Mix total Teil 2

Für diesen Vergleichstest von sechs analogen Summierern haben wir die Leser zum Mit-Testen eingeladen – mit großer Resonanz. Die Ergebnisse lassen aufhorchen. 

Von Frieddman Tischmeyer und Hans-Günther Beer 

Kein Test von Professional audio Magazin erforderte bislang so viel Aufwand, wie dieser Vergleich von sechs analogen Summierern. Zum einen hatten wir erstmals die Leser aufgefordert, mitzutesten und uns ihr Urteil zuzuschicken und zum andern stellte sich der Hörtest als außerordentlich schwierig und langwierig heraus. Die über 650 Megabyte große Test-Datei im OMF-Format, die für den eigentlichen Hörvergleich in einen entsprechenden Sequenzer importiert werden musste, wurde sage und schreibe insgesamt 379-mal herunter geladen – damit hatte niemand gerechnet. Unser Server kam zeitweise beachtlich ins Schwitzen.

Immerhin 39 verwertbare, will heißen vollständig ausgefüllte Bewertungsbogen trafen in der Redaktion ein – das sind knapp zehn Prozent der Downloads. Auch dies übertrifft unsere Erwartungen deutlich, wir haben angesichts des Schwierigkeitsgrads und des enormen Aufwands mit weniger Rückläufen gerechnet. Sehr viele Leser teilten uns allerdings mit, dass sie den Test zwar begonnen, aber dann

doch vorzeitig aufgegeben hatten. Auch an konstruktiver Kritik und an Verbesserungsvorschlägen wurde nicht gespart. Umso größer unser Dank an die 39 Mittester, die wie die Redaktion etliche Stunden mit dem Hörtest verbracht und immerhin 192 Einzelbewertungen abgegeben haben. Einhelliges Urteil aller Testteilnehmer: Es hat riesigen Spaß gemacht. Das können wir voll und ganz bestätigen, auch wenn sich der Hörtest in der Redaktion über insgesamt acht Stunden netto Hörzeit pro Tester hinzieht, die vielen Kaffeepausen nicht mitgerechnet.

Rauschen, der Gesamt-Fremdspannungsabstand wird schlechter. Dies gilt natürlich auch für die anderen Testkandidaten. Der Sumo von Audient beispielsweise bietet hier drei bis fünf Dezibel bessere Werte an (siehe Steckbrief Seite 94) und die Messkurven für Gleichtaktunterdrückung, Phasengang zwischen zwei Kanälen stellen den Konstrukteuren ein hervorragendes Zeugnis aus. Auch die Übersprechdämpfung liegt bis zehn Kilohertz besser als 80 Dezibel und unterhalb von zwei Kilohertz sogar besser als 100 Dezibel. Da kann der Neve-Summierer 8816 nicht mithalten. Die Fremd- und Geräuschspannungsabstände betragen nur 81 beziehungsweise knapp 84 Dezibel und belegen damit den letzten Platz in diesem Testfeld. Während die Messergebnisse für Gleichtaktunterdrückung und Klirr mehr als in Ordnung gehen, kann der sehr gut ausgestattete Brite nur mit einer durchschnittlichen Übersprechdämpfung von exakt 50 Dezibel über den gesamten Frequenzbereich aufwarten. Das können fast alle anderen Testteilnehmer besser, vor allem der SPL Mixdream 2384 mit 93 Dezibel. Aber auch bei den wichtigen Fremd- und Geräuschspannungswerten markiert der SPL mit Werten von 94,7 und 97,5 Dezibel die Bestmarken in diesem Test. Übrigens: Da die Veröffentlichung sämtlicher Messerdiagramme den Rahmen des Tests sprengen würde, finden Sie alle nicht abgedruckten Diagramme auf unserer komplett neu gestalteten Website unter www.professional-audio.de. Bemerkenswert ist auch das FFT-Spektrum des Mixdream 2384 (siehe Seite 89) Der Störgeräuschpegel liegt 110 bis 120 Dezibel unter dem Nutzsignal, bezogen auf Null Dezibel – eine beachtliche Leistung. Da gibt sich der Tegeler TSM1 schon als waschechtes Röhrengerät zu erkennen und produziert erhebliche Oberwellenanteile. Dies äußert sich auch im höchsten Wert bei der THD+N-Messung in diesem Testfeld: 0,7 Prozent Klirr. Während der Phasengang und die Gleichtaktunterdrückung sehr gut ausfallen, beträgt die Übersprechdämpfung zwischen zwei Kanälen lediglich 40 Dezibel – Schlusslicht im Test. Die Werte für die Fremd- und Geräuschspannungsabstände liegen auf dem Niveau des Dangerous 2-Bus von Dangerous Music. Auffallend ist der Frequenzgang, der oberhalb von 20 Kilohertz nochmals kräftig ansteigt und bei etwa 80 Kilohertz ein Maximum von zehn Dezibel bezogen auf ein Kilohertz erreicht. Dafür übernimmt das Schaltungskonzept mit den Ausgangsübertragern die Verantwortung. Dies hat aber keinerlei negative Auswirkungen auf das Klangergebnis, sondern trägt zum besonderen Eigenklang des TSM1 bei. 

Der Tube-Tech SSA 2B, wie der Name schon zeigt, ebenfalls ein Mitglied der Röhren-Fraktion, zeigt ebenfalls eine leichte Höhenanhebung, die allerdings mit zwei Dezibel bei 100 Kilohertz extrem moderat ausfällt. Übersprechen dämpft der Tube-Tech unterhalb von zwei Kilohertz mit hervorragenden 85 Dezibel und mehr, bei 20 Kilohertz beträgt es 66 Dezibel – ein insgesamt sehr gutes Ergebnis. Lediglich bei der Gleichtaktunterdrückung patzt der SSA 2B ein wenig. Die Kurve steigt von den Tiefen kommend (100 Hertz, -85 Dezibel) zu den Höhen hin kontinuierlich an und erreicht bei 20 Kilohertz die -35-Dezibel-Marke. Die Fremd- und Geräuschspannungs-Werte gehören mit gut 86 und knapp 92 Dezibel zu den besseren dieses Vergleichstests. Alles in Allem zeigen die Messungen im Labor von Professional audio Magazin doch recht unterschiedliche Ergebnisse, vor allem in Sachen Übersprechdämpfung ist die Bandbreite sehr groß. In wie weit diese Eigenschaften auch bei den Hörergebnissen zum Tragen kommen, muss sich im Hörtest zeigen. Hier finden Sie die Messdiagramme.

Für diesen haben sich die Tester ein besonderes Verfahren einfallen lassen. Als Referenz dient ein Rough-Mix aus dem Song „Days we spend together“ in Nuendo 3. Gesungen hat den Song die südafrikanische Künstlerin Zonke für das Album „Invitation“ des Produzenten Don Laka (Bokone Music). Dieser Rough-Mix, der alles andere als perfekt und final sein kann, wurde in Nuendo ohne jegliche Pegel-Beeinflussung oder den Einsatz von Inserts oder Effekten produziert. So wurde sichergestellt, dass die gleichen Bedingungen wie für die analogen Summierer existierten, bei denen ebenfalls keinerlei Pegel der 16 zu mischenden Kanäle verändert wurden. Als Wandler wählte die Redaktion zwei AD-8 QS von RME (siehe Test Ausgabe 9/2007). Die Kabel beim Mix-Down stammen Mogami und Vovox und beim Hörtest von Sommercable. 

Für jeden Summierer wurden zwei unterschiedliche Downmixe vorgenommen, um den unterschiedlichen Möglichkeiten der Geräte gerecht zu werden. Sofern sie über keine eigene Pegelregelung verfügen, haben wir im RME-Soundkartenmixer „Total Mix“ für den zweiten Mix die Gruppen- und FX-Pegel von 0 dB auf +6 dB angehoben, um das Klangverhalten der Summierungseinheiten bei stärkeren Eingangspegeln (Sättigung) zu erfassen. Diese Mixe sind mit „+6 IP“ gekennzeichnet.  Alle Ergebnisse verfügen somit zumindest theoretisch über absolut identische Pegel- und Panorama-Verhältnisse. Lediglich potenzielle Pegeltoleranzen innerhalb der analogen Summierungseinheiten könnten die Mischverhältnisse noch manipulieren. 

Hier die gewählten Einstellungen an den Testkandidaten:

AMS Neve 8816
Mix 1: Kanalpegel 3 Uhr
Master: ein Strich unter voll
Mix 2: Kanalpegel Rechtsanschlag; ein Strich unter voll

Audient Sumo
Mix 1: MixMaster 0 dB,
Master: 0 dB ohne Summenkompensation
Mix 2: MixMaster 0 dB, 
Master: 0 dB mit Summenkompensation

Dangerous 2-Bus
Mix 1: +6 dB-Schalter aus
Output: +6 dB
Mix 2: +6 dB-Schalter an
Output: 0 dB

SPL Mixdream 2384
Mix 1: Limiter off; Stereo-Exp. off; Transformer on; M 0 dB
Mix 2: Limiter on (18); Stereo-Exp. 3; Transformer on; 

Tegeler TSM1
Mix 1: Output 0 dB
Mix 2: +6 IP
Output: -6 dB

Tube-Tech SSA 2B
Mix 1: Output 0 dB
Mix 2: +6 IP
Output: -6 dB 

Insgesamt sind so zwölf einzelne Aufnahmen mit den analogen Summierern entstanden. Diese haben wir dann mit zwölf gleichen Downmixes aus Nuendo zu einem Projekt mit zwei Stereospuren zusammengestellt. Eine der beiden Spuren war immer ein Summierer, die andere ein Nuendo-Downmix. Im Hörtest mussten also die Mittester unter den Lesern wie auch die Redaktion in zwölf A/B-Vergleichen immer einen der Summierer mit demselben Nuendo Downmix vergleichen – anonym versteht sich. 15 Einzelbewertungen und eine Gesamtnote galt es zu vergeben – eine, wenn mit der notwendigen Sorgfalt gearbeitet wurde, extrem zeitintensive und langwierige Mammutaufgabe. 

Bei der Auswertung der Leser-Bewertungsbögen fiel sehr schnell eine Besonderheit auf, die viele, allerdings bei weitem nicht allen Einsendungen betrafen: In vielen Vergleichspaarungen, in der ja immer ein Nuendo-Downmix mit von der Partie war, wurde dieser Downmix teilweise etwas anders bewertet. Dies beweist einerseits, dass diese Leser zwar mit großer Akrebie verglichen und jede Vergleichspaarung auch wirklich individuell bewertet haben. Auf der anderen Seite aber Opfer eines hörpsychologisches Phänomen wurden: So gering die klanglichen Unterschiede  insgesamt sind, immer dann wenn einer der Summierer sich klanglich etwas deutlicher vom Nuendo-Mix unterscheidet, wird auch der Nuendo-Mix etwas anders bewertet. Dies betrifft sowohl die Einzelkriterien wie auch die Gesamtnote, wobei sich allerdings in vielen Fällen die Unterschiede, wie die Statistiker sagen würden, im Bereich der Standard-Abweichung bewegen.

Bei allen Bemühungen, die jeweiligen Downmixes möglichst identisch zu gestalten, macht der Hörtest in der Redaktion jedoch sehr schnell klar, dass der Nuendo-Mix in allen Vergleichen mit der Zeit doch herauszuhören ist, sich also mit bestimmten besonderen Klangeigenschaften outet. Insbesondere die Leadvocals von Zonke stehen im Vergleich zu allen zwölf Summierer-Mischungen immer einen Hauch mehr im Vordergrund. Worauf dieses zurückzuführen ist, bleibt unklar. Doch nun zu den Details. Alles in Allem bewerten die Leser die Brillanz aller Testtracks als insgesamt ausgewogen, zum gleichen Ergebnis kommt auch die Redaktion. Auch die Tiefenstaffelung und die Stereobreite werden einheitlich mit gut bis „leicht zu schwach“ beurteilt. Den Gesamtklang der Mischungen beurteilen die Leser durchschnittlich als „ok“ bis leicht „warm“, obwohl einzelne Mittester wie auch die Redaktion hier deutlicher differenzieren. Wenn man den Nuendo-Mix als neutral definiert, klingen die Mix-2-Versionen von Dangerous 2-Bus, Neve 8816, SPL Mixdream 2384 aber auch der Mix-1 vom 2-Bus sowie beide Mischungen des Tegeler TSM1 warm, beziehungsweise wärmer als der Nuendo-Mix. Der Mix-2 des Tube-Tech SSA 2B erscheint ebenfalls warm im Klang, die Mix-1-Version sogar sehr warm. Klanglich neutral kommen der SPL Mixdream 2384 (Mix-1) und die beiden Mix-Versionen des Audient Sumo. Die Offenheit des Klangbildes wird in einer Skala von eins (sehr offen) bis sechs (geschlossen) von den Lesern zwischen 1,6 bis 2,7 bewertet. Hier fällt auf, dass die analogen Downmixes mit ganz wenigen Ausnahmen durch die Bank besser weg kommen als der Nuendo-Mix.  Dieses Ergebnis schält sich auch in den Hörtests der Redaktion heraus.  Besonders offen klingen Neve, SPL, Sumo und Tegeler. Bei der Bewertung des Bass-Bereichs kommen die Leser im Durchschnitt zu einem ausgewogenen Ergebnis, die Redakteure stellen, abgehört über die Referenzlautsprecher KRK Exposé 8 (Test  Heft 8/2007) sowie über den Studio-Abhörverstärker MTX Monitor.V3 von Funk Tonstudiotechnik in Berlin (Test im nächsten Heft), dennoch Unterschiede zwischen den Testkandidaten fest. Insgesamt erscheint die Nuendo-Mischung gegenüber allen Mischungen mit den analogen Summierern ein wenig schwächer im Bass. Das stellen auch einige Leser fest. Besonders kräftig zur Sache geht der Tube-Tech SSA 2B im Mix-1. Auch mehrfaches Wiederholen des Tests änderte an dieser Einschätzung nichts. Auch einige Leser kommen zum gleichen Ergebnis. Das Mittenband erscheint den Redakteuren beim Nuendo-Mix minimal unausgewogener als bei allen analogen Mischungen. Dies gilt grundsätzlich, aber eher etwas abgeschwächt, auch für das Höhenband. Hier klingen alle analogen Summierer äußerst ausgewogen und transparent. SPL Mixdream 2384 (Mix-2), Dangerous 2-Bus (Mix-2), Neve 8816 und Tube-Tech SSA 2B können im Air-Band einen gewissen Schmelz hinzufügen, in Ansätzen gelingt das auch dem Audient Sumo im Mix-2.

Das Trennen der einzelnen Instrumente gelingt in dem insgesamt sehr dichten Mix allen Kandidaten gut, dem Neve im Mix-2 etwas schlechter und im Mix-1 sogar sehr gut. Der Tube-Tech trennt im Mix-1 einen Hauch weniger gut (Note 3) und im Mix-2 gut bis sehr gut. Die gleiche Bewertung erhält auch der SPL (Mix-1). Bei der Bewertung der Mono-Kompatibilität können die Redakteure keine Unterschiede ausmachen, auch die Leser tun sich schwer, hier Differenzen fest zu stellen, diese Bewertung hätte man einfach weg lassen können. Bei der Center-Ortung stellen einzelne Leser sehr wohl Unterschiede fest, die Redaktion so gut wie keine. Dadurch fällt der Durchschnittswert in dieser Disziplin bei den Lesern etwas schlechter und einheitlicher aus, im Mittel ergeben sich krummere Werte. Beim Kriterium „Tube-Charakter“ gehen die Einzelurteile zwischen den Testkandidaten wieder sehr viel deutlicher auseinander. Außerdem müssen die Leser wohl einem Missverständnis aufgesessen sein, was wohl an der unklaren Formulierung der Bewertungskriterien liegt. Mit dem Wert 0 soll (eigenartiger Weise) ein natürlicher Tube-Charakter bewertet werden, -3 soll „gar kein Röhrencharakter“ bedeuten. Die Leser haben, wie Rückfragen bestätigen, den Wert 0 mit „kein Röhrencharakter“ gleichgesetzt – daher rühren die Unterschiede zu den Redaktionsbewertungen. Unabhängig davon existieren Unterschiede. Eindeutig nach Röhre klingt der Mix-2 des Mixdream 2384 sowie der Mix-1 des Tube-Tech und der des Tegeler TSM1. Auch dem Dangerous 2-Bus attestieren die Tester einen Röhrencharakter, der sich in einem im besten Sinne kompakteren und forderndem Klangbild äußert.

Ein wichtiges Kriterium bei jedem Mix ist die Lebendigkeit des Klangbildes. Besonders positiv fallen hier Neve 8816, SPL Mixdream 2384, Tube-Tech SSA 2B und Tegeler TSM1 auf, allerdings sind die Unterschied etwa zum Dangerous 2-Bus oder Audient Sumo minimal, sind aber reproduzierbar. Ein etwas schwierig zu bewertendes Kriterium ist die Einheitlichkeit eines Mixes, oder ob er aus einem Guss klingt. Bei der Beurteilung entwickelten sich in der Redaktion fast so heftige Diskussionen wie bei der Gesamtbewertung aller Summierer. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle Mischungen ausnahmslos sehr homogen, wenngleich als Rough-Mix noch nicht perfekt klingen. Noch runder und homogener klingen die Mischungen aus dem Neve und dem SPL, in Ansätzen auch aus dem Tegeler. 

Bei der Gesamtbewertung alle Summierer schält sich kein eindeutiger Sieger heraus, dazu sind die Unterschiede letztendlich zu gering und die Summierer haben auch zu unterschiedliche Eigenarten und Besonderheiten. Alle Noten bewegen sich sowohl bei den Leserurteilen als auch bei den Bewertungen der Redaktion zwischen eins und zwei, also gut bis sehr gut. In die Gesamtbeurteilung (siehe Steckbrief) gehen nur die Bewertungen der Redaktion ein, da hier alle Randbedingungen wie Abhöranlage, Raumakustik etc. bekannt und definiert sind. Dies muss aus Gründen der Kontinuität schon so sein. Dennoch liegen zwischen Leser- und Redaktionsbewertungen nur geringe Unterschiede, deshalb an dieser Stelle nochmals ein großes Kompliment an die Mittester. Obwohl die Bewertungen, wie gesagt, sehr einheitlich ausfallen, hat jeder Testkandidat sein eigenes Profil. Den Audient Sumo kann man als insgesamt fein und differenziert klingend bezeichnen, dabei gibt er sich ein wenig vornehm zurückhaltend. Der Dangerous Music Dangerous 2-Bus erzeugt ein im Zweifelsfall etwas dichteres Klangbild, zumindest ist das bei diesem Programmmaterial so der Fall und tendiert zu einem minimal warmen Klangbild. Der Neve 8816 gefällt durch seine Ausgewogenheit, Neutralität und seinen sehr runden und lebendigen Gesamtklang. Der SPL Mixdream 2384 ähnelt hierin dem Neve sehr stark. Er trennt die Klangereignisse noch ein wenig besser, ist dafür allenfalls minimal weniger lebendig. Der Tube-Tech SSA 2B outet sich als Röhrengerät und verbindet die positiven Eigenschaften eines kompakten und homogenen Klangbildes mit einer recht kräftigen, aber ungemein sauberen Basswiedergabe. Der Tegeler TSM1 gehört klanglich zwar auch zur Röhrenfraktion, geht aber insgesamt etwas gemäßigter zu Werke als der Tube-Tech und gefällt durch seine Lebendigkeit und Offenheit.

Fazit

Einen eindeutigen Sieger gibt es in diesem Test nicht. Die Klangunterschiede unter den Summierern einerseits und zum Nuendo-Mix anderseits sind denkbar gering und lassen sich in der Praxis durch entsprechende Pegelungen oder beispielsweise durch den Einsatz eines guten Stereo-Kompressers, man denke da an den Drawmer S3, noch weiter reduzieren. Auch der Nuendo-Mix ist klanglich folglich als absolut hervorragend einzustufen. Dennoch scheint sich unter dem Strich ein grundsätzlicher, wenn auch kleiner Unterschied heraus zu kristallisieren. Die Mischungen aus den Summierern klingen ohne jegliche weitere Eingriffe insgesamt etwas offener und transparenter. Im Preis-Leistungs-Verhältnis fallen besonders der Neve 8816 und der SPL Mixdream 2384 positiv auf. Neben ihren klanglichen Vorzügen bieten sie aufgrund ihrer besonders reichhaltigen Ausstattung besonders viel Gegenwert fürs Geld.

Erschienen in Ausgabe 12/2007

Preisklasse: Oberklasse
Preis: 3190 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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