Field-Recording für Anspruchsvolle

 

Wer nach der Suche nach einer kompakten und portablen Recording-Lösung für wertige Stereo-Aufnahmen mit vielen Anschlussmöglichkeiten und einer Auflösung von bis zu 192 kHz bei 24 Bit ist, könnte im Hause Tascam fündig werden.

Von Sylvie Frei

 

Gut acht Jahre ist es her, dass der japanische Hersteller Tascam die erste Generation seines beliebten DR-100 auf den Markt geschickt hat. Damals im Test (in Professional audio 7/2009) kam das Produkt schon ganz gut weg, hatte aber, besonders was den Bassbereich des internen Omni-Mikrofons sowie die Windanfälligkeit der Kapseln des zweiten, gerichteten On-Board-Mics betrifft, noch kleinere Defizite. Mit dem DR-100MKIII wurde jüngst die neueste Inkarnation des Handheld-Stand-alone-Recorders veröffentlicht, die der Hersteller als Flaggschiff in diesem Produktsektor vermarktet und speziell für professionelle Anwender, Audiodesigner und Tontechniker empfiehlt.

Das gute Stück kommt noch immer mit gleich zwei internen Stereo-Mikrofonen daher. Hinzu kommen außerdem zwei XLR/6,3 mm Klinke-Combobuchsen zum Anschluss externer Mikrofone (inklusive Phantomspannung) oder Line-Quellen und noch weitere Eingänge (dazu gleich mehr). Zusätzliche Hauptfeatures sind die doppelte Stromversorgungs-Option, ein – so der Hersteller – einfaches und intuitives Bedienkonzept, eine PCM-Samplerate von bis zu 192 kHz bei 24 Bit Wortbreite sowie eine Reihe äußerst praktischer Recording- und Bearbeitungs-Tools, welche das Vorgängermodell noch nicht mit an Bord hatte. Der DR-100MKIII ist für einen UVP von 449 Euro zu haben und will es mit der Klasse von Handheld-Recordern aufnehmen, zu der etwa der Zoom H5 (Test in Professional audio 5/2015) oder der Olympus LS-100 (Heft 1/2013) zählen.

 

Äußeres

 

Der DR-100MKIII besitzt ein leichtes, doch stabiles Kunststoffgehäuse, das mit einem Gewicht von 425 Gramm (inklusive Batterien) und der Größe eines Walky-Talkys noch bequem in der Hand gehalten werden kann. Alternativ bietet sich die Montage auf einem Kamera-Stativ an, für das auf der Unterseite des Recorders ein Gewinde eingelassen ist.

Besonders auffällig sind das am DR-100MKIII-Kopf untergebrachte Stereo-Mikrofon und dessen zylinderförmige Kapseln. Auf der Oberseite des Recorders befinden sich das große Matrix-Display und die Mehrzahl der Bedienelemente. Sämtliche Anschlüsse, weitere Bedienelemente sowie das SD-Karten und Batterie-Fach sind platzeffizient an den Kopf-, Fuß- und Seitenflächen untergebracht.

 

Anschlussmöglichkeiten

 

Eingänge

Der Recorder erlaubt das Anschließen unterschiedlicher analoger und digitaler Signaltypen. Dazu zählen allen voran die zwei erwähnten Combobuchsen, die je einen XLR-Anschluss für Mikrofone sowie einen symmetrischen 6,3 mm Klinkenanschluss für Line-Signale bieten. Für Kondensatormikrofone steht standesgemäß Phantomspannung zur Verfügung. Hinzu kommen außerdem zwei 3,5 mm Klinkeneingänge – einer für externe Kameramikrofone (Plug-in-Power steht bereit) oder Stereo-Linequellen, der andere für digitale Stereo-S/PDIF-Signale, beispielsweise aus einem Digital Audio Player oder einem DVD Player. Für die richtige Verbindung liegt ein kleines Adapterkabel von Miniklinke auf Cinch-Buchse bei.

 

Ausgänge

Als Ausgänge stehen zwei 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchsen zur Verfügung. Eine davon dient zum Anschluss eines Kopfhörers – etwa für das Direct Monitoring, der andere als Line-Out-Ausgang und erlaubt beispielsweise den Anschluss eines Lautsprecherpaars mit einem entsprechenden Y-Kabel. Beide Ausgänge können mit dem Level-Drehrad gemeinsam direkt am Recorder in der Lautstärke angepasst werden. Des Weiteren ist ein kleiner Monolautsprecher verbaut, der in ruhiger Umgebung das akustische Sichten von Aufnahmen erlaubt. Er lässt sich mit dem On/Off-Schieberiegel aktivieren oder stummschalten.

 

 

Sonstige Anschlüsse

Der Recorder verfügt darüber hinaus über einen dreipoligen 2,5 mm Remote-Anschluss, der beispielsweise das Anschließen der Tascam RC-10 Fernbedienung (ca. 40 €) oder des drei-pedaligen Fußschalters Tascam RC-3F (ca. 50 €) erlaubt. Die beiden Zubehör-Produkte machen es möglich, den Recorder ohne Gehäusegeräusche zu bedienen, was besonders im Betrieb mit den internen Mikrofonen zu empfehlen ist. Eine kostenlose Drahtlos-Option via Smartphone und App wäre natürlich noch komfortabler gewesen.

Last but not least besitzt der DR-100MKIII einen Mini-USB-Anschluss, der zur Verbindungen mit dem Computer dient – so ließen sich Aufnahmen vom Recorder auch ohne SD-Karten-Lesegerät/Slot auf den Computer ziehen. Außerdem könnte über diesen Anschluss der interne Akku des Recorders aufladen werden.

Für beides fehlt allerdings ein passendes USB-Kabel und/oder Ladegerät im Lieferumfang. So kann der Benutzer das Gerät nach dem Auspacken erst mal gar nicht in Betrieb nehmen. Bei diesen entscheidenden Details sollte der Hersteller künftig wirklich benutzerfreundlicher und weniger knickrig sein. Ein USB-Kabel (und eventuell auch eine 2 GB-SD-Karte) kosten nicht die Welt und würden den Recorder sofort betriebsbereit machen und den Kunden sehr viel glücklicher.

Als optionale Stromversorgung bietet Tascam indes mit dem 5 Volt Tascam PS-P520E (ca. 30 €) noch ein Netzteil sowie das Batterie-Pack Tascam BP-6AA (ca. 45 €) an.

 

 

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