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Mit dem DR-44WL präsentiert Tascam einen vierspurigen State-of-the-Art Stand-alone-Recorder mit großer Funktionsfülle zu einem attraktiven Preis und einer bislang einzigartigen Steuerung via Smartphone.

Von Sylvie Frei

Mit dem DR-44WL schuf der japanische Pro Audio-Hersteller Tascam einen tragbaren Stand-alone-Recorder, der mit zwei XLR/Klinke-Combobuchsen und internem X/Y-Stereo-Kleinmembran-Mikrofonset vierspurige Mehrkanalaufnahmen möglich macht sowie drahtlos mit iOS- und Android-Mobilgeräten kommunizieren kann. Von der Fernsteuer-Option, über Datenaustausch bis hin zum Audio-Streaming via Wi-Fi beherrscht der DR-44WL alle Spielarten der drahtlosen Datenübertragung.
Der DR-44WL richtet sich an Musiker, Musik- und Mobilrecordler, die eine besonders bequeme Bedienung schätzen sowie an Filmschaffende, die eine fernsteuerbare externe Recording-Option für guten Video-Ton suchen. Mit 349 Euro ist der kompakte Recorder preislich sehr attraktiv, besonders wenn man einen Blick auf die üppige Featureliste wirft (siehe Tabelle).

 

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Äußerlichkeiten

Etwa von der Größe eines Walky-Talkys und inklusive Batterien 350 Gramm leicht, wird der DR-44WL von einem soliden Aluminiumrahmen zusammengehalten. Vorder- und Rückseite mit dem eingebetteten, monochromen, orange hinterleuchteten LC-Display sowie Bedientasten und Batteriefach sind aus gutem Kunststoff gearbeitet. Die Bedienung des Recorders erfolgt hauptsächlich über Tasten, Navigations-Drehrad und einen Aussteuerungs-Drehregler (siehe Abbildung).. Das Gerät macht einen rundum wertigen Eindruck.

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Setups

Dank des moderaten Gewichts, lässt sich der DR-44WL auch noch bequem zum Aufnehmen aus der Hand nutzen. Um bei Aufnahmen mit dem integrierten Mikrofon, Handgeräusche zu vermeiden, gibt es einen ganzen Satz cleverer Lösungen: So besitzt der DR-44WL ein Gewinde für Kamerastative, mit dem sich der Recorder, (mit oder ohne Filmkamera) in ein entsprechendes Setup integrieren lässt. Auf diese Weise lässt er sich im optimalen Abstand zur Signalquelle aufbauen und bei Bedarf auch von weiter weg bequem per Mobilgerät fernzusteuern.
Alternativ zum Kamera-Stativ lässt sich der DR-44WL auch mit dem beiliegenden, ins Stativgewinde geschraubten Haltegriff entweder in die Hand nehmen oder mit Hilfe einer Standard-Halteklemme für Bühnenmikrofone auf einem Mikrofonstativ befestigen.
Außerdem lässt sich der Recorder mit Hilfe des beiliegenden Adapters auf dem Blitzschuh einer Kamera montieren. Den d (Kopfhörer-)Ausgang des DR-44WL verbindet man dann mit dem Line-/Mikro-Eingang der Kamera. Das erleichtert die anschließende Synchronisation von Videos mit dem hochwertigeren Ton, von der SD-Karte des Recorders im Schnittprogramm. Es genügt, die Videotonspur und die Recorderaufnahme in ihrer Wellenform abzugleichen und übereinanderzulegen. Dann kann die Tonspur gelöscht und durch die Recorderaufnahmen ersetzt werden.

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X/Y-Stereo-Mic

Das interne X/Y-Stereo-Mikrofon besteht aus zwei in kurzen Metall-Zylindern im festen 90°-Winkel angeordneten Kleinmembran-Mikrofonkapseln mit Nierencharakteristik. Durch die Anordnung auf einer Achse werden konsequent Laufzeitunterschiede und Auslöschungen unterbunden. Zur akustischen Entkoppelung sind die beiden Mikrofonkapseln elastisch am Recorder angebracht und werden außerdem von zwei Metall-Bügeln vor Stößen geschützt.

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Anschluss-Möglichkeiten

Eingänge
Der DR-44WL besitzt zwei symmetrische XLR/6,3 mm Klinke-Combobuchsen für Mic- und Line-Signalen. Für alle Eingänge (inklusive dem internen Mikrofon) stehen ein vierstufiges Hochpassfilter und eine automatische Pegel-Kontrollfunktion bereit. Für Kondensatormikrofone steht eine global schaltbare Phantomspannung (24 oder 48 Volt) zur Verfügung. Die beiden externen Kanäle lassen sich bei Bedarf auch als Stereo-Paar verkoppeln und gemeinsam aussteuern. Über einen Schalter an der linken Flanke lässt sich global zwischen „Mic + Phantom“ für externe Kondensatormikrofone, „Mic“ für externe dynamische Mikrofone oder „Line“ für Line- oder Instrumentensignale wählen.

Ausgänge
Einziger anaologer Ausgang ist ein 3,5 mm Stereo-Kopfhörer-Anschluss, über den außer dem Abhören von Aufnahmen, auch das latenzfreie Direct-Monitoring während der Aufnahme möglich ist. Die Lautstärke des integrierten Kopfhörerverstärkers kann man seitlich über einen Wippschalter einstellen.
Außerdem ist im DR-44WL ein kleiner 300 mW Mono-Lautsprecher verbaut, der das grobe akustische Sichten von Aufnahmen in einer ruhigen Umgebung auch ohne Kopfhörer ermöglicht.

Weitere Anschlüsse
Als einzige kabelgebundene Schnittstelle besitzt der DR-44WL einen Mini-USB-Anschluss, mit dem er sich mittels des im Lieferumfang enthaltenen USB-Kabels mit dem Windows- oder Mac-Computer verbindet. Darüber hinaus ist der DR-44WL aber auch wie erwähnt Wi-Fi-fähig und kann Dateien auch einfach drahtlos auf Mobilgerät oder Computer übertragen.

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Kompatibilität

Der Recorder ist mit allen Betriebssystemen ab Windows XP und Mac OS X 10.2 kompatibel. Die DR Control-App zur mobilen Fernsteuerung des Recorders, steht für iOS- und Android-Geräte im iTunes- beziehungsweise Google Play-Store zum kostenfreien Download bereit und ist mit Geräten, die unter iOS 6.0 oder Android 4.0.3 oder neuer laufen, kompatibel.

Drei Stromversorgungs-Optionen

Der DR-44WL kann über drei verschiedene Optionen mit Strom versorgt werden. Die mobilste Lösung ist die Versorgung über vier AA-Batterien respektive Akkus, die der Umwelt zuliebe natürlich vorzuziehen sind. Des Weiteren kann der Recorder auch mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil oder per USB-Verbindung zum Computer mit Strom versorgt werden.

Speicher-Optionen

Der DR-44WL arbeitet mit SD-/SDHC-/SDXC-Karten mit bis zu 128 Gigabyte Speicherplatz. Im Lieferumfang ist immerhin eine vier Gigabyte-MicroSD-Karte inklusive Adapter enthalten. Die Konkurrenz, beispielsweise Zoom, liefert keine Speicherlösung mit.

Aufnahmeformate

Der DR-44WL bietet insgesamt drei Aufnahmeformate in unterschiedlichen Auflösungen an: das plattformunabhängige BWF-, das gewöhnliche WAV- und das komprimierende MP3-Format. Als Sampleraten stehen für BWF/WAV maximal 96 Kilohertz bei 24 Bit bereit, für MP3 maximal 48 Kilohertz bei 320 Kilobit pro Sekunde.

Innenleben

Der DR-44WL ist mit A/D- und D/A-Wandlern vom renommierten Halbleiter-Hersteller Cirrus Logic ausgestattet, die neben guter Audioqualität sich durch besonders geringen Stromverbrauch hervortun. Hinter den Combo-Eingängen werkeln allerdings sehr hochwertige, Tascam-eigene Preamps.

Hardware-Bedienkonzept

Das Hardware-Bedienkonzept des DR-44WL ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, wenn auch alles andere als schlecht gelöst. Dazu trägt die Aufteilung der zugänglichen Funktionen auf nicht immer leicht voneinander abzugrenzende, unterschiedlichen Ebenen (Menu, Mixer, Input und Quick) sowie die Navigation mit Drehrad und Tasten bei. Mit etwas Eingewöhnungszeit und Fingerspitzengefühl fanden wir uns im Test dennoch nach relativ kurzer Zeit in den Funktionsstrukturen zurecht. Allerdings nehmen bestimmte Einstellungen aufgrund des großen Funktionsumfangs und der verschachtelten Menüstrukturen relativ viel Zeit in Anspruch – es empfiehlt sich also, das Setup schon vor der Aufnahme gründlich zu planen und alle relevanten Einstellungen vorher vorzunehmen.

Tasten und Regler
Die verschiedenen Funktionsebenen Menu, Mixer, Input, Quick sowie der Home-Screen lassen sich immerhin direkt per Druck auf die jeweilige Taste mit der entsprechenden Aufschrift aufrufen. Sie eignen sich auch als Zurück-Taste, wenn wir uns aus einer tieferen Menüebene wieder auf die Haupt-Menü-Ebene begeben wollen. Die Navigation in der jeweiligen Struktur ermöglicht das zentral angeordnete Drehrad (zum Blättern in den Kategorien), die mittig befindliche Enter-Taste (Auswahl einer Kategorie) und die beiden Skip-Tasten (horizontale Navigation). Der Druckpunkt der Tasten ist aber anfangs nicht leicht abzuschätzen, weshalb wir manchmal mehrfach drücken mussten, bis die entsprechende Auswahl auch tatsächlich auf den Display erschien.
Alle Informationen sind auf dem 128×128 Pixel auflösenden LC-Display (etwa 4 x 4 cm) deutlich sicht- und erkennbar. Die kontrastreiche Hinterleuchtung macht auch das Arbeiten, im Dunkeln möglich.
Das Aussteuern der Eingangskanäle erfolgt nach Scharfstellen der Kanäle über die Track/Input-Tasten 1 bis 4 über das seitliche Drehrad, das sich angenehm und dennoch nicht zu leichtgängig mit dem Daumen bedienen lässt. Als Schutz vor versehentlichem Verstellen dient eine eine zusätzliche Taste neben dem Drehrad, die vor dem Gain-Einstellen gedrückt werden muss. Erst dann erscheint das Gainmenü auf dem Display und die Drehbewegung des Einstellrades als Pegeländerung registriert.
Visuelle Orientierung bei der Aussteuerung liefern die Pegelsäulen auf dem Homescreen des Recorders und die pro Kanal vorhandenen Peak-LEDs, die bei Übersteuerung rot aufleuchten. Insgesamt gelang das Aussteuern im Test jeder Zeit schnell und präzise.
Für unerfahrene Nutzer oder akustisch schwer einschätzbare Situationen hat Tascam dem Recorder zwei Helferlein beigepackt: Einen Limiter und eine automatische Pegel-Anpassung, die vor Übersteuerung schützen und bei der richtigen Aussteuerung helfen.

Wi-Fi-Funktionen und App-Steuerung

Das Herunterladen und Installieren der App sowie die Herstellung der Verbindung zwischen Mobil-Gerät und Recorder gelangen denkbar unkompliziert. Die Wi-Fi-Funktion des Recorders lässt sich über einen einfachen Druck auf die Wi-Fi-Taste aktivieren. Beim Erstverbinden des Mobilgeräts muss man lediglich das auf dem Recorder-Display angezeigte Zahlen-Passwort auf dem Mobilgerät eingeben und die Verbindung steht. Das im Recorder integrierte WLAN arbeitet stabil und hat eine Reichweite von bis zu 20 Metern.
Auf der App-Oberfläche finden sich dann nahezu alle Funktionen repräsentiert, die auch über die Recorder-Bedienelemente zugänglich sind, mit Ausnahme weniger Einzelfunktionen, die bei größerer Entfernung zum Recorder auch nicht mehr benötigt werden (beispielsweise das Einstellen des Eingangssignaltyps für die Combobuchsen). Tatsächlich gestaltet sich die Bedienung des Recorders auf App-Ebene sogar deutlich komfortabler und schneller als über die Hardware selbst. Weiterer Vorteil: Griffgeräusche am Recorder gibt es nicht.

Aufnahme-Modi

Der DR-44WL kennt zwei verschiedene Aufnahme-Modi: Den 4 Kanal Modus (4CH) und den Multitrack-Modus (MTR).
4 Kanal Modus (4CH)
Hierbei zeichnet der DR-44WL eine, zwei, drei oder vier Spuren simultan auf. Es lassen sich aber keine Spuren nachträglich zum gleichen Projekt hinzufügen. 4CH ist das Setup der Wahl, wenn es um Live-Aufnahmen und Mitschnitte geht. Ist dieser Modus ausgewählt, erscheinen auf dem Recorder-Display und dem App-Screen die vier Pegelsäulen der Spuren. Die Dateien werden bei der Aufnahme in Spuren organisiert, die dank eines entsprechenden Spuren-Kürzels im Dateinamen leicht zuzuordnen sind. Mixer- und Bounce-Funktionen stehen für diesen Modus nicht zur Verfügung.

Multitrack-Modus (MTR)
Hierbei arbeitet des DR-44WL wie ein Mehrspurrecorder und erlaubt es, eine Spur nach der anderen aufnehmen, sprich zu overdubben. Die Dateien werden im Gegensatz zum 4CH-Modus nicht in Spuren, sondern in Song-Files (einer Art Projektdatei) organisiert, die alle vier Spuren enthalten. Ist der MTR-Modus ausgewählt, leuchtet die MTR-LED oberhalb des Displays grün auf. Auf dem Recorder-Display und dem App-Screen werden die Pegelsäulen der vier Spuren plus die Doppelsäule einer Stereo-Masterspur angezeigt. Mixer- und Bouncing-Funktion sind in diesem Modus aktiv und lassen das anschließende mischen und speichern eines Stereo-Mixes im gleichen Projektordner zu.
Im MTR-Modus lassen sich in der Theorie, kleine, bis zu vierspurige Arrangements auf professionellem Niveau mobil aufbauen, auch wenn ein/e musikalische/r Alleintäter/in am Werk ist. Die bereits aufgenommenen Spuren werden bei der Aufnahme einer weiteren Spur via Monitoring mit abgespielt, so wie das auch in einem Studio-Setup der Fall wäre.
Doch Achtung: Um bereits aufgenommene Spur nicht zu überschreiben, müssen alle weiteren Spuren unbedingt auf anderen Eingangskanälen aufgenommen werden als die erste. Dies lässt sich in der Input-Sektion einfach einstellen. Es gibt auch kein Problem, wenn mehrmals über den gleichen Anschluss aufgenommen werden soll. So lässt sich z.B. das interne Mikrofon für die erste Spur im Input-Menü als „Kanal 1 und 2“ definieren und vor der Aufnahme der zweiten Spur als „Kanal 3 und 4“ konfigurieren – gewusst wie, gar kein Problem.
Bleibt ein einziges, aber großes Manko: Bei der Aufnahme steht kein Click zur Verfügung. Zwar besitzt der Recorder ein fein justierbares Metronom, doch dieses kann lediglich für Übungszwecke eingeschaltet werden, wenn der Recorder gerade nichts abspielt oder aufnimmt. So fehlt uns ein essenzielles Tool, wenn es um das perfekte Timing für den Einstieg bei unseren Overdub-Aufnahmen geht. Das ist überaus schade und verkompliziert den Workflow unnötig. Für die Aufnahme eines Solos über einem Playback oder für Vocal-Overdubs ist der Modus hingegen durchaus geeignet.

Messergebnisse

Messtechnisch zeigt sich der Tascam-Recorder von durchaus ordentlicher Qualität. Wie die meisten Recorder dieser Klasse weißt er allerdings einen leichten Abfall im Bassbereich des Frequenzgangs auf. Dieser zeigt sich beim externen Mikrofonsignal unterhalb 50 Hertz – abgesehen davon ist der Kurvenverlauf vorbildlich linear. Hinsichtlich der Eingangsempfindlichkeit ist der DR-44WL mit Werten von -50 Dezibel an den Mikrofoneingängen noch gut aufgestellt (der Zoom H5 zeigt etwas bessere Werte von -59 Dezibel) – bei leisen dynamischen Mikrofonen kommt der Recorder jedoch an seine Grenzen. Immerhin ist eine Verstärkung von fast 60 Dezibel drin. Auch die Line-Eingänge sind mit +1,8 Dezibel nicht sonderlich empfindlich und können so tatsächlich nur für bereits verstärkte Line-Signale und nicht für leise HiZ-Signale genutzt werden.
Bei den Geräusch- und Fremdspannungsabständen zeigt der DR-44WL signalabhängig sehr unterschiedliche Werte. Während Line-Signale mit sehr guten 85,8 beziehungsweise 83,3 Dezibel abschneiden, sieht es bei den Mikrofonsignalen mit 70,2 beziehungsweise 67,9 Dezibel noch ordentlich, aber merklich schlechter aus.
Die FFT-Kurven zeigen hingegen sehr gute Noisefloors von -90 (Mic) beziehungsweise -110 Dezibel (Line), deren Überschreitungen nicht hörbar in Erscheinung treten. Beim Klirrfaktor ist mit Werten zwischen maximal 0,2 und überwiegend 0,02 Prozent ebenfalls alles im grünen Bereich. Gleiches gilt für die Gleichtaktunterdrückung, das Übersprechverhalten, die Phantomspannung und das Verhalten des Hochpassfilters. Indessen auffällig: Die Kompressor-Kurven des Limiters und der automatischen Pegelkontrolle verlaufen deckungsgleich in Softknee-Charakteristik, mildern also Signalspitzen sanft, aber bestimmt ab. Einen messtechnischen Unterschied zwischen den beiden Funktionen können wir nicht feststellen – hier wird also wohl das gleiche Tool unter zwei verschiedenen Namen aufgeführt.

Klangeindruck

Klanglich liegt der DR-44WL auf Oberklasse-Niveau und kann es mit dem Klang eines Tascam-Interfaces der gleichen Klasse sowie mit der direkten Konkurrenz, beispielsweise dem preislich und anschlussseitig ähnlich aufgestellten Zoom H5 (Test in Ausgabe 5/2015), aufnehmen. Tiefe Atmogeräusche auf der Straße zeichnete der Recorder im Test genauso akribisch und nüchtern auf wie Sprechstimmen, Gesang oder Gitarrenklänge. Der gemessene Abfall im Bassbereich trat zu keinem Zeitpunkt hörbar in Erscheinung. Insgesamt hat der Recorder einen sehr transparenten Klang, der Charakter externer Mikrofone bleibt weitestgehend unangetastet. Die Auflösung der Signale ist sehr gut, die Differenzierung der unterschiedlichen Signalanteile präzise.
Das eingebaute X/Y-Stereomikrofon lieferten ein plastisches, weiträumiges Klangbild, das bei kurzem Aufnahmeabstand eine merkliche Betonung der S-Laute zeigte, wie ähnlich aufgebaute Richtrohrmikrofone. Tiefere Frequenzen, wie von der Basssaite der Gitarre oder Straßenlärm, erscheinen etwas zurückhaltender, aber dennoch weitgehend natürlich. Insgesamt ist das interne Mic relativ windanfällig, weshalb sich der Einsatz der beiliegenden Schaumstoff-Windschutzkappe grundsätzlich empfiehlt.
Der an Bord befindliche Reverb-Effekt verfügt über fünf weiträumigere (Hall1, Hall2) und intimere Presets (Studio, Room1, Room2) und zeigt insgesamt einen gefälligen, angenehm-schwebenden, wenn auch nicht übermäßig natürlichen Klang. Besonders für Monitoringzwecke bei Gesangsaufnahmen ist der Effekt aber durchaus zu empfehlen. Gefällt der Effekt, kann er im Rahmen eines Mixdowns aber auch mit aufgenommen werden.

Fazit

Tascam macht mit dem DR-44WL vieles richtig, wenn es um die Mobilaufnahme mit qualitativ gehobener Qualität von Musik, Geräuschen oder Video-Ton geht. Besonders die Möglichkeit, das Gerät fast komplett mit der leicht bedienbaren Mobil-App zu bedienen, hat in der Praxis entscheidende Vorteile. Über kleinere Mängel im Hardware-Bedienkonzept und im Multitrack-Modus (fehlendes Metronom während der Aufnahme) sehen wir angesichts des stimmigen Gesamtpakets gerne hinweg.

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