Niedlicher Klang-Gigant

Arturia pflegt kontinuierlich die hauseigene Hybrid-Produktlinie und präsentiert mit den Keylab-Geräten eine brandneue Serie an Keyboard-Controllern nebst dazu passendem virtuellem Instrument auf Basis der 2006 vorgestellten Workstation Analog Factory. Wir haben uns die günstigste Variante, das Arturia Minilab, zum Test kommen lassen und dabei so manche Überraschung erlebt.

Von Georg Berger

Dass sich der französische Hersteller Arturia schon seit längerem nicht mehr ausschließlich auf das Produzieren von Software konzentriert, hatten wir schon zuletzt im Test des Drum-Instruments SparkLE erörtert (siehe Heft 6/2013). Dabei markiert Spark(LE) nur einen Zweig in Arturias hybrider Produktpalette. Ungleich länger schon offeriert das Unternehmen Keyboard-Controller mit unterschiedlich umfangreicher Ausstattung, die im Bundle mit einem virtuellen Instrument aus hauseigener Produktion erhältlich ist. Zuletzt buhlten die Franzosen mit der Analog Experience-Serie um die Gunst des Kunden. Vier Keyboards mit unterschiedlich großem Tastaturumfang nebst dem virtuellen Analog Laboratory-Instrument standen zu entsprechend gestaffelten Preisen zur Auswahl. Die Produktion dieser Geräte wurde jedoch vor kurzem eingestellt und gegen eine neue Reihe von Hardware-Controllern unter der Bezeichnung Keylab ersetzt. Ebenso wie bei der Vorserie offeriert Arturia vier Keyboards mit unterschiedlich umfangreichem Tastaturumfang und Ausstattung. Gleichzeitig wurde auch das dazugehörige virtuelle Instrument überarbeitet. So wurde aus Analog Laboratory jetzt schlichtweg Analoglab. Im Kern basiert auch das Analoglab-Instrument auf der 2006 erstmals vorgestellten virtuellen Synthesizer-Workstation Analog Factory, die mittlerweile eine Reihe von Erweiterungen und neuer Features erfahren hat (Test in Heft 11/2006). So hat die neue Analoglab-Software nochmals eine Erweiterung an Presets erfahren und sogar auch erstmals eine umfangreich editierbare Effekt-Sektion erhalten. Doch später dazu mehr. Zum Test erreichte uns das günstigste Paket der Keylab-Serie, das unter der Bezeichnung Minilab für gerade einmal 100 Euro erhältlich ist. Außer der voll funktionsfähigen Analoglab-Software umfasst Minilab ein Keyboard mit 25, sogar anschlagsdynamischen, Mini-Tasten und entsprechend kompakten Dimensionen. Damit richtet sich der Hersteller sowohl an Einsteiger mit entsprechend überschaubarem Budget, als auch an Anwender, die auf der Suche nach einem kompakten Controller sind, sei es um unterwegs bequem der Kreativität freien Lauf zu lassen, sei es um ein MIDI-Keyboard erfolgreich auf kleinstem Raum unterzubringen. Minilab ist dabei sogar als unverschämt günstig zu bezeichnen, denn für die separat erhältliche Analoglab-Software ruft Arturia einen Preis von rund 90 Euro auf. Wer es etwas größer wünscht, kann sich das Keylab 25 Produkt für rund 220 Euro holen, wobei das Keyboard ebenfalls mit 25, dieses Mal aber normal großen Tasten sowie einer etwas besseren Ausstattung als das Minilab-Keyboard aufwartet. Wer beide Hände beim Spielen einsetzen will, hat mit den nochmals besser ausgestatteten Modellen Keylab 49 (rund 330 Euro) und Keylab 61 (knapp 430 Euro) die Qual der Wahl. Doch zurück zum Minilab. 

Außer den kompakten Dimensionen fällt trotz Kunststoff-Gehäuse – die Seitenteile sind Holz-Imitate – als erstes die solide Verarbeitung des Controllers auf. Mit rund einem Kilo Gesamtgewicht ist es schwerer als sein Äußeres auf den ersten Blick vermuten lässt. Die Anschlüsse versammeln sich auf der linken Seite des Controllers. Sehr schön: Außer einem USB-B-Anschluss in normaler Größe über den das Keyboard ausschließlich seinen Strom bezieht, findet sich auch eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Fußschalters. Die Oberseite ist mit 16 Endlos-Drehreglern bestückt, um diverse Parameter blitzschnell editieren zu können. Sie zeichnen sich durch ein angenehm zähes Regelverhalten auf, was wertig wirkt. Die Regler warten zwar mit einem festen Sitz auf. Sie besitzen dennoch ein leichtes Spiel, was aber nicht zuletzt aufgrund des Verkaufspreises verschmerzbar ist. Direkt darunter sind acht anschlagsdynamische Pads integriert, die beim Drücken rot aufleuchten. Mit ihrer Hilfe sind gleich mehrere Funktionen ausführbar, worauf wir gleich noch eingehen werden. Zwei weitere Taster erlauben das Umschalten der Oktavlage. Oberhalb davon erlaubt die Shift- und die Pad-Taste den Aufruf einer zweiten Funktionsebene. Modulation und Pitchbend werden im Minilab-Keyboard über Ribbon-Flächen realisiert, die sich im Test durch eine sehr rasche und sensible Ansprache auszeichnen. Sehr schön: Durch Tippen an jeder beliebigen Stelle der Flächen ändert sich blitzschnell der Modulation-/Pitchbend-Wert. Das Ausführen entsprechender Bewegungen ist also nicht zwingend nötig. Noch besser: Bei Bedarf können die im Pitchbend-Strip eingetippten, respektive angefahrenen Werte per Hold-Funktion sogar permanent aktiv sein. Die Tastatur ist uns allerdings ein klein wenig zu hart ausgefallen. Um leise, gefühlvolle Melodien spielen zu können, ist im Test schon ein gewisser Kraftaufwand erforderlich, der so gar nicht mit der Zartheit dessen korrespondiert, was wir im Spiel ausdrücken wollen. Zur Ehrenrettung sei allerdings vermerkt, dass Tastatur und Ansprache letztlich primär eine Frage des Geschmacks ist und per se jetzt kein Manko darstellt. Ausprobieren heißt vor dem Kauf also die Devise. Wichtig: Die Keyboard-Tasten sind nicht fähig zum Ausführen von Aftertouch-Befehlen. Dieses Feature ist den größeren Keylab-Modellen vorbehalten, was aber wiederum im Hinblick auf den Verkaufspreis in Ordnung geht.

Besonderheit: Im Lieferumfang findet sich eine Schablone, die über die Drehregler gelegt werden muss. Sie zeigt Parameterbezeichnungen, die gezielt auf das Zusammenspiel mit der Analoglab-Software ausgelegt sind. Mehr dazu gleich noch. Ohne Schablone ist das Reglerfeld in vier mit „Set“ bezeichnete Felder unterteilt, wobei unter jedem Bedienelement lediglich eine Ziffer steht. Denn abseits seines primären Einsatzzwecks kann das Minilab-Keyboard auch universell zum Ansteuern anderer virtueller Instrumente eingesetzt werden, was den Nutzwert noch einmal erhöht. Über die kostenlose MIDI Control Center Software lassen sich MIDI-Controller-Nummern, Regelbereich und -verhalten flexibel auf die einzelnen Bedienelemente programmieren. Einmal programmierte Settings können dabei auf insgesamt acht Speicherplätze in der Hardware abgelegt und durch Druck auf eines der Pads bei gehaltener Shift-Taste blitzschnell geladen werden. So schalten wir im Test rasch und ohne Mühe das Regler-Layout zwischen Effekt-Plug-ins und virtuellen Instrumenten um. Wir können den Controller sogar zur Steuerung der wichtigsten Sequenzer-Funktionen einsetzen. Das Umschalten des MIDI-Übertragungskanals erfolgt ebenfalls mit Hilfe der Shift-Taste und den ersten 16 Keyboard-Tasten. Der Clou: Hatten wir zuvor noch vermerkt, dass die Keyboardtasten des Minilab-Controllers keine Aftertouch-Befehle senden, findet sich im MIDI Control Center eine einfache wie geniale Alternative, um dies im universellen Controller-Modus durch entsprechendes Programmieren denkbar einfach über das Modulationsrad zu erledigen. Nächste Besonderheit: Dadurch dass die Hardware im Class compliant Modus werkelt und somit keine gesonderte Treiber-Installation erforderlich ist, kann das Minilab auch hervorragende Dienste im Verbund mit Apples iPad leisten. Dazu bedarf es aber des Apple Camera Connection Kits. Insgesamt hinterlässt die Minilab-Hardware im Test einen sehr guten Eindruck mit leichten, zugegeben subjektiv geprägten Abstrichen. Doch das ist ja erst eine Hälfte des Gesamt-Pakets. Der anderen Hälfte, dem virtuellen Analoglab-Instrument, wollen jetzt einmal auf den Zahn fühlen. 

Wie eingangs erwähnt ist das Analoglab-Instrument eine konsequente Weiterentwicklung der Analog Factory, die 2006 auf den Markt kam. Im Kern enthält das Instrument sämtliche bislang von Arturia emulierten Sound-Engines legendärer Synthesizer-Klassiker. Das Instrument stellt sich dabei als klassische Synthesizer-Workstation dar, die primär als Preset-Abspiel-Maschine ein Best of aus sämtlichen Arturia-Produkten enthält. In der Natur von Workstations liegt es dabei, mit einem überschaubaren Arsenal an Eingriffsmöglichkeiten in den Klang aufzuwarten. Analoglab macht da keine Ausnahme. An Bord finden sich die Sound-Engines vom Minimoog und dem Moog Modular, dem Arp 2600, vom Yamaha CS 80, Prophet 5 und VS, Roland Jupiter 8, dem Wurlitzer E-Piano sowie dem zuletzt 2011 veröffentlichten Oberheim SEM V. Die Analog Factory kam seinerzeit logischerweise ohne die drei zuletzt genannten virtuellen Synthesizer auf den Markt, da diese erst in den Jahren danach produziert wurden. In Konsequenz hat sich das Arsenal an Presets mittlerweile von damals rund 2.000 auf jetzt satte 5.000 Presets erhöht. Das sind übrigens noch einmal rund 700 Presets mehr als in der vorherigen Analog Laboratory-Version. Gleich geblieben und bereits in der Erstversion vorhanden, ist die Möglichkeit, per Snapshot-Funktion favorisierte Presets in Speicherplätze abzulegen, die anschließend über Taster – im Fall vom Minilab über die Pads – ohne großartiges Suchen blitzschnell aufrufbar sind. Um der Masse an Presets Herr zu werden, besitzt auch das Analoglab als zentrales Arbeits-Werkzeug gleich mehrere Sound-Browser inklusive der üblichen Funktionen zum Suchen, Sortieren, Laden und Verwalten der Presets.  Ansonsten finden sich weitaus mehr Parallelen zwischen der aktuellen Analoglab- und der vorherigen Laboratory-Version, wobei sich die Entwickler von einigen Features des Vorgängers verabschiedet, dafür aber neue hinzugefügt haben. Haupt-Feature auch in der Analoglab-Software stellt die Möglichkeit dar, sich im einen Layer aus zwei Sounds zusammenstellen zu können, wobei sich beide Sounds wahlweise per Keyboard-Split nur in bestimmten Tastaturbereichen oder simultan über das gesamte Keyboard spielen lassen. Überlappungen im Split-Modus sind selbstverständlich auch möglich sowie das individuelle Transponieren jedes Layers. Dies wird in der Lab-Version jetzt erstmals über ein editierbares Graphik-Display realisiert, was ungleich komfortabler als in der Vorversion geschieht. In Konsequenz dessen verfügt das Analoglab über drei Haupt-Menüs: Sound, Multi und Live. Während das Sound-Menü das Laden lediglich eines Presets erlaubt, können im Multi-Modus die oben erwähnten Features realisiert werden. Wer mag, kann übrigens beide Layer auch unterschiedlichen MIDI-Kanälen zuweisen. Das Live-Menü erlaubt hingegen das Zusammenstellen einer eigenen Favoriten-Liste, die – Nomen est Omen – im Live-Betrieb und im Zusammenspiel mit den Pads ein rasches Laden der Lieblings-Sounds gestattet. 

In sämtlichen Menüs sind, wie erwähnt, als zentrale Arbeitswerkzeuge Browser-Dialoge integriert, wobei im Multi- und Live-Menü über einen Reiter sowohl Multi- als auch Einzel-Sounds aufrufbar sind. Der Browser im Sound-Menü zeigt logischerweise lediglich Einzelsound-Presets an, die allerdings über ein Feld mit Schaltflächen nach diversen Kriterien vorsortierbar sind, etwa nach Klangerzeuger, Instrumentengattung oder musikalischer Stimmung. Außer diesen Verwaltungs-Features offeriert die Sound-Seite Eingriffsmöglichkeiten in grundlegende Parameter des Presets, wie unter anderem der Spiel-Modus (mono-/polyphon, unisono), die Polyphonie oder der Pitchbend-Bereich. Besonderheit: Sofern ein Preset mit einer Arpeggiator-Funktion ausgestattet ist, lässt sich auch auf die Länge, respektive das Tempo der Spielfigur einwirken. Das Multi-Menü offeriert hingegen ungleich mehr Optionen zum Ausgestalten des Klangs. Außer dem eingangs erwähnten graphischen Layer-/Split-Editor kann für jeden Einzelsound die Lautstärke und das Panorama sowie der Effektanteil via Send-Regler pre oder postfader definiert werden, was nicht alltäglich ist. Ein Mikro-Mixer nimmt schließlich Einfluss auf die Gesamtlautstärke des Multi-Sounds und auf die Lautstärke der Effekt-Returns. Völlig neu ist jetzt eine editierbare Effekt-Sektion, bestehend aus zwei Slots, die sich individuell mit Effekten belegen lassen. Insgesamt 17 verschiedene Algorithmen stehen zur Auswahl, die außer den üblichen Studio-, Modulations- und Hall-Effekten auch mit exotischen Vertretern aufwarten wie etwa einem Subgenerator, dem wir bereits beim Test von SparkLE begegnet sind. Er fügt den Sounds zusätzliche tieffrequente Frequenzen hinzu und verwandelt schlapp klingende Spektren in mächtige Klanggebirge auf Vollfett-Stufe. Eine Schalt-Matrix erlaubt schließlich für jeden Layer zu bestimmen, mit welchen Spielhilfen, etwa Modulationsrad, Pitchbend oder Aftertouch, der Sound zusätzlich moduliert werden soll oder nicht. Das Laden der einzelnen Layer in die Slots erfolgt durch simples Drag-and-drop aus dem Browser-Dialog. Unabhängig vom jeweiligen Betriebs-Modus zeigt sich am unteren Rand des GUI stets die gleiche Zahl an Bedienelementen, die identisch zum Keyboard-Controller ausfällt, sofern im Auswahl-Dialog am Kopf des GUI das richtige Layout ausgewählt ist. Ausnahme: Die Pads werden über eher unscheinbar wirkende blaue Reiter am linken und rechten Rand ausgeklappt und über Tastatur und Reglerfeld gelegt. Die Parameter-Belegung der Regler ist dabei in jedem Preset gleich. Die Knöpfe in der ersten Spalte links nehmen Einfluss auf die Gesamt-Lautstärke und erlauben ein rasches Scrollen durch die Browser-Liste  des gerade aktiven Menüs. Bleibt der Cursor auf einem Preset stehen, wird es direkt geladen. Die nächsten vier Regler in der unteren Reihe werden in jedem Preset individuell mit Parametern belegt, die je nach Sound und virtuellem Klangerzeuger mal exotische Funktionen ausführen wie etwa Crossmodulationen oder aber auf die Lautstärke der einzelnen Oszillatoren einwirken. Was dort einstellbar ist, hängt vom Gusto des Sounddesigners ab.

 

Abseits dessen erlauben die weiteren Regler das Einstellen der wichtigsten Synthesizer-Parameter, allen voran Filter-Cutoff und -Resonanz. Überdies ist ein LFO, die Lautstärke-Hüllkurve sowie der Anteil beider Effekt-Slots einstellbar. Diese Parameter sind in jedem Preset an gleicher Stelle zu finden. Wer mag, kann das Parameter-Routing aber auch ändern. Per Rechtsklick klappt dazu ein Menü mit einer Gesamtzahl an 19 verfügbaren Parametern auf. Die geänderten Settings müssen anschließend in Form eines User-Presets abgespeichert werden, sollen sie auch künftig zur Verfügung stehen. Insgesamt stellen sich die Eingriffsmöglichkeiten zunächst sehr überschaubar dar. Doch wie bereits im Test der Analog Factory holen wir nicht zuletzt dank der vier individuell belegten Parameter eine teils überbordende Vielfalt an Spektren aus einem Preset heraus. Mehr ist auch nicht nötig und steht auch nicht im Fokus von Analoglab. Wer beim Sounddesign dennoch in die Tiefe gehen will und über die Vollversion des entsprechenden virtuellen Arturia-Instruments verfügt, kann dies durch Button-Druck aus dem Analoglab-GUI heraus bequem erledigen. Die acht Pads, die im GUI eher etwas versteckt sind,  erhalten im Analoglab-Instrument eine doppelte Aufgabe: Im ersten Layer spielen wir darüber Akkorde. Durch Rechtsklick auf das Akkordsymbol und den Grundton, klappen sich wiederum Listen auf, aus denen wir nach eigenem Gusto Akkord-Schemata sowie die Grundtöne wählen können. Damit haben wir im Test auf die Schnelle eine Akkordbegleitung gezaubert und gleichzeitig eine frei Hand, um eine Oberstimme zu spielen. Neu ist das jetzt zwar nicht – Steinbergs Halion Sonic bietet das Gleiche (Test in Heft 10/2010) schon länger – in der Analoglab-Software aber eine Premiere. Auf der zweiten Ebene, also mit aktiviertem Pad-Taster – rufen wir rasch die per Snapshot-Funktion gespeicherten Favoriten-Presets auf. Das Abfeuern von Drum-Loops via Pads, wie noch in der Vorversion möglich, ist in Analoglab nicht mehr vorgesehen, es wird aber auch nicht großartig von uns vermisst. Folglich findet sich auch kein mitgeliefertes Material mehr an REX-Files im Lieferumfang. Ebenfalls der Schere zum Opfer gefallen ist die Option, Arpeggiator-Figuren wahlweise auf einen der beiden Layer zu routen, was wir durchaus geschätzt haben. Doch damit können wir ebenfalls sehr gut leben, zumal entsprechende MIDI-Plug-ins einen ebenso guten Job erledigen, was dank zweifachem Multi-Mode gleichermaßen wie in der Vorversion flexibel realisierbar ist. Arturia konzentriert sich in Analoglab verstärkt auf seine Domäne, die Emulation legendärer Synthesizer und da sind klanglich keinerlei Abstriche zu verzeichnen. Als quasi Best of der Synthesizer-Geschichte offeriert Analoglab ein weites Spektrum hochgeschätzter Analog-Sounds und demonstriert als spezialisierte Synthesizer-Workstation anschaulich die Eigenheiten jedes Instruments, die wir bereits in Einzeltests ausreichend beschrieben haben. Satte, knurrige Bässe, weiche Streicher, schneidend scharfe Lead-Sounds, farbenprächtige Effektsounds mit viel Blubbern und Zwitschern, Analoglab lässt so gut wie keine Wünsche offen. Dabei klingts mal mächtig und voluminös (Moog, Arp), mal eher zart und zerbrechlich (Roland, Yamaha) und teils sogar auch digital (Prophet VS). Überraschend fallen die Wurlitzer-Presets aus, die jenseits von E-Piano mit exotisch-synthetischen Spektren aufwarten. Dank 5.000 Presets und Layer-Feature geht Analoglab in Sachen klanglicher Vielfalt dabei so schnell die Puste nicht aus. 

Fazit

Minilab ist zwar das kleinste Mitglied in Arturias neuer Keylab-Serie. Doch das Bundle aus niedlich anzuschauendem Controller plus virtuellem Analoglab-Instrument hat es faustdick hinter den Ohren. Unschlagbar günstig ist der Verkaufspreis, klanglich wartet das Analoglab-Instrument mit willkommenen, erweiterten Möglichkeiten im Vergleich zur Vorversion auf und trotz Niedlichkeits-Faktor ist das Minilab-Keyboard ein vollwertiger Controller, der trotz oder gerade wegen seiner bescheidenen Platz-Bedürfnisse, ähnlich wie ein Smart, punkten kann.

Erschienen in Ausgabe 10/2013

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 99 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: überragend

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