Die Referenz

 

Der Berliner Lautsprecherexperte ADAM Audio stellt mit der neuen S-Serie gleich eine ganze Reihe interessanter, digital kontrollierter Modelle vor, darunter den aufwändig konstruierten Midfield-Monitor S3H, der im Hörtest gegen unsere langjährige Studio-Referenz antreten musste.

Von Sylvie Frei

 

Anlässlich einer Produkt-Präsentation im Frühjahr konnte sich Professional audio schon einmal einen ersten klanglichen Eindruck von ADAM Audios neuer S-Serie verschaffen. Der war überaus vielversprechend, die Präsentation aus Entwicklerperspektive ausgesprochen interessant. Der Midfield-Monitor S3H, wie Bezeichnung vermuten lässt ein Drei-Wege-Modell, baut – so der Hersteller – auf den Erfolgen der beiden bekanntesten ADAM-Modelle S3A und S3X-H (Test in Professional audio 10/2009) auf, will allerdings in Sachen innovativer Technik neue Maßstäbe setzen. Der S3H steht mit einem Stückpreis von 3.359 Euro in der Preisliste. Er besitzt im Gegensatz zu den Vorgängern sowohl eine analoge als auch eine digitale Eingangseinheit. Außerdem verfügt er über einen integrierten DSP, der sich nicht nur um die Frequenzweiche und sämtliche Klangjustierungs-Optionen kümmert, sondern auch gleich drei Klangvarianten, inklusive einer Emulation des beliebten ADAM S3A – ein Modell, das heute neu nicht mehr zu bekommen ist, aber in vielen Studios als gewohnte und zuverlässige Hörreferenz dient – mitliefert. Diverse Weiterentwicklungen und Innovationen finden sich außerdem bei Treibern und Gehäuse.

 

Äußeres und Ausstattung

 

Der S3H kommt in einem rund 60 x 40 x 30 Zentimeter großen, dickwandigen Bassreflexgehäuse, das pro Stück stattliche 26,6 kg auf die Waage bringt. Für einen stabilen Stand und eine perfekt entkoppelte Aufstellung im Midfield sind unbedingt stabile Monitorpodeste nötig – und, um auf Nummer sicher zu gehen, eine zweite Person, die beim Aufstellen hilft. Dank der beiden seitlich im Gehäuse eingelassenen Gewinde lässt sich die S3H mit entsprechenden Haltungen auf dem Ständer stabil verschrauben, was der Impulswiedergabe im gesamten Hörbereich, vor allem aber der Präzision der Basswiedergabe förderlich ist. Der Hörraum sollte genügend Platz bieten, sodass die Monitore mit ausreichend Abstand zur Wand und zu den Raumecken platziert werden können. Der Hersteller hat aber auch für den Fall vorgesorgt, dass nur eine nicht ganz ideale Positionierung im Raum möglich ist und den S3H mit diversen „Aufstellungs“-Filtern versehen.

Die Treiber sind auf der Front der Box symmetrisch angeordnet: Hoch- und Mitteltöner, jeweils eingelassen in einem Waveguide, übereinander in der Mitte, die beiden Tieftöner sowie die zwei nach vorne geöffneten, asymmetrischen Bassreflex-Kanäle links und rechts davon. Eine LED oberhalb des Hochtöners zeigt den Betriebszustand der Box an.

Auf der Rückseite finden sich sämtliche Anschlüsse, das Display und der Druckgeber/Drehregler, der für die Menü-Navigation bereitsteht. Dies gelingt in der Praxis jedoch gar nicht so einfach. Die Drehfunktion des Reglers ist nämlich so sensibel, dass sie teils aus Versehen beim Drücken aktiv wird. So ist die Navigation in den Presets und Filtern ein ziemliches Gefummel, das äußerstes Fingerspitzengefühl erfordert – zu schnell sind Parameter versehentlich verstellt, da der Regler anders reagiert als erwartet. Die rückseitige Verortung des Displays macht es außerdem notwendig, den Monitor so aufzustellen, dass er unbedingt von hinten zugänglich ist.

Anders als bei den früheren reinanalogen ADAM-Monitoren gibt es beim S3H wie gesagt einen analogen (XLR, Line) und einen digitalen Eingang (AES/EBU). Für den Einsatz mit Digitalsignalen ist noch nicht einmal ein Splitterkabel notwendig – das macht der S3H selbst. Das Digital-Signal kann direkt in Stereo an den AES/EBU-Eingang des linken Monitors angeschlossen werden. Nun gilt es nur noch den ebenfalls vorhandenen AES/EBU-Ausgang (XLR, weiblich) des linken Monitors mit dem AES/EBU-Eingang des rechten Monitors zu verbinden und das Stereo-Setup steht.

Außerdem steht ein USB Typ B-Anschluss für die Verbindung zum Computer bereit. Darüber lassen sich künftige Software-Updates aufspielen und der Monitor digital aussteuern.

 

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