geige im Orchester, sprich dem Konzertmeister, erwartet werden.

Die nächsten Besonderheiten drehen sich um das Ausgestalten der Dynamik: Über den Volume-Range-Parameter kann die Gesamtdynamik nach eigenen Wünschen erweitert werden, so dass bei ganz leichten Tastenanschlägen, die Samples noch leiser als in der Original-Aufnahme erklingen und umgekehrt. Zwei Arten von Dynamik-Steuerung sind zudem verfügbar: Einmal wie gehabt über die Anschlagsdynamik der Tastatur, das andere Mal im Crossfade-Modus, wobei die Dynamik mit dem Modulationsrad oder jedem beliebigen anderen MIDI-Controller steuerbar ist. Zusätzlich gibt es spezielle Dynamik-Presets, die über Key-Switches verschiedene Dynamik-Verläufe, etwa von piano über mezzoforte nach fortissimo, aufrufen und das Erzeugen von (De-)crescendi ermöglichen. Überdies können auch die Velocity-Layer nach eigenen Wünschen deaktiviert werden. Bis zu vier Layer – piano, mezzoforte, forte, fortissimo – finden sich in den Presets, die korrespondierend zum Spiel dynamisch abgespielt werden. Wer in einer Phrase jedoch nur forte spielen möchte, kann die anderen Dynamik-Layer also außen vor lassen. Die Lautstärke des verbliebenen Dynamik-Layer kann dann trotzdem wie gehabt via Anschlagsdynamik/Controller über die gesamte Spanne gesteuert werden. Zugegeben, das hört sich zunächst etwas unlogisch an und der Sinn des (Ent-)Ladens von Dynamik-Layern erschließt sich nicht so ganz, wenn ein verbliebener Layer komplett per Anschlagdynamik steuerbar ist. Doch gerade das ist ja der Clou an der Sache, denn ein und derselbe Ton besitzt nicht zuletzt durch den erforderlichen Kraftaufwand, etwa beim Bogenstrich und dem damit einhergehenden Resonanzverhalten in unterschiedlichen Dynamikstufen ein etwas anderes Timbre. Es geht also weniger um Lautstärke, sondern mehr um Klangfarbe und Lebendigkeit.

Alternative Wege und Lösungen hat Orchestral Tools auch hinsichtlich der Phrasierung und des Spielvortrags gefunden. So warten einige Presets mit einem aktivierbaren Vibrato auf. Doch anders als sonst, wo sich eher nur die Intensität oder die Geschwindigkeit des Vibrato regulieren lässt, warten die Presets mit unterschiedlichen musikalischen Qualitäten – strong und romantic – auf, die einmal mehr in Form separater Samples realisiert wurden. Gerade das romantic-vibrato punktet im Test mit seiner subtilen Ausprägung und profiliert die Berlin Strings erneut. Davon wünschen wir uns in jedem Fall mehr und wir hoffen auf weitere Vibrati in künftigen Expansion-Packs.
Weiter geht’s mit dem Problem des Legato-Spiels, das bereits von vielen Herstellern individuell beackert und auch von Orchestral Tools auf eigene Art und Weise gelöst wurde. Dafür finden sich spezielle Legato-Presets im Arsenal der Berlin Strings, die dezidierte Legato-Samples beim Aufruf abspielen, also Klangausschnitte, die das gebundene Hinübergleiten von einem Ton zum nächsten enthalten, ähnlich wie beim Triggern von Release-Samples, die nach dem Loslassen der Taste eingeblendet werden, hier jetzt aber mitten im Spiel. Der Einsatz von Hüllkurven-Generatoren, über die so etwas in eher rustikaler Weise realisiert wird, entfällt dadurch. Noch besser: Diese Übergangs-Samples wurden gleich in drei Varianten – langsam, mittel und schnell – aufgenommen, die in Abhängigkeit zum Spiel-Tempo zum Einsatz kommen. Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, den Automatismus per Solo-Button oder Key-Switch zu umgehen und das gewünschte Legato nach eigenen Wünschen forciert einzusetzen, was im Test aber zumeist nicht nötig ist. Hintergrund: Ein legato klingt bei sehr raschen Läufen anders, genauer gesagt etwas schiefer, als bei langsamen, was auf diese Weise in den Berlin Strings berücksichtigt wird. Dabei kommt ein ausgefuchster Algorithmus, eben jenes eingangs erwähnte „True Adaptive Legato“ zum Einsatz, der das Spiel des Anwenders überwacht und je nach Geschwindigkeit der gespielten Noten automatisch das entsprechende Legato-Sample triggert und gegebenenfalls verstimmt. Der Grad der abnehmenden Intonation wird beim Spielen über eine Meter-Anzeige dynamisch im GUI dargestellt.

Weiter geht’s mit den nächsten Besonderheiten, den Trillern und Läufen. Preisgünstige Librarys offerieren diese Spielfiguren und Artikulationen zumeist nur in Form von einigen wenigen gesampleten Phrasen, wiederum ein kostengesteuerter Kompromiss. Orchestral Tools greift hingegen erneut in die Vollen und liefert Presets, die dem Anwender immense Freiheiten bei der Ausgestaltung dieser instrumentalen Vorträge gewährt und dies gleichzeitig auf denkbar einfache Weise realisiert. So lassen sich Triller völlig frei gestalten, wobei zwei Modi auf charakteristische Weise für das weitere Ausgestalten sorgen. So kann im ersten Modus durch Spielen weiterer Noten der Triller im Gesamtklang dichter ausgestaltet werden. Dramatisch-expressive Toncluster sind damit in Windeseile erstellt. Im anderen Modus lassen sich separate Triller auf verschiedenen Tonstufen erzeugen, so dass über eine Instanz ein polyphones Trillergeflecht realisierbar ist, etwa im Quinten-Abstand. Streicherläufe, rasch gespielte Tonleiterfolgen auf- und/oder abwärts stehen in zwei Varianten zur Auswahl: Einerseits in Form gesampleter Phrasen, wobei jede Tonstufe des Quintenzirkels in Dur und Moll abgedeckt ist und ein Tempo-Regler Einfluss auf die Geschwindigkeit des Laufs nimmt. In der anderen Variante, den sogenannten „playable Runs“ erhält der Anwender die Möglichkeit, Läufe individuell nach eigenen Wünschen einzuspielen, wobei auch dort die Technik des „True Adaptive Legato“ zum Einsatz kommt. Last but not Least finden sich noch weitere, vergleichsweise eher alltägliche Features und Funktionen zum weiteren Ausgestalten der Sounds, die auch in den Lowcost-Librarys anzutreffen sind. So können Release-Samples und Bogengeräusche aktiviert und in der Lautstärke justiert werden und es steht auch eine con sordino-Funktion zum Dämpfen des Sounds zur Verfügung. Das Rad muss ja nicht komplett neu erfunden werden.

Im Hör- und Praxistest lassen wir uns sogleich von einem herrlich feinen Grundsound in den Bann ziehen. Die Sounds klingen durch die Bank sehr angenehm, weich aber trotzdem kraftvoll und eindrucksvoll plastisch ohne jedoch an Definition zu verlieren. Überdies besitzen sie ein seidiges Schimmern in den Höhen, das sie wie einen zarten Schleier umgibt. Wenig später merken wir, dass wir bislang nur den Decca-Tree-Kanal gehört haben, die Default-Stellung beim Laden jedes Presets. Also rasch auch die anderen Kanäle nachgeladen und noch einmal gehört. Im Close-Kanal ist die Räumlichkeit logischerweise deutlich zurückgenommen und das seidige Schimmern ebenfalls. Die Sounds klingen jetzt eher nüchtern, aber trotzdem nicht unangenehm. Sie sind zwar jetzt ungleich kraftvoller, voluminöser und vordergründiger hörbar, sie besitzen aber trotzdem immer noch ein weiches, angenehm klingendes Timbre. Die AB- und Surround-Kanäle legen hingegen in Variation zum Decca-Tree-Kanal individuelle Raumanteile und auch Stereobreiten auf die Sounds. Doch das ist nur einer von vielen Klangeindrücken, die wir im Test erhalten. Mächtig Gas geben die Berlin Strings beim Einsatz der verschiedenen Dynamik-Layer, die den Vorrat an Timbres gehörig erweitern. So etwas kennen wir in der Art beziehungsweise in dieser Deutlichkeit von den bislang von uns getesteten String-Librarys nicht. So verwandelt sich beispielsweise die erste Violine von einem zarten, lyrisch klingenden Instrument im Piano-Layer alsbald in ein bissig und scharf klingendes Monster im Fortissimo-Layer, mit dem sich dramatisch expressive Bombast-Einsätze fahren lassen. Wir erhalten alsbald den Eindruck, gleich mehrere Librarys mit unterschiedlichen Grundsounds zur Verfügung zu haben. Die LA Strings von Audiobro entwickeln im Vergleich dazu nicht die gleiche Kraft und klangliche Spannweite wie die Berlin Strings, zumal ihr Grundsound auch eher kleiner, kammermusikalischer ist. Das Spielen mit den verschiedenen Dynamik-Layern macht jedenfalls einen Riesenspaß und wirkt sehr inspirierend, zumal alles per Anschlag oder MIDI-Controller direkt verfügbar ist. In Sachen Wandlungsreichtum gibts dafür ein Extralob.

Allerdings machen sich recht bald auch eine Vielzahl an Nebengeräuschen beim Spielen bemerkbar, die sich unterschiedlich auf einzelne Noten/Tasten verteilen. Mal ist ganz sachte ein Stühle rücken hörbar, das andere Mal sind sogar impulshafte Geräusche hörbar, so als ob etwas bei oder kurz nach der Aufnahme auf den Boden gefallen ist. Saitenquietschen und ähnliche instrumentale Nebengeräusche sind ebenfalls mit an Bord, aber nicht in gleichem Maße störend. Ein anderes Mal ist im Ausklang ein Aufrauschen des Raumklangs zu vernehmen, vor allem wenn die Raumkanäle sehr hoch eingestellt sind. Mal sind diese Störenfriede im Ausklang, ein anderes Mal mitten im Sound zu hören. Allerdings wechselt dies in Abhängigkeit zum gerade gespielten Dynamik-Layer und zur Lautstärke der einzelnen Raumkanäle. Im Test sind wir durch diese Störgeräusche irritiert und wir entdecken uns, wie wir uns regelrecht darauf einschießen, denn so etwas sind wir bei Sample Librarys nicht gewohnt. Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass auch die Samples der Audiobro-Library stellenweise mit Nebengeräuschen und dem oben erwähnten Aufrauschen im Ausklang durchsetzt sind, wenngleich nicht so deutlich hörbar. Wir sprechen Orchestral Tools Mitinhaber Hendrik Schwarzer auf diesen Umstand an und der erklärt uns, dass diese Geräusche aus Gründen der Authentizität absichtlich nicht gefiltert wurden. Schließlich ist ein Orchester ein lebendiger Apparat, der beim Spielen nun einmal auch Nebengeräusche produziert. Wir müssen ihm da durchaus recht geben und auch eingestehen, dass wir die Sounds mit einem allzu mikroskopischen Gehör getestet haben. Denn wenn einmal ein Streicher-Arrangement aus mehreren Spuren steht, fallen diese Geräusche nicht mehr ins Gewicht. Dennoch: Bei solistischen Einsätzen kann dies schließlich doch wieder von Bedeutung sein. Jedenfalls dürfte diese Art von Authentizität wahrscheinlich nicht jedem Anwender gefallen. Auch wir hätten uns da ein wenig mehr Sorgfalt bei den Aufnahmen gewünscht. Abseits dessen sind wir vom Rest des sich klanglichen bietenden Potenzials restlos begeistert. Das in den entsprechenden Presets integrierte True Adaptive Legato klingt atemberaubend realistisch. Ganz gleich wie schnell oder langsam wir Melodieläufe spielen, die Übergänge klingen stets wie aus einem Guß. Das kennen wir in dieser Ausprägung und vor allem im Bedienkomfort von den günstigeren Librarys nicht. Gleiches gilt auch für die Tonleiterläufe, die wir unter Zuhilfenahme des True Adaptive Legato nach unseren eigenen Wünschen einspielen. Das klingt ebenfalls höchst organisch und wie im richtigen (Orchester-)leben und ist schlicht und einfach genial gelöst. Das Beste: Wir müssen keine Vielzahl an Parametern einstellen, permanent Key-Switches drücken oder sonstiges beim Spielen anstellen, sondern haben alles im direkten Zugriff auf der Tastatur. Insgesamt hat sich der Aufwand in jedem Fall gelohnt. Berlin Strings folgt in Bilderbuch-Art dem altbekannten Diktum vom „Form follows Function“.

Fazit
Orchestral Tools legen mit Berlin Strings eine wandlungsreich klingende Library mit feinem Grundsound und noch feinerer Räumlichkeit vor. Dabei wurde ein enormer Aufwand getrieben, der sowohl einen beeindruckenden klanglichen Realismus erzeugt, als auch den Anwender dank genialer Programmierung vor den Wirren des Parameter-Dschungels bewahrt, so dass dieser sich nur auf eines konzentrieren braucht: Das Spielen und Komponieren. Berlin Strings ist zwar nicht gerade günstig, doch wenn es um authentischen Klang und Spielverhalten sowie optimalen Workflow geht, ist die Library ihr Geld in jedem Falle wert. Primär ist sie für Tonschaffende im Klassik- und Filmmusik-Bereich interessant. Als sporadischer Klanglieferant in Pop-Arrangements eingesetzt, würden die Berlin Strings in jedem Fall zu teuer kommen, einmal abgesehen davon, dass sie ihr Potenzial dort auch nur in Ansätzen ausreizen könnten.

 

Erschienen in Ausgabe 05/2014

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 999 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: gut

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