Vergleichstest kostengünstige Kleinmembran-Kondensator-Mikrofone

Die endgültige Reifeprüfung  

Für 22 Kleinmembran-Kondensatormikrofone zum Budgetpreis schlägt die Stunde der Wahrheit: Im akribischen Mess- und Hörtest müssen die günstigen Stäbchen beweisen, was sie drauf haben. 

Von Harald Wittig 

Ein, besser zwei Kondensatormikrofone gehören neben einem Aufnahmegerät oder Audio-Interface und einem ordentlichen Kopfhörer zur Minimal-Recording-Ausstattung. Obwohl das Mikrofon als erstes Glied in der Kette oder erste Wandlungsstufe ein ganz entscheidendes Wort am Gelingen der Aufnahme mitredet, scheuen viele Einsteiger davor zurück, sich sofort ein hochwertiges Mikrofon zu kaufen. Schließlich gibt es bereits gut ausgestattete Stereo-Sets für rund 100 Euro und später lässt sich die Mikrofonkollektion schließlich immer noch erweitern und qualitativ aufwerten. Wir haben in den letzten Monaten häufiger Anfragen von Lesern bekommen, ob wir nicht mal einen großen Vergleichstest von „Billig“-Mikrofonen machen wollen. Immerhin haben die teilweise supergünstigen Schallwandler einen nicht zu unterschätzenden Marktanteil und gemeinhin lässt sich sagen – das haben frühere Einzeltests in Professional audio bewiesen –, dass im Niedrigpreissegment durchaus brauchbare Mikrofone zu finden sind. Bei den Vorbereitungen dieses Testes mussten wir unweigerlich an Goethes Zauberlehrling denken: Denn die „Geister, die wir riefen“ – sie fielen buchstäblich dutzendweise in der Redaktion ein. Dabei hatten wir das Preislimit bewusst bei 200 Euro angesetzt, letztlich auch deswegen, um die Übersicht zu behalten und das Testfeld nicht aus allem Nähten platzen zu lassen. Am Ende stellten sich 35 Groß- und Kleinmembranmikrofone dem Test. Den ersten Teil, der sich den Kleinmembranen widmet, lesen Sie gerade, den zweiten Teil bringen wir in der nächsten Ausgabe. Gerade bei den billigen Mikrofonen ist besonders darauf zu achten, ob diese den Angaben in den beiliegenden Datenblättern gerecht werden oder ob es sich – beispielsweise bei Frequenzgangschrieben oder Polardiagrammen – nur um werbewirksame Kataloggrafiken handelt. Um Ihnen diesbezüglich absolute Sicherheit und hieb- und stichfeste Messergebnisse zu liefern, haben wir einen Teil der Messungen im Labor des renommierten Mikrofon-Herstellers Schoeps anfertigen lassen. Für den eigentlichen Klangtest vertrauen wir allerdings weiterhin auf unsere Ohren. Deswegen sind allein für den Vergleich der Kleinmembranmikrofone über 60 Aufnahmen entstanden. Einen Teil dieser Aufnahmen, es handelt sich um Sprachaufnahmen und solche mit einer besonders ausgewogen klingenden Flamenco-Gitarre finden Sie zum Nachhören in der Soundbank unserer Website. Wir wollen, dass Sie ohne Beschränkungen einen Teil des Spaßes, den wir bei diesem Megatest hatten, mit erleben können: Deswegen haben Sie ohne Beschränkung Zugang zu den Klangbeispielen. Es handelt sich übrigens jeweils um einzelne, live eingesprochene und eingespielte Takes. Wir haben es zugunsten einer besseren Vergleichbarkeit bewusst vermieden, mehrere Mikrofone zusammenzupacken und die Signale auf separate Spuren zu legen.  Aus Gründen der Übersichtlichkeit haben wir die endgültige Reifeprüfung in einzelne Segmente, geordnet nach Herstellern, unterteilt. Genug der Vorrede, lesen Sie selbst, wie sich die 22 lütten Mikrofone geschlagen haben. Seien Sie versichert: Es gibt die eine oder andere Überraschung.

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