Synthie-Klassiker mit Pfiff

Arturia baut seine Produktlinie an Reproduktionen legendärer Synthesizer weiter aus und widmet sich erstmals den Klangerzeugern von Oberheim in Form des SEM-Modells. Dabei gehört es schon zur Firmentradition, dass die Emulation des Originals mit einer Reihe weiterer kreativ einsetzbarer Features erweitert wird.

Von Georg Berger

Wer sich zuletzt für die Aktivitäten des französischen Unternehmens Arturia interessiert hat, kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich der Hersteller verstärkt auf die Produktion von Hardware konzentriert hat. Doch der Schein trügt, denn mit dem rund 230 Euro kostenden Oberheim SEM V hat sich das Unternehmen Ende 2011 im Marktsegment der virtuellen Instrumente eindrucksvoll zurückgemeldet. Dabei sind die Entwickler direkt in die Vollen gegangen und haben sich bei der Emulation des ersten Oberheim-Klangerzeugers in der Arturia-Firmenhistorie gleich einen wahren Edelstein herausgepickt. Denn die SEM-Geräte – die Abkürzung steht für „Synthesizer Expander Module“ – markierten 1974 den Einstieg seines Schöpfers Tom Oberheim in die Welt der Synthesizer. Der als Desktop-Gerät ohne Tastatur konzipierte monophone Klangerzeuger war ursprünglich dazu gedacht, um in Kombination mit anderen Synthesizern etwa von Arp oder Moog eingesetzt zu werden. Die Idee, Synthesizer mehrstimmig zu spielen, begleitete Tom Oberheim dabei von Anfang an und schon ein Jahr später präsentierte er mit den Modellen 2-Voice, 4-Voice und zwei Jahre später 8-Voice schließlich die ersten polyphon spielbaren Synthesizer. Der Clou: Diese Instrumente enthielten im Kern die entsprechende Zahl an SEM-Einheiten, die zusammen mit einer Tastatur in ein Gehäuse zusammengefasst waren. Allerdings war das Spielen und mehr noch das Editieren dieser gewaltigen Synthesizer-Monster eine recht aufwändige Angelegenheit. Denn die in den Voice-Modellen integrierten SEM arbeiteten nach wie vor autark – pro Stimme ein Modul also – und um einen einheitlichen Sound zu produzieren, musste jedes SEM einzeln und präzise eingestellt werden. So kam es durchaus vor, dass beim Spielen von Akkorden oder Melodiebögen ein teils heterogenes Klanggemisch zu hören war. Doch das tat dem Erfolg dieser ersten polyphonen Synthesizer keinen Abbruch. Denn der eigenständige Sound der Oberheim-Instrumente sprach für sich und konnte sich vom Fleck weg bei den Anwendern etablieren. Ob dies auch auf den virtuellen SEM von Arturia zutrifft, werden wir im Folgenden näher beleuchten. Die Bedienoberfläche zeigt – ebenso wie das Original – ein weißes Bedienpanel mit schwarzen Bedienelementen. Darunter findet sich eine Klaviatur, womit das GUI mehr in Richtung der Voice-Synthesizer schielt. Allerdings offeriert der virtuelle SEM V nur Einstellmöglichkeiten für ein Modul, wenngleich das Instrument selbstverständlich mehrstimmig spielbar ist. Seit Version 1.1 lässt sich übrigens die Einstellung der Polyphonie in einem Bereich zwischen zwei bis maximal 32 Stimmen einstellen. Was allerdings nach wie vor fehlt, ist ein einstellbarer Unisono-Modus, der zur Standard-Ausstattung nicht nur von Arturia-Emulationen zählen sollte, was aber via Update hoffentlich bald hinzugefügt wird. Auffällig: Die Bedienelemente des eigentlichen SEM nehmen nur knapp die Hälfte des Bedienpanels ein. Der weitere Platz wird für zusätzliche Bedienelemente und Funktionen gebraucht, die im Original nicht anzutreffen sind. So haben die Arturia-Entwickler ihre virtuelle Version mit einem zweiten LFO, einem Sub-Oszillator sowie einer Effektsektion ausgestattet. Diese Art von Synthesizer-Tuning gehört bei den Arturia-Produkten schon zur Firmentradition und erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten auf teils drastische Weise. Dazu gehört auch das sogenannte Top-Panel, das nach Druck auf den open-Button am Kopf des GUI erscheint und weitere pfiffige Features und Funktionen zur Klanggestaltung bereitstellt. Doch der Reihe nach.

Im Kern des SEM verrichten zwei Oszillatoren ihren Dienst, die wahlweise eine Sägezahn- oder Pulswelle erzeugen. Per Schalter lässt sich der zweite Oszillator auf den ersten synchronisieren. Anstelle eines Fußlagenschalters wird die Tonhöhe über den Frequency-Regler eingestellt und via Pulse-Width-Parameter ist die Pulsweite einstellbar. Der Modulation-Regler führt hingegen ein Doppelleben: Wird er ausgehend von der Zwölf-Uhr-Position (keine Modulation) nach links gedreht, lässt sich die Stärke der Tonhöhen-Modulation – per Schalter stehen die erste Hüllkurve oder beide LFOs zur Auswahl – einstellen. Das Drehen nach rechts realisiert eine Pulswellenmodulation mit den gleichen Modulationsquellen. Diese anfänglich gewöhnungsbedürftige Doppelbelegung findet sich auch in der Mixer-Sektion, die am Fuß der Filtersektion integriert ist. Das Drehen an den beiden VCO-Reglern nach links wählt die Sägezahnwelle aus, die anteilig in der Lautstärke einstellbar ist. Nach rechts gedreht gilt das Gleiche für die Pulswelle. Der dritte Regler erlaubt das Auswählen und Hinzumischen wahlweise des Sub-Oszillators oder eines Rauschgenerators. Besonderheit: Stehen die Regler in der Zwölf-Uhr-Position sind die Oszillatoren stumm geschaltet. Die Filtersektion selbst offeriert zunächst die üblichen Eingriffsmöglichkeiten wie Cutoff und Resonanz sowie einen Modulation-Parameter, der wahlweise eine positive oder negative Modulation des Filter-Cutoffs realisiert. Als Quellen stehen wiederum beide LFOs sowie die zweite Hüllkurve zur Auswahl. Unumstrittenes Highlight im SEM (V) ist jedoch der Filterarten-Regler: Mit seiner Hilfe ist die Filter-Charakteristik nahtlos von Tiefpass über Kerbfilter bis Hochpass einstellbar, was damals wie heute vielfarbige klangliche Ergebnisse erzeugt. Ausgenommen ist die Bandpass-Charakteristik, die ausschließlich per Schaltfunktion aufrufbar ist. Die beiden ADS-Hüllkurven – der Decay-Parameter nimmt gleichzeitig Einfluss auf die Release-Phase – sowie ein in der Geschwindigkeit einstellbarer Sinus-LFO runden die Ausstattung des originalen SEM schließlich ab. Alles in allem sind mit dieser Ausstattung, abgesehen vom Filterarten-Parameter und dem zweiten LFO, keine großartigen Sprünge in Sachen vielfarbiger (Effekt-)Sounds möglich. Die Domäne des SEM liegt vielmehr im Erzeugen klassischer Standard-Sounds, also Bässe, Streicher, Bläser und schneidend scharfe Lead-Sounds. Doch wie bereits erwähnt, haben die Arturia-Entwickler ihrem jüngsten Zuwachs eine Reihe weiterer Features hinzugefügt, die wir jetzt kurz vorstellen wollen: Allem voran findet sich im Oberheim SEM V jetzt ein Sub-Oszillator, der wahlweise eine oder zwei Oktaven unterhalb von Oszillator 1 seinen Dienst verrichtet. Dabei stehen wahlweise eine Sinus-, Sägezahn- oder eine einstellbare Pulswelle zur Auswahl. Besonderheit: Der Sub-Oszillator ist an den ersten Oszillator gekoppelt, der, ähnlich wie bei String-Ensemble-Instrumenten, sein Signal über das Frequenzteilungs-Prinzip erzeugt. Nächstes Zusatz-Feature ist der bereits erwähnte zweite LFO, der im Vergleich zum (originalen) ersten ungleich mehr Einstellmöglichkeiten offeriert. So stehen drei Wellenformen zur Auswahl, per Fade-Parameter kann der monophon arbeitende LFO zeitversetzt einsetzen und mittels Retrig-Schalter startet er bei jedem Tastendruck erneut. An weiteren Extras finden sich schließlich noch ein Arpeggiator mit den üblichen Einstellmöglichkeiten sowie Regler zum Einstellen der Portamento-Funktion, der Grundstimmung und zum Aktivieren und anteiligen Mischen der drei Effekte Overdrive, Chorus und Delay. Über den Output-Level-Parameter ist schließlich die Gesamtlautstärke regulierbar.

Die dort ausführbare Soft-Clip-Funktion ist übrigens ein alter Bekannter, den wir bereits im Test des Minimoog V2 angetroffen haben (siehe Test in Heft 7/2009): Sie erzeugt harmonische Verzerrungen, die den Gesamtsound nochmals subtil, aber merkbar anfettet. Gleichzeitig stellt sich auch eine erwartungsgemäß leichte Kompression des Klangs ein. Doch damit fängt der Reigen an Extra-Features erst an. In guter alter Arturia-Tradition finden sich auch im Oberheim SEM V weitere Einstell-Optionen im optional aufrufbaren Top-Panel. Der Dialog ist dabei zweigeteilt, wobei sich per Reiter auf der rechten Seite die Parameter-Sätze der drei Effekte aufrufen lassen. Die linke Seite des Dialogs erlaubt den Zugriff auf die Key Follow-Funktion, den 8-Voice-Editor sowie eine Modulations-Matrix. Letztgenannte ermöglicht das Erzeugen von acht zusätzlichen Modulationen, was denkbar einfach über die Bühne geht. Mit Hilfe von Ausklapp-Listen können acht Modulationsquellen wie etwa die LFOs, Hüllkurven, aber auch Modulations-Rad und Pitch Bend auf 26 Ziele geroutet werden. Routings bei denen mehrere Quellen auf ein Ziel einwirken und umgekehrt sind übrigens selbstverständlich möglich. Sehr schön: Der mächtige Filterarten-Regler ist dabei ebenfalls mit von der Partie. Frank Orlich vom deutschen Vertrieb Tomeso gibt uns als kleines Schmankerl den Tipp, in zwei Slots das Modulationsrad als Quelle und jeweils den gleichen LFO als Ziel auszuwählen. Et Voilà: Mit einem Mal schwingt der LFO sogar bis in den Hörbereich. Über die zwischen den Ausklapplisten positionierten Drehgeber kann die Modulationsintensität eingestellt werden, wobei auch dort wiederum positive und negative Modulationsverläufe realisierbar sind. Arturia schafft mit dieser Lösung den Spagat, die Haupt-Bedienoberfläche übersichtlich zu halten, die Klangformungsmöglichkeiten jedoch nochmals nachhaltig aufzubohren. Jedenfalls kann der Oberheim SEM V damit jetzt deutlich farbenprächtiger zwitschern und blubbern als die Vorlage und die Lebendigkeit von Klangspektren wird nachhaltig gesteigert. In dieselbe Kerbe haut auch der Keyboard Follow-Editor, der – Nomen est Omen – das Modulieren von Parametern durch Spielen über die Oktavlagen des Keyboards hinweg gestattet. Arturia rückt dieses Feature eindrucksvoll in den Mittelpunkt, das in anderen Klangerzeugern zumeist rudimentär einstellbar ist. Der Clou: Mit Hilfe einer editierbaren Multipunkt-Kurve – bis zu 32 Punkte sind möglich – lässt sich der Modulations-Verlauf auf opulente Art einstellen. Die Kurve selbst kann über weitere Anfasser je nach Lage konkav oder konvex ausgeformt werden, was zu weichen Verläufen führt. Insgesamt sechs separat aktivierbare Modulationen sind im Keyboard-Follow-Editor einstellbar, wobei sich die Modulationsziele wiederum über Ausklapp-Listen frei auswählen lassen. Im Test sind wir beeindruckt von den sich bietenden Möglichkeiten. Drastische Filter-Cutoffs oder Tonhöhenänderungen grenzen wir auf bestimmte Oktaven oder Tastaturbereiche ein, was in der Art nicht alltäglich ist und einzig durch das Spielen auf dem Keyboard neue, überraschende Klang-Facetten ans Licht bringt. So holen wir durch die geballte Kraft von sechs simultanen Modulationen aus lediglich einem einzigen Preset eine Vielzahl unterschiedlich klingender Spektren, die den Eindruck entstehen lassen, als ob wir mehrere Sounds per Keyboard-Split auf die Tastatur geroutet haben. Moderat eingesetzt erzeugen wir, nicht zuletzt durch den Filterarten-Parameter, ein zwar subtiles aber dennoch merkbares Sound-Morphing, das die Expressivität des Klangs nachhaltig steigert.

Vermisst haben wir lediglich eine Zoom-Funktion, um den Kurvenverlauf präzise einstellen zu können, denn das Display fällt doch recht winzig aus. Das ist aber der einzige Kritikpunkt in einem ansonsten genialen Feature, für das es in jedem Fall ein Sonderlob gibt. Mit dem 8-Voice-Programmer wandelt Arturia schließlich auf historischen Pfaden und simuliert das Verhalten von bis zu acht unabhängig editierbaren Synthesizerstimmen, ähnlich wie seinerzeit in den polyphonen Voice-Synthesizern. Auch in diesem Dialog findet sich ein editierbares Graphik-Display, dieses Mal in Form eines Step-Sequenzers mit acht Schritten, der die Eingabe sowohl positiver, als auch negativer Werte erlaubt. Ebenso wie im Keyboard-Follow-Editor können sechs frei wählbare Parameter moduliert respektive verändert werden. Jeder einzeln aktivierbare Step im Display repräsentiert dabei einen Klangerzeuger, so dass es auch möglich ist, einen Oberheim 2-Voice, 4-Voice oder etwa einen Oberheim 6-Voice zu simulieren, den es als Hardware nie gegeben hat. Besonderheit: Das Ändern der Parameter im Programmer erfolgt relativ zu den im Hauptbedienfeld gemachten Settings. In diesem Modus verhält sich der Oberheim SEM V also wie ein achtfach multitimbraler Synthesizer. Wichtig: Über die Ausklappliste am Fuß der Parameter-Spalte stehen verschiedene Abspiel-Modi zur Auswahl. So werden die einzelnen Steps/Klangerzeuger wahlweise zufällig, alternierend, von rechts nach links oder umgekehrt angetriggert. Neu seit Version 1.1 sind der Foward-Retrig- und Reassign-Modus, die an das Verhalten der originalen Voice-Modelle angelehnt sind. Forward Retrig startet, anders als der einfache Forward-Modus, stets mit dem ersten Step, was sich gerade in Verbindung mit dem Arpeggiator anschaulich zeigt. Reassign triggert hingegen immer die Klangerzeuger an, die keinen Note-off-Befehl erhalten haben, was je nach Spielweise dazu führt, dass mitunter nur ein oder zwei Steps die Klangerzeugung übernehmen. Dies ist besonders bei staccato gespielten Sequenzen zu bemerken. Akkorde und legato gespielte Melodiebögen rufen hingegen sukzessive die weiteren Steps auf. Im Test gibt uns gerade dieser Modus die meisten Rätsel auf, da die Ergebnisse je nach Spiel wenig vorhersagbar sind. Das zwar informative Handbuch schweigt sich dazu jedenfalls aus. Grund: Zum Zeitpunkt des Tests sind die Neuheiten der Version 1.1 darin noch nicht berücksichtigt, was aber demnächst hoffentlich nachgeholt wird. Im Hör- und Praxistest fällt zunächst auf, dass die CPU-Last erfreulich moderat ausfällt. Das VST-Meter von Cubase 6 steigt erst bei gewaltigen Akkordschichtungen bis hinauf auf 30 Prozent. Zumeist liegt die Last jedoch bei etwa zehn Prozent. Das haben wir in früheren Tests von Arturia-Instrumenten schon anders erlebt. Klanglich liefert der virtuelle SEM analogen Oberheim-Sound at its best. Die für Oberheim-Synthesizer so typischen Bässe, Bläser und Sync-Sounds liefert der SEM V in Perfektion. Dabei zeichnen sich sämtliche Presets durch einen angenehm klingenden Grundsound aus, der auf eigentümliche Art verhalten wirkt und nicht aggressiv in den Vordergrund prescht. Den Sounds wohnt irgendwie immer etwas vornehmes, filigranes, teils schon schüchternes inne, was ihnen jedoch einen edlen Glanz verleiht. Der Minimoog V2 aus gleichem Haus klingt im direkten Vergleich dazu rauer, grobkörniger, vordergründiger. Doch gerade diese Zurückhaltung sorgt dafür, dass sich die Oberheim-Sounds wie von Zauberhand organisch in Arrangements einfügen. Sollte jetzt der Eindruck entstehen, dass der Oberheim SEM V zur Gattung der Leisetreter gehört, irrt jedoch ganz gewaltig. Denn trotz dieser Grundprägung ist der Synthesizer nicht nur in der Lage angenehm-schmeichelnde, luftige Flächensounds zu erzeugen. Seine Stärken liegen gerade im Erzeugen druckvoller, bombastischer und raumgreifender Sounds, seien es pathetische Fanfaren-Sounds mit blitzschnellem Attack, messerscharfe Sync-/Lead-Sounds, die auf intelligente Art aus dem Arrangement herausragen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder knurrende Bass-Sounds mit viel Sustain, die für ein gehöriges Pfund sorgen. Im Test entpuppt sich dabei gerade der Sub-Oszillator als geniale Geheimwaffe. Er wirkt zwar äußerst subtil, schafft es aber auf eindrucksvolle Weise die Luft im Studio gehörig in Bewegung zu versetzen. Erst beim stumm schalten bemerken wir, wie unauffällig aber dennoch nachhaltig er auf den Sound einwirkt. Doch da ist noch mehr: Beim Editieren von Sounds hinterlässt das Multimode-Filter als heimlicher Haupt-Akteur den größten Eindruck. Dem zuvor beschriebenen Grundsound verpflichtet, geschieht das Ausfiltern von Frequenzen auf eine ohrenschmeichelnde, fast schon behutsame Art. Das Aufreißen des Resonanz-Parameters sorgt zwar für ein hörbares leichtes Pfeifen, das aber zu keiner Zeit den eigentlichen Sound niederbrüllt, sondern als zusätzliche Klangzutat behutsam beigemischt wird. Solch ein fein klingendes, aber dennoch kraftvoll zupackendes Filter haben wir selten gehört. Restlos begeistert von Arturias Version des SEM sind wir beim weidlichen Ausnutzen der Zusatz-Features im Top-Panel. Bereits durch Einsatz der sich bietenden Möglichkeiten der Modulations-Matrix verlassen wir sehr schnell den Brot-und-Butter-Bereich und reichern Standard-Sounds mit zusätzlichen Klang-Facetten an. Das Arsenal an mitgelieferten Presets zeigt dabei anschaulich, zu was der Oberheim SEM V in Sachen Effektsounds fähig ist. Einem ausgewiesenen Spezialisten in dieser Disziplin wie etwa der Absynth 5 von Native Instruments kann der Oberheim SEM V zwar nicht das Wasser reichen. Dennoch ist es beeindruckend mit wie wenig Ausstattung ein so reichhaltiges Arsenal an Klangfarben realisierbar ist.

Fazit

Arturia legt mit dem Oberheim SEM V einmal mehr eine exzellent klingende virtuelle Umsetzung eines Synthesizer-Klassikers vor, die auf eigene Art mit einer Reihe musikalisch sinnvoller Extra-Features aufgepeppt wird und dem Anwender sowohl ein Stück klingende Synthesizer-Geschichte, als auch ein zukunftsgerichtetes flexibles Sounddesign-Werkzeug an die Hand gibt. Vor allem durch seine klanglichen Vorzüge, aber auch aufgrund der einfachen Bedienbarkeit und den sich bietenden Gestaltungsmöglichkeiten ist der Arturia Oberheim SEM V bereits jetzt für uns ein ganz heißer Anwärter auf einen Editors Choice Award. 

Erschienen in Ausgabe 04/2012

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 229 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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