DAW für Kreative

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit veröffentlichen Tracktion mit der zwölften Version das nächste große Update der DAW Waveform. Autor Stefan Hofmann hat sich Waveform Pro 12 mit dem sogenannten Studio Content Bundle genauer angesehen.

Von Stefan Hofmann

Achtung!

Noch bin zum 31.01.2023 verlosen wir
5 x 1 Tracktion Waveform Pro 12 + Studio Content Bundles
im Wert von je $ 599!

Jetzt mitmachen!

In diesem Artikel geht es um die mittlerweile zwölfte Version von Tracktions Digital Audio Workstation Waveform. Waveform Pro 12 bringt neben diversen Effekt-Plugins, virtuellen Instrumenten und Sounds unter anderem auch abgespeckte Versionen von Melodyne und Auto-Tune sowie Elastique Pro mit. Auch auf zahlreiche Neuerungen in Bezug auf die Audio-Engine, den Workflow und die Optik können sich Nutzer der DAW freuen. Außer einer kostenlosen Version können Käufer auf der Website des Herstellers neben der Pro-Version auch spezielle Bundles erwerben. Für diesen Test hatte ich Zugriff auf Waveform Pro 12 mit dem Studio Content Bundle, das unter anderem noch diverse virtuelle Klangerzeuger mitbringt.

Installation und Einrichtung

Nach dem Kauf der jeweiligen Waveform Pro 12 Version funktioniert alles Weitere über den Tracktion Download Manager. Dieser verbindet sich über den Useraccount mit dem Tracktion Marketplace und stellt alle gekauften Produkte ganz einfach zum Download bereit. Nach dem Öffnen kannst du deine Audio- und MIDI-Devices einrichten, Plugins und Loops scannen, Tutorial-Videos öffnen und weitere Einstellungen zu beispielsweise den File-Locations, Keyboard-Shortcuts und dem User-Interface treffen. Während du über die Buttons der Einstellungen fährst, werden hilfreiche Infofenster angezeigt, die dir bei der Einrichtung helfen. Im Hauptfenster kannst du ein neues Projekt erstellen, aus fertigen Projekt-Templates wählen sowie im Schnellzugriff deine Audio-Settings und das sogenannte Colour-Scheme, also die optische Darstellung in Bezug auf die Farben einstellen.

Benutzeroberfläche

Nutzer, die schon mit anderen DAWs gearbeitet haben, finden sich nach dem Öffnen der Software gleich zurecht. Hier wurde das Rad nicht neu erfunden, sondern Altbekanntes integriert und optimiert. Die Benutzeroberfläche wirkt sehr übersichtlich. Alle wichtigen Features sind sofort ersichtlich. Ich würde Erstnutzern empfehlen, die zahlreichen Tutorial-Videos zu Waveform 12 anzuschauen. Dieser Prozess nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, hilft jedoch ungemein die Software und ihre vielen tollen Features zu verstehen und so den eigenen Workflow zu optimieren.

Der neue Browser ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf Plugins, Presets, Racks, Samples, Clips, Tracks und weitere relevante Objekte.

Der neue Browser ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf Plugins, Presets, Racks, Samples, Clips, Tracks und weitere relevante Objekte.

Wichtige neue Features im Überblick

Waveform Pro 12 bringt im Vergleich zur Vorgängerversion einige Neuerungen mit. So wurde das User-Interface komplett überarbeitet und wirkt modern und zeitgemäß. Die bereits erwähnte mögliche farbliche Anpassung über das „Colour-Scheme“-Fenster bringt diverse Presets mit, die der Software ein neues Aussehen spendieren und wohl für jeden Nutzer eine ansprechende Oberfläche zaubern.

Die Audio Engine der DAW wurde von den Tracktion-Entwicklern komplett überarbeitet. Das wirkt sich vor allem positiv auf die Rechenleistung aus. So zeigt sich die Software weniger leistungshungrig und arbeitet zudem besser mit mehreren Prozessorkernen beziehungsweise weiß diese besser zu nutzen. Während meines Tests gab es keine Aussetzer und Abstürze. Einem flüssigen und vor allem sicheren Arbeiten auch mit größeren Projekten steht hier nichts im Weg. Zudem steht Anwendern ein Master-Track bereit, der als eigene Spur im Arrangement-Fenster für beispielsweise Automationen eingeblendet und im Spur-Bereich mit bis zu 16 Insert-Effekten bestückt werden kann.

Neue einfach zu bedienende und gut klingende virtuelle Instrumente wie der Bass-Synthesizer BassOSC oder der Micro Sampler können jetzt genutzt werden. Außerdem können Nutzer mit „Guitar IR“ auf ein Dual und Single Gitarren Impulse Response Plugin zurückgreifen, das in Kombination mit deiner Klampfe oder einem anderen Instrument sphärische Hall- und Echoklänge erzeugt, die richtig gut klingen. Auch der Browser wurde überarbeitet und hat viele neue Features im Gepäck. So lassen sich beispielsweise Plugins nach Farben unter den Favoriten zusammenfassen und die Suche nach Kategorien durchführen. Auch die Effekt-Plugins wurden überarbeitet, durch neue Module ergänzt und in Bezug auf die Optik, Performance und Funktionalität angepasst. Besonders gut gefallen haben mir die Utility-Plugins, die sich unter anderem aus einem A/B-Switch, einem Mid/Side-Splitter und einem Spectrum-Analyser zusammensetzen.

Die Strip-Silence-Funktion arbeitete während unseres Tests auf Sprach-, Gesangs- und Instrumentenaufnahmen hervorragend und entfernte nach der richtigen Justierung automatisch störende Geräusche zwischen den gewollten Klängen. Beim Arbeiten mit der DAW haben mir besonders die neuen erweiterten MIDI-Funktionen gefallen. MIDI-Blocks lassen sich in der Pianoroll nun gefiltert anzeigen. So kann beispielsweise erzwungen werden, dass nur die MIDI-Noten einer bestimmten Tonart angezeigt werden. Als alter Logic Pro X Nutzer bin ich ein großer Fan der Randomise-Funktion, die beispielsweise mit zufälligen Velocity-Werten für ein natürlicheres Klangbild sorgt. Auch andere Werte wie Pitch und Notenlänge lassen sich so bearbeiten. Waveform Pro 12 stellt nun verschiedene Randomise-Fenster zur MIDI-Bearbeitung bereit.

Ich bin ebenfalls ein großer Fan der „Quick Actions“. Nach dem Öffnen der sogenannten „Quick Actions Bar“, die sich im unteren Bereich des Fensters zeigt, können hier verschiedene Befehlssets für beispielsweise die Ansicht und das Editieren von Noten geladen oder neue Befehle/Buttons erstellt werden. So lassen sich wichtige und oft genutzte Shortcuts beziehungsweise Funktionen mit einem Click schnell auslösen. Du kannst übrigens mehrere Befehlssets gleichzeitig laden. Diese Funktion hat meinen Workflow mit Waveform Pro 12 ziemlich beschleunigt.

Nach dem Öffnen der sogenannten „Quick Actions Bar“ können verschiedene Befehlssets geladen werden.

Nach dem Öffnen der sogenannten „Quick Actions Bar“ können verschiedene Befehlssets geladen werden.

 

Waveform Pro 12 in der Praxis

Mit den mitgelieferten Softwareinstrumenten und Loops lassen sich schnell gut klingende Arrangements erstellen. Besonders die Ausstattung des Studio-Content-Bundles kann sich sehen und vor allem hören lassen. So sind diverse Klangerzeuger wie BioTek 2, Abyss und SpaceCraft mit dabei, die über eine tolle Optik und Klangqualität verfügen. Die mitgelieferten Plugins bieten eine gute Basis für das Mixing und Mastering. In unserem Test konnten wir mit den internen Plugins ein gutes Ergebnis erzielen.

Wie bereits erwähnt hat sich der Hersteller besonders bemüht, Nutzern den Einstieg in Waveform Pro 12 zu erleichtern. So gibt es zu diversen Themen Tutorial-Videos, die sogar im Startfenster der DAW aufgerufen werden können. Besonders hervorzuheben sind die sogenannten Quickstart-Videos. So gerät der Ein- oder Umstieg zu Waveform Pro 12 kinderleicht. Auch der Download eines Test-Songs ist Teil des Installationsprozesses der Software.

Einordnung zur Konkurrenz

Schaut man sich das Preis-Leistungs-Verhältnis von Waveform Pro 12 an, könnte dies meiner Meinung nach noch etwas optimiert werden, da etabliertere Hersteller wie Steinberg, Presonus oder Apple – je nach Version/Ausstattung – im Vergleich weniger kosten, teils aber auch mehr Inhalte wie Plugins und/oder Instrumente mitbringen. Klar, packt man die Produkte des Studio-Content-Bundles einzeln in den Warenkorb, wird die Ersparnis durch das Waveform Pro 12 Bundle deutlich. Ob aber diese Rechnung im Vergleich mit Inhalten, die andere DAWs mitbringen, aufgeht, sollte jeder Nutzer vor dem Kauf für sich entscheiden und die DAWs ausgiebig testen und vergleichen. Hierfür sei jedem Anwender die kostenlose Version der DAW Waveform Free empfohlen. In Bezug auf die Performance und den Klang kann die Software jedenfalls mit den Platzhirschen sehr gut mithalten. Tracktion Waveform Pro 12 eignet sich gut für Einsteiger oder fortgeschrittene Nutzer, die etwas Neues ausprobieren wollen.

Waveform Pro 12 kommt mit überarbeiteten Audio-Effekten daher.

Waveform Pro 12 kommt mit überarbeiteten Audio-Effekten daher.